Wahlen

«Ich möchte etwas für die Zukunft machen» – Politik ist ihr Leben

Anna Wartmann (r.) und Suzanne Marclay-Merz, beide FDP, während einerStandaktion an der Igelweid in Aarau. urs helbling

Anna Wartmann (r.) und Suzanne Marclay-Merz, beide FDP, während einerStandaktion an der Igelweid in Aarau. urs helbling

Anna Wartmann (30) hat anderthalb Jahre für den heutigen Zürcher Ständerat Ruedi Noser gearbeitet.

Es ist ihr dritter Wahlkampf. Ob sie es dieses Mal schafft? Die Wahl der Aarauerin Anna Wartmann (30) würde jedenfalls einer gewissen Logik entsprechen. Sie hat in Genf internationale Politik studiert. Dann machte sie einen Doppelmaster in Birmingham (GB) und Lille (F). Dabei ging es um europäische Migrationspolitik.

Zurück in der Schweiz machte sie 2014 ein halbjähriges Praktikum bei den Freisinnigen: Sie war einerseits Generalsekretärin der Jungen FDP und andererseits half sie mit bei der Kampagne gegen die Einheitskasse. Danach war sie anderthalb Jahre lang Angestellte von Ruedi Noser. Sie half dem Zürcher Unternehmer bei seiner Arbeit als Nationalrat und vor allem in seinem Ständeratswahlkampf. Sie sagt: «Die anderthalb Jahre bei Ruedi Noser waren die beste Schule, die eine politisch interessierte Person durchlaufen kann.» Und: «In der Zeit mit Noser habe ich sehr viele Leute kennengelernt.» Kapital, von dem sie jetzt profitiert.

Stark in den sozialen Medien

Heute arbeitet Anna Wartmann bei der UBS in Zürich. Als Angestellte im Bereich «Public Affairs» beobachtet sie für die Bank, was in Bern läuft. Und gerne würde sie in Aarau dem Grossen Rat angehören. Darum geht sie auf die Strasse und sucht den Kontakt mit potenziellen Wählern, und ist in den sozialen Medien so aktiv wie sonst kaum eine andere Kandidatin. Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat: Warum investiert sie viel Zeit in all die Kanäle? «An klassischen Parteiveranstaltungen nehmen oft die gleichen Leute teil. Über die sozialen Medien erreiche ich ein viel breiteres Publikum», erklärt die Single-Frau, die in Hausen aufgewachsen ist und an der Neuen Kanti Aarau die Matur gemacht hat. Ist sie immer online? Nein, erklärt Anna Wartmann und spricht von einer ihrer grossen Leidenschaften, dem Wandern. «Dort brauche ich das Smartphone nur zum Kartenlesen.»

«Auf Bewährtem aufbauen»

Die Frau mit der Politik im Blut sagt: «Die Schweiz ist im Prinzip eine gut funktionierende Maschine. Aber das heisst nicht, dass es nicht Verbesserungsmöglichkeiten gibt.» Und: «Als Liberale möchte ich etwas für die Zukunft machen. Dabei will ich auf Bewährtem aufbauen.»

AZ Vimentis Wahlhilfe 2016

2009 hat sie es nicht in den Einwohnerrat Aarau geschafft. Erfolglos war auch ihre Nationalratskandidatur im Jahr 2015 auf der Liste der Jungfreisinnigen. Immerhin schaffte sie es damals auf den dritten Platz. Warum tut sie sich jetzt die Strapazen des Grossratswahlkampfes an? Warum kämpft sie, obwohl sie weiss, dass ihre Wahlchancen nicht allzu gross sind? «Man hat kein Recht, sich zu beschweren, wenn man nicht etwas gegen Missstände unternimmt», findet Anna Wartmann, deren Grossonkel Nationalrat war.

Für sie ist klar: «Man soll den Leuten Freiheiten lassen, damit sie sich entwickeln können. Damit sie ihre Ideen und Träume verwirklichen können. Aber es braucht natürlich ein Netz, das diejenigen auffängt, die durchfallen.»

Alle Grossratskandidaten des Bezirks Aarau 2016

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