Illegale Kundgebung
Die Stadt Aarau will Coronademonstranten anzeigen

Die Kantonspolizei habe am Samstag massvoll gehandelt, findet Aaraus Stadtpräsident. Dennoch will er gegen die Organisatoren der Demonstration vorgehen. Ein SVP-Einwohnerrat zeigt sich enttäuscht.

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Rund 1500 Personen zogen am Samstag an einer unbewilligten Demonstration durch Aarau.

Rund 1500 Personen zogen am Samstag an einer unbewilligten Demonstration durch Aarau.

Raphael Huenerfauth

Die Organisatoren der nicht bewilligten Kundgebung gegen die Corona-Massnahmen müssen mit Konsequenzen rechnen: Wie Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker an der Einwohnerratssitzung bekannt gab, sei die Polizei daran, Bildmaterial der Demo auszuwerten. Er stellte seitens des Stadtrats klar:

«Wir werden Strafanzeige einreichen.»
Will gegen die Demonstranten vorgehen: Stadpräsident Hilfiker.

Will gegen die Demonstranten vorgehen: Stadpräsident Hilfiker.

Chris Iseli

Am Samstag habe es bereits einzelne Verzeigungen und Festnahmen gegeben. Schon die Einfahrtskontrollen in die Stadt hätten zu «mehreren hundert Wegweisungen» geführt. Von den ursprünglich angekündigten bis zu 8000 Demonstranten erschienen etwas über 1500. «Im Grossen und Ganzen war ein friedlicher Ablauf der Kundgebung möglich», was auch auf die Massnahmen und den massvollen Kräfteeinsatz der Kantonspolizei zurückzuführen sei, so Hilfiker. Ansammlungen auf den städtischen Plätzen hätten verhindert werden können.

SVP-Einwohnerrat spricht von «spürbarer Gewaltbereitschaft»

Einwohnerrat und ehemaliger Chef der Kriminalpolizei Urs Winzenried (SVP) gab sich enttäuscht von der ersten Reaktion des Stadtrats. «Ich hätte erwartet, dass er die Kundgebung mit aller Härte verurteilt», sagte er. «Es kam zu Pöbeleien und Verkehrsbehinderungen, Demonstranten husteten Mitbürgern ins Gesicht, rissen ihnen die Maske weg. Es war spürbare Gewaltbereitschaft vorhanden. Ein Polizist wurde verletzt.»

Urs Winzenried.

Urs Winzenried.

Michael Wuertenberg

Er selbst sei beim Schwimmbad angerempelt worden, weil er eine Maske trug. «Und dies im Namen der ‹Freiheit› – während die Freiheit der Mitbürger, die sich an die Regeln halten, am Samstag ausser Kraft gesetzt wurde.» (uhg)