Aarau

Im «Qube» können Jugendliche ungestört bleiben

Jugendberater Christian Marti (von links), die beiden Jugendlichen Pedro und Damiano sowie die Jugendarbeiterinnen Ramona Härri und Anita Huber diskutieren beim Bauwagen «Qube» am Aareufer.

Jugendberater Christian Marti (von links), die beiden Jugendlichen Pedro und Damiano sowie die Jugendarbeiterinnen Ramona Härri und Anita Huber diskutieren beim Bauwagen «Qube» am Aareufer.

Der Bauwagen «Qube» der Jugendarbeit Aarau bietet Jugendlichen Raum zum Reden, Chillen oder Töggelen. Es ist ein Grundangebot und ein niederschwellige Anlaufstelle für Jugendliche aus der Umgebung Aarau.

«Dieses Projekt ist nötig, weil die Verdrängung der Jugendlichen aus dem öffentlichen Raum gross ist», sagt Jugendarbeiterin Ramona Härri. «16- bis 19-Jährige werden zum Beispiel vom Bahnhof vertrieben.» Beim Bauwagen «Qube», dem jüngsten Angebot der Jugendarbeit der Stadt Aarau, kann ihnen das nicht passieren.

Seit Mittwochnachmittag steht er am Aareufer neben dem Summertime. Zuvor war er im Kasinopark und dorthin kehrt er nach den Sommerferien auch wieder zurück. Der Bauwagen «Qube» ist ein Angebot, das sich explizit an alle «Jugendlichen, die sich in Aarau aufhalten» richtet. Denn grösser als die Stadt Aarau ist ihr Einzugsgebiet. Dazu gehören etwa Buchs oder Suhr.

Am Tisch vor dem Bauwagen sitzen Damiano aus Buchs und Pedro aus Aarau, beide 16. Sie kommen gerne zum Bauwagen, weil sie hier andere Jugendliche treffen, Musik hören, Fussball spielen oder mit den Jugendarbeitern reden können.

Einer ist immer beim Bauwagen

Gerade hätten sie mit Christoph Rohrer, einem der drei Jugendarbeiter, über Tattoos gefachsimpelt, sagt Damiano. Nach den Sommerferien, sagt er, wolle er sich vielleicht ein Tattoo stechen lassen. Dann wird er auch seine Lehre als Heizungsinstallateur beginnen. Noch aber hat er Zeit und trifft Kollegen in Aarau, –seit Anfang Sommer beim Bauwagen «Qube».

Man kann hier zwar über Tattoos reden, aber nicht nur. Das Spektrum ist weit. Thematisiert werden allgemein jugendspezifische Anliegen: Von Sucht und Drogen über Sexualität bis hin zu Religion und Migration. Dazu liegen Informationsblätter auf und darüber kann man auch mit den Jugendarbeitern Anita Huber, Ramona Härri und Christoph Rohrer diskutieren. Einer von ihnen ist immer beim Bauwagen.

Wenn Damiano und Pedro im Moment die einzigen Jugendlichen beim Bauwagen sind, so führen die beiden das auf die Sommerferien zurück. Ramona Härri und Anita Huber hingegen sagen: «Das Projekt befindet sich immer noch in der Startphase.» Der Bauwagen «Qube» dient seit Anfang Juni als niederschwellige Anlaufstelle für Jugendliche und Erwachsene. Gemäss Ausschreibung kann man hier seine Freizeit verbringen, «chillen», mit Freunden «quatschen» oder «töggelen».

«Erwünscht sind sowohl das Mitgestalten des Wagens, als auch das Einbringen von Ideen», sagt Anita Huber. «Wir bieten lediglich ein Grundangebot an.» Die Jugendarbeiterin betont, dass auch Regeln wie Rauch- oder Alkoholverbot eingehalten werden müssen. Geduldet würden weder rassistische noch sexistische Aussagen, der respektvolle Umgang untereinander sei Bedingung. «Bisher mussten wir aber kaum intervenieren», sagt Huber.

Ein besonders guter Abend, so die Jugendarbeiterinnen, sei der Maienzugvorabend gewesen. An diesem Abend seien sie mit vielen Jugendlichen und auch mit Eltern ins Gespräch gekommen.

Bauwagen «Qube» (neben dem Summertime in Aarau) für 12- bis 24-Jährige; geöffnet vom 7. Juli bis am 12. August, jeweils Mittwoch von 14 bis 18 Uhr, Freitag von 18 bis 22 Uhr. Mehr unter: www.jugendkoordination-aarau.ch.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1