Gränichen

«Ich war gerne für Gränichen und für euch da»

An seiner letzten Gmeind als Ammann wurde Rolf Arber (links) verabschiedet. Seinem Nachfolger Peter Stirnemann (Mitte) übergab er «Gränichens Schlüssel». Rechts der abtretende Gemeinderat Ruedi Gautschi, der  ebenfalls gewürdigt wurde.

An seiner letzten Gmeind als Ammann wurde Rolf Arber (links) verabschiedet. Seinem Nachfolger Peter Stirnemann (Mitte) übergab er «Gränichens Schlüssel». Rechts der abtretende Gemeinderat Ruedi Gautschi, der ebenfalls gewürdigt wurde.

Nach zwei Amtsperioden im Gemeinderat und sechs Jahren als Gemeindeammann tritt Rolf Arber zurück. An seiner letzten Gmeind erschienen 510 Stimmberechtigte – ein Rekordaufmarsch.

Kurz vor 23 Uhr waren alle Geschäfte der Gränicher Wintergmeind abgearbeitet, alle per Ende der laufenden Amtsperiode zurücktretenden Gemeinderäte, Schulpflege- und sonstigen Kommissionsmitglieder verabschiedet.

Zeit für Speis und Trank und festliche Untermalung des Moments durch die Musikgesellschaft Gränichen. Nicht nur das Traktandum «Tempo 30, Verpflichtungskredit» dürfte zum Grossaufmarsch in der Mehrzweckhalle beigetragen haben, sondern auch das Wissen darum, dass die Versammlung in der Verabschiedung von Gemeindeammann Rolf Arber, Gemeinderat Ruedi Gautschi und Schulpflegepräsidentin Regina Hellergipfeln und in eine spätabendliche Party münden würde. Regina Heller tritt im Gemeinderat die Nachfolge ihres Parteikollegen Gautschi (SVP) an.

Nie gesehener Aufmarsch

Erschienen waren 510 Stimmberechtigte. Das sind 10,2 Prozent der 4971 im Stimmregister eingetragenen Personen. An einen solchen Andrang zu einer Gemeindeversammlung konnte sich nach Angaben von Gemeindeschreiberin Andrea Geissmann keiner der Stimmenzähler erinnern, obschon einzelne von diesen ihr Amt seit rund 30 Jahren ausüben.

Rund 300 Stühle mussten zusätzlich herangekarrt werden. Stellenweise war es so eng, dass die Stimmenzähler der Verzweiflung nahe schienen. «Hier hinten», rief einer der Bedauernswerten, «kann man nicht zählen.» Gemeindeammann Rolf Arber erkannte von seiner Kanzel aus die Lösung des Problems: Vom Mittelgang her zählen, war einfacher als von der Seite her, wo die zusätzlichen Stühle den Durchgang erschwerten. «Nächstes Mal», so Arber, «platzieren wir einen Stimmenzähler auf der Sprossenwand ...»

«Gerne für Gränichen und euch da»

Allerdings wird Rolf Arber dannzumal nicht mehr auf der Kanzel stehen. Arber gehörte während zweier Amtsperioden dem Gemeinderat an, davon sechs Jahre als Gemeindeammann. Als er im Januar seinen altersbedingten Rücktritt ankündigte («Ende 2017 stehe ich im 69. Altersjahr.»), klang er nicht wie jemand, der froh ist, dass er sein Amt abgeben kann.

Er betonte vielmehr: «Ich habe diese Aufgabe für ‹mein› Dorf sehr gerne gemacht und würde das Amt, wenn ich jünger wäre, auch gerne weiterführen.» Das bestätigte er auch am Montagabend: «Ich war gerne für Gränichen und für euch da.»

Vizeammann Hanspeter Lüem, der Arber verabschiedete, sagte, dieser sei immer bemüht gewesen, «mit gesundem Menschenverstand zu führen und einfache Lösungen zu finden». Letzteres sei aber im heutigen Dschungel der unzähligen Bestimmungen, die es zu berücksichtigen gelte, nicht immer möglich gewesen.

Sowohl die Bevölkerung, als auch das Personal, so Lüem weiter, habe Rolf Arber geschätzt. Auch seine Wahlresultate bewiesen regelmässig, den Rückhalt, den der parteilose Unternehmensberater bei der Bevölkerung genoss. Projekte, die seine Ammannzeit prägten, waren etwa die Erschliessung des Gebiets Rütenen-Weierwand, der neue Werkhof Moortal und die Erschliessung Oberfeld mit dem Kreisel.

Künftig habe Rolf Arber mehr Zeit für seine Ferienwohnung und für die Jagd, konstatierte Hanspeter Lüem. Der Ammann selber nahm den während der Versammlung abgebrochenen Bügel seiner Brille als Zeichen dafür, dass es Zeit sei, zu gehen.

«Ich kann ja gar nicht mehr arbeiten.» Dem neuen Gemeinderat wünschte er eine gute und erfolgreiche Zeit. Seinem Nachfolger als Gemeindeammann, Peter Stirnemann, händigte er den (aus Zopfteig gefertigten) «Schlüssel von Gränichen» aus.

Budget unverändert genehmigt

An Rolf Arbers letzter Gmeind gingen alle Geschäfte durch, so auch der heftig umkämpfte Kredit für die Umsetzung von Tempo 30 flächendeckend und das Zonenfahrverbot in der Bleien (256 Ja gegen 221 Nein) sowie das Budget mit einer faktischen Steuererhöhung um 3 Prozent und einem negativen Gesamtergebnis von rund einer Viertelmillion Franken.

Beim Budget wurde ein Antrag von FDP-Präsident Ulrich Price, die geplante Lohnerhöhung für das Personal von 1,0 auf 0,5 Prozent zu senken, mit 389:49 Stimmen deutlich abgelehnt.

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