Frau Balsiger, Sie haben das Open-Air-Kino Aarau gegründet. Wie feiern Sie den 20. Geburtstag?

Katherin Balsiger: Am ersten Abend wird es einen Apéro geben, gestiftet von den Hauptsponsoren, und während der gesamten Laufzeit der Veranstaltung wird den Besuchern ein Raclette-Buffet à discrétion zu unschlagbaren 20 Franken angeboten. Zudem wird es mindestens einmal pro Woche eine Überraschung für die Besucher geben.

Blicken wir 20 Jahre zurück. Wie kam es, dass Sie den Entschluss fassten, das Aarauer Open-Air-Kino zu gründen?

Das ist eine einfache Geschichte. Ich besuchte im Juni vor 20 Jahren das Open-Air-Kino in Luzern und dort habe ich mich sofort mit dem Virus infiziert. Daher bat ich die Veranstalter in Luzern um Hilfe und bereits zwei Monate später feierte das Open-Air-Kino Aarau seine Premiere.

Wie entwickelte sich der Event im Aarauer Schachen seit seiner Entstehung? Welche Veränderungen gab es?

Im ersten Jahr dauerte die Veranstaltung in Aarau nur zwei Wochen. Vom zweiten bis zum fünften Jahr organisierte ich mit weiteren Mitveranstaltern je zwei Wochen in Aarau, Zurzach, Lenzburg und Bremgarten. Dabei lernten wir die Vorzüge der gedeckten Tribüne der Aarauer Pferderennbahn schätzen. So entschieden wir uns, das Kinoerlebnis künftig nur noch in Aarau anzubieten, dafür während sechs Wochen. Zudem ist auch das Catering stark gewachsen. Am Anfang glich das Ganze eher einem Kioskbetrieb.

Sie zeigen jedes Jahr 40 verschiedene Filme. Hat sich die Auswahl der Filme über die Jahre verändert?

Früher zeigten wir viel mehr Klassiker und alte Filme und nur sehr wenige moderne Filme. Das lag vor allem daran, dass die gesamte Kinoszene vor 20 Jahren in der Krise steckte: Viele Kinos schlossen und die Filmindustrie wusste nicht, wie es weiter gehen sollte. Dem Open-Air-Kino Aarau wurden daher pro Jahr nur etwa drei bis vier neue Filme zur Verfügung gestellt.

Wenn ich richtig gerechnet habe, dürften Sie in den vergangenen 20 Jahren knapp 800 verschiedene Filme präsentiert haben. Welcher war ihr Lieblingsfilm?

Ich habe jedes Jahr drei bis vier Lieblingsfilme (lacht). Ich würde es so sagen: Ich liebe das Ambiente fast noch mehr als den Film selbst. Wenn die Leute mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck nach Hause gehen, ist das der Lohn für meine Arbeit. Das ist mir lieber als ein einzelner Film.

Gab es ein Erlebnis in all diesen Jahren, das Sie nie vergessen werden?

Da kommt mir sofort ein Ereignis in den Sinn. Ich weiss nicht mehr, welchen Film wir gezeigt haben, aber zehn Minuten vor Schluss hat die Maschine gestoppt und das Publikum wurde um das Happy End gebracht. Ich musste dann vor die Leute treten und ihnen sagen, dass wir den Film nicht mehr fertig zeigen können. In der Not habe ich demjenigen, der das Ende des Films erzählen konnte, eine Dauerkarte für das kommende Jahr angeboten. Tatsächlich meldete sich ein junges Mädchen. Das Publikum dankte ihr mit einer Standing Ovation. Das war ein sehr emotionaler Moment. Ich kriege heute noch Hühnerhaut, wenn ich daran denke.

Zurück zur Gegenwart: Gibt es bei der 20. Ausgabe Neuerungen im Vergleich zur 19.?

Es gibt eine Veränderung: Die knallroten XL-Kissen wurden durch grüne Liegestühle ersetzt, denn die Kissen wurden beim Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen.

Im März dieses Jahres wurde bekannt, dass die UBS nach 20 Jahren als Sponsor aussteigt. Wurde bereits ein Nachfolger gefunden?

Es gibt gute Gespräche und einige Verträge sind beinahe unter Dach und Fach. Mehr Details möchte ich noch nicht bekannt geben. Was ich aber definitiv sagen kann, ist, dass die 21. Ausgabe gesichert ist.

Wo sehen Sie das Open-Air-Kino Aarau in zehn Jahren?

Man kann das Open-Air-Kino nicht neu erfinden. Es braucht eine Leinwand, Sommerstimmung und gute Filme, das ist das Erfolgsrezept. Ich bin überzeugt, dass dieses Modell auch in Zukunft erfolgreich sein wird, ob es aber immer noch so viele verschiedene Open-Air-Kinos geben wird, bezweifle ich. Für Aarau wünsche ich mir, dass wir auf der Pferderennbahn eine bequemere Tribüne bekommen. (lacht)