Suhr

Im «Su(h)rrli» wird Gemeinschaft geübt

Gemeindepräsident Beat Rüetschi schneidet den Eröffnungskuchen zusammen mit Veronika Rickhaus, der Leiterin Fachstelle Kind und Familie, an.

Gemeindepräsident Beat Rüetschi schneidet den Eröffnungskuchen zusammen mit Veronika Rickhaus, der Leiterin Fachstelle Kind und Familie, an.

Im Quartier Frohdörfli ist am Samstag der Familientreff «Su(h)rrli» eingeweiht worden. Er dient im weitesten Sinn der sozialen Integration der Bewohnerinnen und Bewohner aus über 30 Ländern.

Die frisch renovierte Vierzimmerwohnung im Frohdörfli soll mehr sein als nur ein Treffpunkt für Kinder und ihre Familien. Der Treff soll die Anonymität im Quartier, in dem in 170 Wohnungen Menschen aus über 30 Ländern wohnen, aufbrechen, wie Gemeindepräsident Beat Rüetschi sagte. Der Schriftzug «Su(h)rrli» (mit hochgestelltem «h») schmückte den Kuchen, den er zusammen mit der Leiterin der Fachstelle Kind und Familie, Veronika Rickhaus, anschnitt. Die Leiterin des Treffpunkts, Aurelia Munz, erhielt das erste Stück, der Treffpunkt «Su(h)rrli» war damit offiziell eingeweiht.

Beat Rüetschi stellt sich vor, dass das neu eröffnete Eltern-Kind-Angebot «Su(h)rrli» im Quartier Frohdörfli erst der Anfang ist. In den Jahren 2012 und 2013 liess die Gemeinde in den zwei südlichen Ortsteilen Wynematte und Frohdörfli Studien über die aktuelle Situation und den sich daraus ergebenden Interventionsbedarf erstellen. Im Januar 2015 setzte der Gemeinderat Suhr eine Arbeitsgruppe aus verschiedenen Fachpersonen ein, der auch eine Fachperson der Anlaufstelle Integration Aarau (AIA), mehrere Mitarbeitende der Fachhochschule Nordwestschweiz sowie Mitarbeitende der Suhrer Gemeindeverwaltung angehören. Auftrag dieser Fachgruppe ist die Ausarbeitung eines Pilotprojekts, das der Gemeinderat im Sommer 2016 der Gemeindeversammlung unterbreiten wird.

Es stellte sich heraus, dass sich die Quartierentwicklung nicht auf die südlichen Dorfteile beschränken, sondern die gesamte Gemeinde einbeziehen soll. Beat Rüetschi: «Ziel wird es sein, für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde eine hohe Lebensqualität zu sichern, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Gemeinde zu erhalten und zu stärken, allen Bewohnerinnen und Bewohnern die Teilhabe am Leben in der Gemeinde zu ermöglichen und in diesem Sinne die räumliche Entwicklung Suhrs voranzutreiben.» Wie dies konkret aussehen kann, dafür sei das Eltern-Kind-Angebot «Su(h)rrli» ein Beispiel.

Am Infoforum vor einer Wochen hatte der zuständige Gemeinderat Daniel Rüetschi über den aktuellen Stand der Dinge informiert. Für den Gemeinderat steht fest: Es gibt Handlungsbedarf, und zwar in den Bereichen Bildung und Soziokultur, Wohnen und Freiraum, Zusammenleben und Mitmachen sowie Arbeit und Wirtschaft.

Mit der Anlaufstelle direkt vor der Haustür erhofft sich Veronika Rickhaus, dass die Anonymität im von verschiedensten Kulturen durchmischten Quartier aufgebrochen wird: Die Kinder spielen miteinander und lernen voneinander, die Eltern tauschen sich aus und erweitern ihre Deutschkenntnisse im Deutsch-Dialogtraining, während die ganz Kleinen in der Krabbelgruppe betreut werden. «Vielen Eltern mit Kriegserfahrung fällt es schwer, sich von ihren Kindern zu trennen», sagt Rickhaus. Im «Su(h)rrli» finden sie niederschwelligen Kontakt zur Mütter- und Vater-Beratung und anderen Angeboten der Gemeinde. «Wichtig ist, dass die Familien aus ihren Wohnungen heraus in die Gemeinschaft finden», sagt die Leiterin der Fachstelle Kind und Familie.

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