Über 500 Mitarbeitende, 265 LKW und 600 Wechselbrücken: Die in Suhr beheimatete Firma Dreier AG ist in der Transport- und Logistikbranche eine grosse Nummer. Sie fährt etwa für die Post. Und sie hat ganz grosse Pläne: Das Familienunternehmen will seine drei Logistikcenter in Suhr, Hunzenschwil und Aarau konzentrieren – in Egerkingen SO. Der Solothurner Regierungsrat hat den Gestaltungsplan «Dreier Industriestrasse» im September genehmigt. In Egerkingen wartet man auf das Baugesuch für das Projekt, dessen Volumen auch schon mit rund 40 Millionen Franken beziffert worden ist.

Eben noch Astag-Testimonial

CEO des Familienunternehmens ist Hans-Peter Dreier (59). Er hatte in der Branche einen guten Ruf. Noch vor einem Monat trat er in Bern an einer Medienveranstaltung des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbandes Astag auf. Es ging um das Jubiläum 25 Jahre Verlagerungspolitik (Strassentransport auf die Schiene). Hans-Peter Dreier konnte an der Seite von Nationalrat und Astag-Zentralpräsident Adrian Amstutz sein Engagement im Kombinierten Verkehr auf Strasse und Schiene vorstellen.

Seither ist einiges passiert, und Dreier wird neuerdings in der Branche sowohl seitens der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer stark kritisiert. Sein Fall hat es am Samstag gar an die Spitze des «Schweiz»-Bundes der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ) geschafft: «Die Eidgenössische Zollverwaltung (EVZ) meldete, ein mittelgrosses Schweizer Transportunternehmen habe zwischen 2014 und 2017 illegal mit ausländischen Firmen kooperiert. Nun fordert die EVZ eine Nachzahlung von 218'000 Franken. Ausserdem droht der Firma eine hohe Busse.» Es geht um Kabotage, Transporte mit Start und Ziel in der Schweiz durch ausländische Firmen.

Enthüllt hatte Dreiers Problem letzte Woche Tele M1. Bereits in der Sendung vom Mittwoch hatte sich Astag-Direktor Reto Jaussi von den Machenschaften distanziert: Im Bereich des Kabotageverbots gebe es für die Astag «eine Nulltoleranz». In der «NZZ» muss sich Dreier auch Kritik vom Generalsekretär der Chauffeure-Vereinigung Les Routiers Suisses, David Piras, gefallen lassen: «Eigentlich wundert es mich, dass die Zollverwaltung nicht schon früher einen solchen Fang gemacht hat.» Dreier will sich äussern, sobald das Verfahren abgeschlossen ist.

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Strafuntersuchung gegen Aargauer Transportunternehmen Dreier

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