Gretzenbach/Schönenwerd
Im Bally-Park werden diese Woche 20 kranke Bäume gefällt

Nun ist bestimmt, welche Bäume im Bally-Park gefällt werden. Von den ursprünglich 54 «Kandidaten» sind nach Protesten aus der Bevölkerung noch 20 übrig geblieben. Betroffen sind in erster Linie Gebiete des Parks, die häufig aufgesucht werden.

Beat Wyttenbach
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Es betrifft dies zwölf Rotbuchen, vier Eschen sowie eine Eiche, eine Rottanne, eine Weissbuche und einen Bergahorn.

Mit den Rodungsarbeiten soll heute Dienstag begonnen werden, erklärt Ulrich Glättli, und diese sollen «zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen». Bei etlichen weiteren Bäumen würden zudem Kronenverankerungen vorgenommen. Glättli ist Präsident der Betriebskommission der Einfachen Gesellschaft Bally-Park.

In Zusammenarbeit mit der Sana Baumpflege AG, Meisterschwanden, sowie der Kantonalen Denkmalpflege war im Juni vergangenen Jahres seitens der Betriebskommission der Einfachen Gesellschaft Bally-Park ein Bauminventar erstellt worden. Der daraus resultierende Bericht ergab, dass «der Grossteil der Bäume in einem eher ungepflegten Zustand ist». Konkret wiesen die Bestände viel Totholz auf, und speziell bei den Buchen seien die Kronen «eher verlichtet und degenerativ», erklärt Glättli. Zudem seien Rot-, Farn- und Blutbuchen teils von Brandkrustenpilzen und Rindennekrose befallen.

Bei etlichen Fichten sei die Grundsicherheit – also die Verwurzelung – nicht mehr gewährleistet, und viele seien vom Buchdrucker, einer Borkenkäferart, befallen. Alle Eschen litten unter dem so genannten «Eschentriebsterben», einer Pilzart. Und die beiden Hängebuchen neben der Grotte bedürfen der Pflege.

Diese Woche wird gefällt

Das zugrunde liegende Inventar, so Glättli, entspreche einem alten Anliegen der Denkmalpflege. Nun, nach Vorliegen der Analyse, habe man in Absprache mit dem Amt für Denkmalpflege vergangene Woche einen Augenschein vorgenommen und jene Bäume bestimmt, welche gefällt werden müssen.

Das Wäldchen hinter der Grotte und den Pfahlbauten wird gerodet.

Das Wäldchen hinter der Grotte und den Pfahlbauten wird gerodet.

BW

Die Arbeiten würden diese Woche ausgeführt, weil die äusseren Bedingungen ideal seien: Es herrschten kalte Temperaturen, und die schweren Maschinen könnten, ohne grossen Schaden anzurichten, über den Untergrund fahren, welcher derzeit mindestens 15 Zentimeter Frost aufweise. Die Wege sollten möglichst nicht befahren werden, da sie in den vergangenen Jahren aufwändig renoviert wurden. Sie waren beim Hochwasser vom August 2007 stark in Mitleidenschaft, respektive weitgehend zerstört worden.

«Hot-Spot» im Gretzenbacher Teil

Ausgeführt werden die Arbeiten durch das Forstwirtschaftsunternehmen Franz Eng und Sohn, Niedergösgen. Begleitet werden sie durch die Oltech GmbH, Olten, sowie durch Markus Fierz von der Raderschall Landschaftsarchitekten AG, Meilen.

Die «Hot-Spots» befinden sich hauptsächlich auf der Gretzenbacher Seite des Parks. Die Baumgruppe bei der Biegung des Industriekanals gleich beim Eingang muss ausgelichtet werden, und das Wäldchen gleich hinter der Grotte sowie auf dem Inselchen neben den Pfahlbauten wird einem Räumungsschlag unterzogen. Betroffen sind ferner weitere einzelne Bäume beim Tennisplatz und am Bahnweg. «Die Aktion wird das Erscheinungsbild des Parks verändern, aber der Wald lebt, das ist normal», kommentiert der Betriebskommissionspräsident die Aktion. Betroffen seien nämlich zur Hauptsache neuralgische, häufig begangene Gebiete des Parks. «Die Massnahmen dienen somit in erster Linie der Sicherheit», so Glättli.

Die gefällten Bäume würden von der Bürgergemeinde Gretzenbach übernommen und in der Holzschnitzelheizung im Dorf verwertet. Die ganze Aktion dürfte sich, laut Glättli, «rund 15000 Franken kosten». Diese würden von der Denkmalpflege und von der Eigentümerin des Parks, der Einfachen Gesellschaft Bally-Park, übernommen. Konkrete Pläne zur vorgeschriebenen Neubepflanzung gäbe es derzeit noch nicht.