Däniken
Im Niederamt entsteht ein neues exotisches Gebetshaus: ein Sikh-Tempel

In Gretzenbach steht bereits ein buddhistisches Zentrum. Nun bekommt die Nachbargemeinde Däniken einen neuen Tempel für die Sikh-Gemeinde. Zum Spatenstich kamen die Gläubigen von weit her.

Beat Wyttenbach
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Architekten, Bauherren, Bauleiter sowie die Angehörigen der Sikh-Gemeinde haben sich zum Spatenstich versammelt. Bruno Kissling

Architekten, Bauherren, Bauleiter sowie die Angehörigen der Sikh-Gemeinde haben sich zum Spatenstich versammelt. Bruno Kissling

Bruno Kissling

Sie kamen letzte Woche aus der ganzen Schweiz nach Däniken: Gläubige der Sikh-Gemeinde. Die Mitgliederwohnen meist nicht hier, doch sie treffen sich schon lange in Däniken. Allerdings musste sich die Gemeinde bisher mit einer alten, umgebauten Lagerhalle als Gebetshaus begnügen.

Zentrale Lage in der Schweiz

Nun gab es etwas zu feiern: Der Spatenstich zu einem eigenen Tempel. Mit Gebetszeremonien und Apéro – es gab kulinarische Spezialitäten aus Nordindien und süssen Tee – hatten sich die Gläubigen vorbereitet. Der Gurdwara Sahib-Tempel soll dieses Jahr gebaut werden. Das Land gehört der Sikh-Gemeinde, ein Teil der alten Lagerhalle wurde bereits abgerissen, der andere bleibt bestehen.

In Gretzenbach gibt es ein buddhistisches Zentrum. Weshalb es gerade im Niederamt Gebetshäuser für zwei spezielle Glaubensrichtungen gibt, ist nicht eindeutig klar – der relativ günstige Bodenpreis und die zentrale Lage könnten Gründe sein. Laut dem Däniker Bauverwalter Matthias Meier wohnen die Gläubigen selbst nur selten in Däniken.

Geplant hat der Tempel ein Architekt aus dem Dorf: Ernst Grünig. Die Grundfläche des Tempels ist prismenförmig und 1637 Quadratmeter gross, mit einer Länge von 31 Metern, einer durchschnittlichen Breite von 15 Metern und einer maximalen Höhe von 14 Metern.

Mit Priesterraum und Spielzimmer

Der Neubau dient der Gemeinde als Versammlungs- und Schulungsort. Angrenzend ist das Foyer, wo die Eingänge zu den Treppenhäusern, den sanitären Anlagen und zum Speisesaal («Langar»-Raum) zu stehen kommen. Anschliessend an den «Langar»-Raum befindet sich die Küche. Im Untergeschoss gibt es ein Priesterzimmer, ein Spielzimmer für die Kinder, Lager- und Technikräume. Im Obergeschoss wird sich der eigentliche Gebetsraum, der «Dharbar Sahib», befinden.

Prister wohnen vor Ort

Jeden Sonntag findet ein Gottesdienst mit anschliessendem gemeinsamem Mahl statt und an besonderen Feiertagen grössere Feste. Einige Feierlichkeiten finden im Aussenbereich statt, hierfür dient der mit Mauern umrandete Vorhof. Die Priester der Anlage wohnen im Untergeschoss. Die Anlage ist für zirka 200 Personen an Feiertagen ausgelegt; im Normalfall wird mit zirka 50 Personen gerechnet. Laut Bajwa A. Singh, Mitglied der Baukommission der Sikh-Gemeinde, sind für die Anlage rund 2,3 Mio. Franken veranschlagt. «Wir hoffen, mit dem Bau im Oktober oder November fertig zu sein», so Singh. Der Neubau soll übrigens den aktuellen energetischen Richtlinien entsprechen und im Minergie-Standard erstellt werden. Geheizt werden soll mit Erdsonden und Wärmepumpen.

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