Landfrauenküche
«Ich habe mir tatsächlich überlegt, meine eigene Sendung nicht zu schauen»

Am Freitagabend strahlt SRF die Folge von Christa Strub aus Attelwil aus. Vor ihrem Fernsehauftritt gibt sie zu: «Ich habe weiche Knie.»

Katja Schlegel
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Christa Strub möchte Freitagabend lieber nicht hinschauen.

Christa Strub möchte Freitagabend lieber nicht hinschauen.

Ueli Christoffel

Freitagabend würde sie sich am liebsten die Bettdecke über den Kopf ziehen. Aber das geht natürlich nicht. Freitag ist ihr grosser Abend, ihr Auftritt zur besten Sendezeit: der sechste Teil der Erfolgssendung «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche» wird ausgestrahlt, mit Christa Strub aus Attelwil in der Hauptrolle.

Am Abend flimmert über die Bildschirme, wofür ein Filmteam Anfang September eine Woche lang auf dem Hof gedreht – und die Familie Strub einen Monat lang geschuftet hat: Die Stube hat die Familie komplett umgestellt, aus dem chaotischen Zimmer wurde eine festliche Gaststube.

Dazu schleppten die Strubs das mächtige Sofa in den oberen Stock, Christa nähte neue Vorhänge, entwarf die Dekoration, möbelte den Esstisch von Michels Grossvater auf und strich sogar die Wände neu. Das Filmteam drehte den Umbau, die Arbeiten im Stall, den Ausflug auf die Alp, wo die Schafe den Sommer über weiden, den Familienalltag, die Interviews zur Liebesgeschichte von Michel und Christa.

Und dann natürlich das Hauptthema, das Kochen. Aufgenommen in einer Küche vom Format einer Telefonkabine. 16 Stunden Rohmaterial hat das Team zusammengeschnitten. Das Ergebnis kennt Christa Strub genauso wenig, wie der normale Fernsehzuschauer.

Ein Gipfeli fürs Lächeln

«Ich habe furchtbar weiche Knie», sagt Christa Strub. Nicht, weil sie Angst vor den Reaktionen hat, die könne sie gut nehmen. «Das Problem bin ich selbst; ich bin so furchtbar selbstkritisch. Ich finde es furchtbar, mich selbst im Fernsehen zu sehen.»

Apropos Rückmeldungen: Am Märt in Aarau, wo Christa Strub jeden Samstag mit ihrem Stand steht, sei die Sendung ein grosses Thema. Sie bekomme viele gute Rückmeldungen. «Die Stammkunden föppeln mich ausserdem, wenn ich in der letzten Sendung wieder etwas Komisches gesagt habe», sagt Strub.

Ihre Aussage in einer Sendung, das Fleisch sei etwas «gädrig» gewesen, sei am Stand bereits zum geflügelten Wort geworden; Christa solle ihnen dann nicht etwa «gädrigs Fleisch» verkaufen. Strub lacht. «Und eine Dame hat mir zur Aufmunterung ein Gipfeli gebracht und gesagt, ich solle doch beim nächsten Mal nicht mehr so finster in die Kamera schauen.»

Der Mann muss mit

Dass ihr der Auftritt bei der Erfolgssendung in Aarau mehr Kundschaft beschert hätte, davon merkt Strub nichts. Aber sie hofft, dass ihr ihre aktuelle Bekanntheit für den Stand am Markt in Schöftland morgen Samstag mehr Kundschaft bringt.

«Wir haben extra einen ‹Landfrauen-Burger› ins Sortiment aufgenommen, den wir morgen verkaufen.» Ihr Mann Michel wird sie morgen übrigens an beide Märkte begleiten. «Zur Sicherheit», sagt Christa Strub und lacht. «Ich brauche Rückendeckung.»

Ist es tatsächlich so schlimm mit der Aufregung? Christa Strub nickt. «Ich habe mir tatsächlich überlegt, die Sendung nicht zu schauen.» Aber sie werde es tun, ohne viel Brimborium daheim in der Stube, mit Mann und Kindern. «Und einem Glas Wein im Voraus, wegen der Nerven», sagt sie und lacht. «Oder zwei.»

SRF bi de Lüt – Landfrauenküche Freitagabend, 20.05 Uhr, auf SRF 1.

Finalsendung am 5. November

Fünf von sieben Folgen wurden bereits ausgestrahlt – das sagt Christa Strub über diese fünf Beiträge:

Theresia Hollenstein, Brülisau AI «Wenn ich an Theresia denke, kommt mir das Dessert in den Sinn: Dieses fantastische Gääse-Törtli war das beste Dessert.»
5 Bilder
Béatrice Meier, Lustdorf TG «Béa hat einen wunderschönen Hof. Für den Apéro hat sie alles mit kleinen Blumensträusschen dekoriert und uns einen wunderbaren Drink und ein feines Häppchen serviert.»
Sonja Schilt, Iseltwald BE «Sonja hat uns genau das serviert, was ich erwartet hatte. Sie ist sich und ihrem Edelweiss-Motto treu geblieben. Das hat mir gefallen.»
Rita Kaufmann, Kulmerau LU «Rita hat beim Kochen ein unglaublich hohes Niveau an den Tag gelegt. Ausserdem war die Anreise gäbig: Ich musste bloss auf die andere Talseite.»
Christa Krähenbühl, Oberhünigen BE «Bei Christa hat mir das Gesamtpaket sehr gut gefallen. Vor allem die Dekoration mit den vielen Blumen, den weissen Tischtüchern und den Menükarten hat mir Eindruck gemacht.»

Theresia Hollenstein, Brülisau AI «Wenn ich an Theresia denke, kommt mir das Dessert in den Sinn: Dieses fantastische Gääse-Törtli war das beste Dessert.»

Ueli Christoffel/SRF