Das Budget 2016, über das die Winter-Gmeind am 27. November zu befinden hat, rechnet bei einem gesamten Umsatz von 13,6 Millionen Franken mit einem operativen Verlust von 224 900 Franken. Aufwand und Ertrag weichen nicht wesentlich von jenen für das laufende Jahr ab, mit Ausnahme der gesetzlich gebundenen Transferzahlungen an den Kanton oder private Haushaltungen. Hier beträgt die Zunahme für das nächste Jahr 564 600 Franken oder satte 6,54 Prozent. «Diese Kostensteigerung frisst zum grössten Teil den höheren Ertrag des Steuereingangs umgehend wieder auf und lässt wenig Handlungsspielraum», bedauert man in einer Mitteilung aus dem Gemeindehaus.

Gemeindepräsident Markus Lüthy will allerdings «nicht jammern»,
denn Erlinsbach profitiere von seiner bevorzugten Lage am Jurasüdfuss, von der Nähe zu Aarau und guten Verkehrsanbindungen. Das Steuersubstrat liege «ungefähr im kantonalen Durchschnitt». Der Gemeinderat setze finanzpolitisch generell auf
Konstanz und trenne im Voranschlag strikt «zwischen Wünschbarem
und Notwendigem». Der sorgsame Umgang mit öffentlichen Geldern werde, so Lüthy, «von einer Mehrheit der Bürgerschaft geschätzt».

Zusätzlich habe Erlinsbach im Gegensatz zu anderen Nachbargemeinden im Bezirk den Vorteil, «die infrastrukturellen Hausaufgaben zum grossen Teil bereits gemacht zu haben». So investierte man etwa in die Kretzhalle, in das Kultur- und Begegnungszentrum Wygärtli, in das neue Gemeindehaus oder in Schulbauten. Allerdings mit der Folge, dass Erlinsbach mit langfristigen Schulden in der Höhe von 13,5 Millionen Franken eher an der oberen Grenze liegt.

Im nächsten Jahr plant die Gemeinde diesseits des Erzbaches Investitionen von einer knappen Million Franken, inklusive jener der Eigenwirtschaftsbetriebe Wasser und Abwasser. Begünstigt sind primär der Strassenbau und die Feuerwehr mit dem Ersatz des Pionierfahrzeugs.

Die budgetierten Abschreibungen (ohne Eigenwirtschaftsbetriebe) betragen 1,15 Millionen Franken. Synergien erhofft man sich mit der beantragten Zusammenlegung der Werkhöfe der zwei Gemeinden am Erzbach. Geht es nach dem Willen der beiden Gemeinderäte im aargauischen und solothurnischen Erlinsbach, erhält das Tal ab dem nächsten Schuljahr neu Tagesstrukturen für den Kindergarten und die Primarschule, was die Attraktivität des Standortes zusätzlich steigern dürfte.