Unterentfelden
Im Steuerkässeli fehlen über 700'000 Franken

Bereits zum vierten Mal in Folge wurde der budgetierte Steuerertrag deutlich verfehlt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Für 2015 hat man die Lehren aus den Fehleinschätzungen gezogen.

Katja Schlegel
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Der budgetierte Steuerertrag wurde erneut deutlich verfehlt.

Der budgetierte Steuerertrag wurde erneut deutlich verfehlt.

Walter Schwager

Eigentlich hätte die Steuerfusserhöhung von fünf Prozent per 2014 etwas Linderung für den gebeutelten Unterentfelder Gemeindehaushalt bringen sollen. Doch die Erhöhung erwies sich rasch als Tropfen auf den heissen Stein: Bereits im Herbst 2014 zeichnete sich ab, dass die Steuererträge der natürlichen Personen deutlich unter dem Budget liegen würden – grösstenteils aufgefressen durch die per Januar 2014 in Kraft getretene Steuergesetzrevision, wie Gemeinderat und Finanzvorstand Kurt Häfliger sagte.

Jetzt zeigt sich: Die Mindereinnahmen bei den Einkommens- und Vermögenssteuern – im Herbst noch auf eine Million geschätzt – konnten nun dank definitiven Veranlagungen immerhin auf 530 000 Franken halbiert werden. Statt der budgetierten 10 Millionen wurden 9,47 Millionen veranlagt. Ausstehend waren davon per Ende Jahr noch 909 000 Franken (2013 waren es 815000 Franken).

Mehreinnahmen bei Nach- und Strafsteuern

Insgesamt wurden die budgetierten Gesamtsteuereinnahmen von 11,5 Millionen Franken (inklusive Aktien-, Quellen- und Sondersteuern) um 717 000 Franken verfehlt. Unter dem Strich beläuft sich der Steuerertrag auf knapp 10,8 Millionen. Zum Minderertrag bei den Einkommens- und Vermögenssteuern von über einer halben Million kommen Mindereinnahmen bei den Aktiensteuern, den Quellensteuern und den Erbschafts- und Schenkungssteuern. Diese konnten auch die Mehreinnahmen bei den Nach- und Strafsteuern sowie den Grundstückgewinnsteuern von insgesamt rund 68000 Franken nicht wettmachen.

Es ist bereits das vierte Mal in Folge, dass die Steuererträge massiv unter Budget liegen. 2013 beispielsweise hatte die Gemeinde insgesamt 535 000 Franken weniger eingenommen als budgetiert. Mit 815000 Franken deutlich höher als 2014 lag damals aber der Fehlbetrag bei den Einkommens- und Vermögenssteuern.

«Etwas zu viel Optimismus»

«Wir hatten jedes Jahr deutliche Mehrerträge, bis 2011 der grosse Einbruch kam», begründet Benedikt Reimann, Leiter Finanzen, die Differenzen zum Budget. Damals seien die bis anhin hohen Nachträge aus den Vorjahren plötzlich versiegt; ein Zustand, der sich bis heute nicht vollständig gebessert hat. Es seien schliesslich mehrere Faktoren, weshalb die Budgets nun mehrmals verpasst wurden: die zeitliche Verzögerung von der Budgetplanung im Herbst und den definitiven Zahlen im darauffolgenden Frühjahr, Neuzuzüger, die nicht den gewünschten Mehrertrag bringen und etwas zu viel Optimismus.

Aus den Fehleinschätzungen der letzten Jahre hat man nun die Lehre gezogen: So wurde der eigentliche Mehrertrag aus der erneuten Steuerfusserhöhung um 5 Prozent per 2015 nur hälftig auf das Budget aufgerechnet. Mit diesem Puffer erhofft man sich laut Reimann 2015 eine Punktlandung bei den Steuererträgen.