Wohin sind Sie unterwegs?

«Ich habe im Zug immer etwas zu essen dabei»

Sarah Wenger (21), Fachfrau Gesundheit, aus Schönenwerd.

Sarah Wenger (21), Fachfrau Gesundheit, aus Schönenwerd.

Schönenwerd–St. Gallen. Mehrmals die Woche. Zurzeit ist Sarah Wenger noch Langstrecken-Pendlerin. Und weiss sich einzurichten.

«Ich bin auf dem Weg nach St. Gallen an ein Bewerbungsgespräch. Ich bewerbe mich für eine Stelle als Pflegefachfrau in einer Psychiatrie. Ende nächsten Januar oder spätestens Februar möchte ich nach St. Gallen ziehen. Mein Freund, Alexander, lebt dort. Meine Familie, Freunde und natürlich mein Freund werden mir beim Umzug helfen.

Ich lebe seit 21 Jahren in Schönenwerd, seit drei Jahren lebe ich alleine. Im Moment arbeite ich noch auf der Demenzabteilung in Holziken. Dort habe ich auch meine Lehre absolviert. Ich unterstütze gerne Menschen und begleite sie im dritten Lebensabschnitt. Es bereitet mir grosse Freude, meinen Patienten ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.

Ich arbeite alle drei Schichten – Früh-, Tages- und Nachtschicht. Solange ich zwischen den Schichten genügend Schlaf kriege, machen mir die unregelmässigen Arbeitszeiten nichts aus. Bisher habe ich jedes Jahr an Weihnachten gearbeitet. Und an Neujahr. Auch das stört mich nicht. Das Pflegepersonal organisiert jeweils ein Weihnachtsfest und eine kleine Neujahrsfeier für die Patienten.

Vor meinem Schulabschluss habe ich mit dem Gedanken gespielt, eine Detailhandelslehre zu absolvieren. Ich interessiere mich für Mode und arbeite gerne mit Menschen, also habe ich in einem Modegeschäft ein paar Schnuppertage verbracht. Mir war aber schnell langweilig. Danach habe ich auch noch ein paar Tage auf der Pflege geschnuppert. Schnell war klar: Das ist das Richtige für mich. Bemerkenswert ist, dass meine Mutter auch im Pflegebereich arbeitet.

Obwohl mein Freund und ich in den letzten Jahren eine Fernbeziehung geführt haben, haben wir uns auch oft unter der Woche gesehen. Die Reise von Aarau nach St. Gallen dauert rund eineinhalb Stunden. Im Zug schaue ich oft Serien, höre Musik oder lese ein Buch. Ich habe auch immer etwas zu essen dabei.

Die Zeit vergeht meistens im Fluge. Trotzdem freue ich mich, zu meinem Freund zu ziehen – auch wenn ich meine Freunde in Schönenwerd vermissen werde. Ich fühle mich wohl in St. Gallen. Besonders gut gefällt mir die Stadtlounge ‹Roter Platz›. Die St. Galler sind sympathisch und etwas ausgeflippt. An der ‹Olma› war ich auch schon einmal. Nach dem Bewerbungsgespräch gehe ich zu meinem Freund, ich verbringe die nächsten vier Tage bei ihm. Am Wochenende hat er eine Überraschung für mich geplant.»

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