Aarau
IG Brügglifeld macht mobil gegen Keba-Sanierung

Nach der Nein-Parole der Grünliberalen Aarau und «Richtigstellungen» der Keba-Geschäftsleitung ist der Abstimmungskampf jetzt voll lanciert. Die «Interessengemeinschaft Brügglifeld» meldet sich mit dem Slogan «Keba – so nicht!» im Internet zu Wort.

Thomas Röthlin
Merken
Drucken
Teilen

Ahnte die SVP Aarau etwas, als sie vor Wochenfrist vorsorglich ein Pro-Communiqué zur Keba-Sanierung verschickte? Die Partei hofft, dass die Aarauer nächsten Sonntag an der Urne einen Kredit bewilligen, mit dem die Hälfte der 17 Mio. Franken teuren Totalerneuerung der Kunsteisbahn bezahlt wäre. Die SVP fands mangels Gegenstimmen verdächtig ruhig.

Nach der Nein-Parole der Grünliberalen Aarau und «Richtigstellungen» der KebaGeschäftsleitung (az Aarauer Zeitung vom 7.Mai) ist der Abstimmungskampf jetzt voll lanciert. Die «Interessengemeinschaft Brügglifeld» meldet sich mit dem Slogan «Keba – so nicht!» im Internet zu Wort.

«Ein Terror für die Anwohner»

Die IG Brügglifeld widerspricht manchem, was in der Abstimmungsbotschaft steht: «Die Lärmimmissionen für das benachbarte Wohnquartier werden entscheidend vermindert.» Oder: «In den Zwischenmonaten (1.April bis 14. August, Anm. d. Red.) sind keine verkehrsintensiven Grossanlässe vorgesehen.» – Kühlturm, Eismaschine und Rasenpflege seien seit Jahren «ein Terror für die Anwohner», heisst es dagegen auf der Website keba-so-nicht.ch. Und die neue Anlage liege nur knapp unter dem Lärmgrenzwert.

Zudem: «Die geplante Attraktivitätssteigerung wird unweigerlich zu einer zusätzlichen Verkehrsbelastung führen.» Oder: Das vorgesehene Restaurant sei eine «weitere Stresssituation» für die Anwohner. Und: «Niemand will uns Auskunft geben, warum die neuen Anlagen für den FC Aarau fünf 18 Meter hohe Beleuchtungsmasten benötigen!»

Fussball profitiert «zur Hälfte»

Überhaupt profitiere der Fussballklub «zur Hälfte» vom Keba-Projekt. Ernst Maurer von der IG Brügglifeld: «Im Sommer ist das so genannte Ausseneisfeld ein Fussballstadion mit Meisterschaftsspielen.» Und dass der Winter in Aarau schon am 15. August anfange, sei der beibehaltenen Kühltechnik mit giftigem Ammoniak zu verdanken.

Die IG fordert eine Minimalsanierung: «Die bestehende Anlage genügt auch in Zukunft.» Ansonsten werde man die Baubewilligung, welche die Standortgemeinde Suhr nach Einsprachen erst noch erteilen muss, «bis nach ‹Lausanne› weiterziehen». Gegen das Baugesuch waren Mitglieder der IG, hinter der «die meisten Anwohner im Brügglifeld» stünden.