Wer am Freitag im grössten Gastrobetrieb der Stadt war, hätte nicht geglaubt, dass das Restaurant am Montagmorgen um 6.30 Uhr seinen Betrieb wieder aufnehmen kann. Überall wurde noch montiert, installiert, geputzt. In den letzten beiden Wochen erhielt der «Schützen» einen baulichen Kick: «Was den Betrieb anbetrifft, den grössten der letzten fünf Jahre», erklärt Manuela Schmid. «Die Gäste dürften die Renovation des eigentlichen Restaurantbereichs vor zwei Jahren und der Terrasse vor einem Jahr stärker bemerkt haben.» Ursprünglich war nur die Sanierung des Küchenbodens geplant – ohne Bauferien. Letzteres erwies sich aber als nicht durchführbar. Der unabdingbare Betriebsunterbruch schuf zusätzlichen Handlungsspielraum. «Wir konnten alles hinterfragen und die Sachen, die nötig waren, ausführen lassen. Das war ein Riesenvorteil», erklärt Peter Schneider.

Geschäft läuft gut

Die Geschwister haben den Betrieb am 1. Januar 2014 von ihren Eltern Ruth (64) und Hans «Hausi» Schneider (63) übernommen. Also vor fast fünf Jahren. Der Generationenwechsel klappte perfekt. Der Umsatz des Unternehmens steigt kontinuierlich. Sie seien mit dem Geschäftsverlauf sehr zufrieden, erklärt Peter Schneider. Das erlaubt immer wieder Modernisierungen. «Und wir werden weiter investieren, damit wir auf dem aktuellen Stand bleiben», sagt Peter Schneider. Seine Schwester Manuela Schmid betont: «Unser Ziel ist es, die Investitionen immer selber finanzieren zu können, also nicht auf Bankkredite angewiesen zu sein.»

Der Saal wurde geliftet

Jetzt wurde der schadhafte Küchenboden ersetzt. «Wir haben drei übereinanderliegende Böden aus drei Generationen herausgerissen», erklärt Schneider. Dabei gab es eine Überraschung. Der unterste Boden war feucht. Schliesslich mussten 11 000 Kilo Material entfernt werden – drei Mal mehr als vorgesehen. Dann kam ein neuer Gussboden hinein. Gleichzeitig wurden die Küchengeräte überholt und wo nötig ersetzt.

Zudem erhielt der Saal einen moderneren Touch. Die orangen und grünen Vorhänge sind ebenso weg wie das Holz an der Decke. Zudem wurden im ganzen Gastrobereich (ausser im Restaurant) neue Teppiche verlegt. Und ein Schaden am Flachdach war auch zu beheben.

Der «Schützen» ist bekannt dafür, dass er eigentlich immer geöffnet ist. Wie war der erstmalige Betriebsunterbruch seit 25 Jahren organisatorisch zu bewältigen? Die Gäste wurden in das ebenfalls zum Unternehmen gehörende Restaurant Gehren in Erlinsbach AG umgeleitet. Dieses hatte während der Sommerferien ausnahmsweise täglich offen und ist in jüngster Zeit auf Vordermann gebracht worden.

120 Fest- und Teilzeitangestellte

Das Personal wurde teilweise in die Ferien geschickt. Ein Teil konnte aber auch beim gleichzeitig stattfindenden Umzug des Aussenlagers Catering eingesetzt werden. Der «Schützen» beschäftigt insgesamt etwa 120 Personen. Davon sind 85 Festangestellte (100 %-Pensen). Heute beginnen vier neue Lehrlinge. Eine Lehrstelle als Restaurationsangestellter blieb bislang unbesetzt.

Die Wiederinbetriebnahme startete am Freitag mit einem kleinen Betriebsfest, einer Grillparty. Bereits gestern Sonntag mussten die Köche ran und den ganzen Tag Speisen vorbereiten.

Die nächsten Projekte? Als Erstes gibt es in wenigen Wochen zwei Parkplätze mit Stromanschlüssen für Elektrofahrzeuge (in Zusammenarbeit mit der Eniwa). Und mittelfristig denken die «Schützen»-Besitzer über eine Fassadenrenovation nach.