Aarau

Im Bandworkshop lernen Mädchen sich zu behaupten

Die Mädchen bereiten sich mit der Songwriterin (M.) und der Theaterpädagogin (l.) auf den Auftritt vor.  wym

Die Mädchen bereiten sich mit der Songwriterin (M.) und der Theaterpädagogin (l.) auf den Auftritt vor. wym

Erstmals findet in Aarau ein Bandworkshop für Mädchen statt, der vom Verein «Helvetia rockt» und dem Bundesamt für Sozialversicherungen unterstützt wird. Im Kurs die Mädchen ihre Hemmungen ablegen und sich an ein lautes Instrument wagen.

«Am Freitag einen guten Auftritt zu haben», sagt eine Fünfzehnjährige, «das ist mein Ziel in diesem Workshop.» Sie und ihre Freundin spielen bereits in einer Band. Daher hat sie gleich beide für den Workshop angemeldet. Doch sie vergass, die Freundin zu fragen. Am Morgen kurz vor dem Start sagte sie es ihr. Die Freundin nimmt auch so gerne am Workshop teil.

Nachwuchs mit Workshop fördern

Zum ersten Mal finden in diesem Herbst in Aarau, Chur und Bellinzona vom Verein «Helvetia rockt» und dem Bundesamt für Sozialversicherungen unterstützte Bandworkshops für Mädchen statt. Im Sinne von Nachwuchsförderung entwickelten die Projektleiterinnen Vida Altorfer und Cornelia Egger ein Konzept für den einwöchigen Workshop. In Aarau bringt die Singer/Songwriterin Pamela Méndez ihr musikalisches Können ein, eine Theaterpädagogin verfeinert mit den Mädchen ihr Körpergefühl und stärkt sie in ihrem Auftreten. Vorerst nehmen nur fünf Mädchen teil, das Angebot muss sich wohl noch herumsprechen. In den anderen Städten haben sich mehr Mädchen angemeldet.

Viel von sich preisgeben

Im Kurs sollen die Mädchen laut den beiden Projektleiterinnen vor allem ihre Hemmungen verlieren und sich an ein lautes Instrument wagen. Das Schlagzeug und Perkussionsinstrumente stehen bereit. Zusammen zu musizieren, verstärke die sozialen Fähigkeiten. Musik unterstütze die Mädchen beispielsweise in Fragen: Wie kann ich mich ausdrücken, wie etwas Eigenes erfinden? «Attraktive Vorbilder von Instrumentalistinnen fehlen den Mädchen», so die Leiterinnen; Frauen seien vorwiegend als Sängerinnen in Bands vertreten. Die Bandräume mit ihrem stickigen, dunklen Image würden laut Egger und Altorfer wenig dazu beitragen, Mädchen in Bands zu locken.

«Wer singt und musiziert, gibt viel von sich preis», sagen die Leiterinnen. Den Mädchen fehle es oft an Selbstbewusstsein, um sich auf die Bühne zu wagen. Draussen scheint die Sonne, im dunklen Raum bewegen sich die Teilnehmerinnen im Rhythmus der Gitarre. Dazu singt Méndez, ab und zu dringt die Stimme eines Mädchens durch.

Am kommenden Donnerstag um 21 Uhr werden die Mädchen im Konzertsaal des Jugendkulturhauses Flösserplatz die Bühne erobern und die im Workshop erarbeiteten Songs präsentieren. Wer möchte, wird dabei von der Singer/Songwriterin Pamela unterstützt. Anschliessend gibt Pamela Méndez im Duo mit ihrem Drummer ein Konzert.

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