Im Park des Kantonsspitals schmiegen sich rosafarbene Rosensträucher aneinander. Tagetes blühen in Reih und Glied, Buchsbäumchen sind zu einem akkuraten Labyrinth geschnitten.

Da hüpfen die wilden Kräuter und Blumen gehörig aus der Reihe, und das knallgrüne Vogelnest ist ebenfalls ein Hingucker. Das soll es auch sein: Mit der Ausstellung «Naturmodule» machen Jardin Suisse, der Unternehmerverband der Gärtner Schweiz, und die Abteilung Landschaft und Gewässers des Kantons Aargau auf natürliche Lebensräume mitten im Siedlungsraum aufmerksam. «Durch die Zersiedelung geht die Artenvielfalt der Natur verloren», sagte Norbert Kräuchi von der Abteilung Landschaft und Gewässer am Donnerstagnachmittag an der Ausstellungseröffnung. In Gärten, die immergrün blühen oder in einer Landschaft gebrochenen Granits könnten sich Tiere und Pflanzen kaum entwickeln.

Ein natürlich gestalteter Garten brauche nicht viel mehr Pflege als ein konventioneller, fand Manuel Eichenberger, Verbandspräsident von Jardin Suisse. «Doch leistet man damit einen Beitrag an die Natur.» Er wies auf die sieben Naturmoduls, die den Spitalpark schmücken. Mit wenig Aufwand könne ein solches Modul in den eigenen Garten oder auf dem Balkon integriert werden, ohne die vorhandenen Strukturen zu beeinträchtigen, sagte Eichenberger.

Zum Beispiel das Wildbienenhotel: Die Nisthilfe aus Hölzern bietet 600 verschiedenen Wildbienen Platz. Wichtig sei, dass sich die Insekten vernetzen können und bei ihrer Fortbewegung nicht durch feste Hindernisse wie Mauern oder Zäune behindert werden, war an der Führung zu hören. So biete ein Asthaufen Igeln und anderen wild lebenden Tieren Unterschlupf.

Kurt Gerhard, Leiter des Arealunterhalts, räumte abgestorbene Stämme oder Äste im Normalfall schnell einmal aus dem Spitalpark weg. Doch bei der Ausstellung «Naturmodule» spielen solche tote Hölzer eine wichtige Rolle: «Sie sind ein gestalterisches Element, danebst bevölkern jene Tierarten das Innere der vermoderten Stämme.»

Ein bunter Tupfer setzt das Schmetterlingsbeet in die Ausstellung: Astern, Wundklee und Thymian sind für sie ein wahrer Leckerbissen. Manuel Eichenberger wünscht sich ein Bild wie vor 60 Jahren zurück: Damals flatterten 100 mal mehr Schmetterlinge durch die Natur als heute. «Mit einem kleinen natürlichen Garten kann man viel bewegen, das zu einem Ganzen führt.»

Im Aargau sollen in nächster Zeit weitere Ausstellungen mit Naturmoduls entstehen.