Auenstein

«IG Gisliflue» kämpft gegen Steinbruch für Jura Cement

Gründungsakt im Schützenhaus: klares Bekenntnis zur Bewahrung der Gisliflue, eines markanten Teils des Kettenjuras.  Toni Widmer

Gründungsakt im Schützenhaus: klares Bekenntnis zur Bewahrung der Gisliflue, eines markanten Teils des Kettenjuras. Toni Widmer

Gegen einen möglichen Steinbruch für die Jura Cement in der Gisliflue formiert sich immer mehr Widerstand. Die neu gegründete «IG Gisiflue» zum Schutz des Auensteiner Hausberges zählt bereits 90 Mitglieder.

In der offiziellen Sprachregelung des Kantons ist vom Gebiet «Bäumer» die Rede, wenn es um den vierten möglichen Standort für einen neuen Steinbruch geht, welcher der Jura Cement längerfristig genügend Rohstoff für die Zementfabrikation liefern soll.

Das Gebiet «Bäumer» allerdings gehört zur Gisliflue, einem markanten Teil der Jurakette. Die Gisliflue war Bestandteil der Vorevaluation für einen neuen Jura-Cement-Steinbruch, flog dann aber ausser Rang und Traktanden. Ein Abbau in einer landschaftlich so exponierten und als Naherholungsgebiet derart wichtigen Gegend komme nicht infrage, hatte das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) noch vor wenigen Jahren argumentiert.

«Jetzt», so vermutet die Opposition in Auenstein, «will man aus unerfindlichen Gründen zumindest einen Teil dieser Gisliflue doch als Abbaugebiet in Betracht ziehen und verdeckt diese Absicht mit der Bezeichnung ‹Bäumer›. Man merkt die Absicht, ist verstimmt und beginnt sich zu wehren», sagte sich eine Gruppe engagierter Auensteiner, als sie im Frühling dieses Jahres erstmals von den Plänen erfuhr.

Bewahrung der Gisliflue

Vorerst versuchte die Gruppe, die vom BVU aus unerfindlichen Gründen in einer Hau-Ruck-Aktion angestrengte Vororientierung im Richtplan zu verhindern. Das ist ebenso gescheitert wie der Versuch von EVP-Grossrat Sämi Richner, das Versteckspiel zu beenden und die Bezeichnung «Bäumer» in «Gisliflue Ost» umzutaufen. Der Grossrat hat dem Begehren des BVU an seiner Sitzung vom Dienstag klar entsprochen.

Jetzt geht es richtig los

Damit ist die Geschichte noch lange nicht gegessen. Mit der Opposition in Auenstein geht es jetzt erst richtig los. Gegen 70 Personen haben sich kürzlich im Schützenhaus zur Gründungsversammlung der «IG Gisliflue» eingefunden. 64 davon haben sich am Gründungstag als Mitglieder der neuen Organisation eingeschrieben, nur wenige waren Gäste. Insgesamt zählte die Interessengemeinschaft zum Schutz des Auensteiner Hausberges und beliebten Aargauer Schulreiseziels am Gründungstag bereits 90 Mitglieder.

Zweifellos werden es bald noch mehr werden. Auf die Fahne geschrieben hat sich die IG die «Bewahrung der heutigen, natürlichen Form der Gisliflue als markanter Teil des Kettenjuras». Details zu den Zielen sind auf der Website www.gisliflue.ch zu erfahren. Präsidiert wird die IG von Heinz Alber, als Vizepräsidenten amtet Hanspeter Brugger und Hans Hochstrasser. Weiter im Vorstand sind Ernst Joho, Hans Joho, Werner Fricker und Kurt Ott.

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