Umfrage
«Ich freue mich trotz allem»: So feiern die Aargauerinnen und Aargauer Weihnachten

Dieses Jahr ist alles anders. Die Menschen lassen sich die Freude an den bevorstehenden Festtagen aber nicht nehmen, wie eine Umfrage zeigt.

Stefania Telesca
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Silvia Scherer

Silvia Scherer

Britta Gut
Es ist schade, wir sind sonst immer alle zusammen

Margrit Pernucci, Pensionärin aus Aarau, 67.

Pernucci

Pernucci

Britta Gut

Ich feiere Weihnachten dieses Jahr mit meinen drei Grosskindern, meiner Schwiegertochter und meinem Sohn. Normalerweise würden der jüngere Sohn und seine Freundin auch mit uns feiern. Sie wohnen zusammen. Aber die Freundin meines Sohnes arbeitet in der Pflege und sie kommen dieses Jahr deshalb nicht. Natürlich ist es schade, weil wir sonst immer alle zusammen sind. Aber daran kann man halt nichts ändern. Wir verstehen es. Dass die Läden schliessen könnten, ist für mich kein Problem. Ich verschenke immer Gutscheine, denn bei den Kindern weiss ich nicht mehr so recht, was sie wollen. Dann schaut ihre Mutter mit ihnen. Als sie kleiner waren, war es noch einfacher. Sollten die Läden schliessen, dann bekommen sie die Gutscheine halt nach Weihnachten.

Wir haben die Feiertage aufgeteilt

Monika Sekolec, 46, Notarin aus Baden, mit Jael Binder, 6.

Britta Gut

Wegen des Coronavirus feiern wir Weihnachten dieses Jahr an verschiedenen Tagen mit verschiedenen Leuten. Gotte und Götti, Tanten und Onkel und die Grosseltern. Sie gehören zur Risikogruppe. Wir haben alles aufgeteilt. Wir werden an den Weihnachtsfeiern jeweils höchstens zu sechst sein. Wir sind aber auch nicht eine Riesenfamilie, da wir Verwandte im Ausland haben. Wir machen nicht grosse Geschenke, aber die letzten haben wir vorhin noch schnell gekauft. Und auch wenn Einschränkungen kommen: Über die Lebensmitteleinkäufe muss ich mir keine Gedanken machen. Mein Mann ist Koch. Er organisiert das Weihnachtsessen. Er ist sowieso immer sehr vorausplanend und kauft die Lebensmittel nie in letzter Minute.

Ich freue mich trotz allem auf Weihnachten

Silvia Scherer, Pensionärin aus Aarau, 80.

Silvia Scherer

Silvia Scherer

Britta Gut

Ich weiss noch nicht genau, wie ich dieses Jahr Weihnachten feiern werde. Vermutlich bei meiner Schwester und ihrem Partner zu Hause. Wir entscheiden es kurz vorher. Wahrscheinlich wird unsere ältere Schwester auch dazukommen. Und wir feiern dann zu viert. Ich denke, dass wir gemütlich beisammen sein und essen werden. Ich freue mich trotz allem auf Weihnachten. Etwas bedrückt bin ich zwar schon, aber nur wegen der Maske. Diese macht mir Mühe. Darüber, dass die Läden schliessen könnten, habe ich mir gar keine Gedanken gemacht. Meinen Gottenkindern habe ich bereits Geld geschenkt. Das mache ich meistens so, dann kann sich jeder das kaufen, was er oder sie sich wünscht. Angst vor einem Lockdown habe ich keine. Es geht immer irgendwie weiter.

Ich bin froh, dass das gemeinsame Feiern trotzdem möglich ist

Timon Wipf, Lernender Bankkaufmann aus Aarau, 16.

Britta Gut

Wir feiern Weihnachten dieses Jahr an vier verschiedenen Tagen. Eine Weihnachtsfeier haben wir sogar um ein Wochenende vorgezogen. Wir haben uns aufgeteilt, etwa die Geschwister meiner Eltern, statt in einer grossen Gruppe zu feiern. Es ist zwar schade, aber ich freue mich trotzdem sehr auf Weihnachten. Ich bin froh, dass ein Kompromiss gefunden wurde und dass das gemeinsame Feiern trotzdem möglich ist. Mit geringem Risiko. Wenn die Läden zumachen müssen, ist es für mich kein Problem, denn ich habe bereits alle Geschenke online gekauft. Das mache ich jedes Jahr so. Dass die Restaurants schliessen, stresst mich ein wenig. Aber es gibt Schlimmeres.

Die Grosseltern sehen wir nicht, das macht mich traurig

Caroline Hagenbuch, 34, Lehrerin aus Aarau mit Sohn Nils, 2.

Britta Gut

Dieses Jahr feiern wir Weihnachten im engsten Familienkreis. Das heisst die Eltern und die Geschwister. Insgesamt werden wir sieben Personen sein. Heiligabend verbringen wir bei der Schwiegermutter. Die Grosseltern treffen wir zu Weihnachten gar nicht erst. Das macht mich traurig. Normalerweise feiern wir Weihnachten in Frankreich bei meiner Familie. Aber dieses Jahr ist das nicht möglich. Ich war seit Oktober letzten Jahres nicht mehr dort. Die Geschenke habe ich bereits alle gekauft, fast ausschliesslich online. Das mache ich aber jedes Jahr so. Um die Lebensmitteleinkäufe mache ich mir auch keine Sorgen, weil ich jeweils am Montag für eine ganze Woche einkaufe.

Ich finde es schön, dass wir dieses Jahr im kleinen Kreis feiern

Sara Sauser, Lernende Dentalassistentin aus Kölliken, 16.

Britta Gut

Normalerweise feiern wir Weihnachten immer mit der ganzen Familie, mit den Cousins und mit der Gotte. Dieses Jahr ist es nicht so. Meine Eltern und ich feiern am 24. Dezember zu dritt. Ich finde es aber ehrlich gesagt auch schön, dass wir in diesem Jahr im kleinen Kreis feiern. Wir werden gemeinsam etwas essen und danach vielleicht in den Whirlpool springen. Auch wenn die Läden zugehen: Ich habe die Geschenke schon fast alle gekauft. Aber ich finde es sowieso schöner, wenn es persönliche, selbstgemachte Geschenke sind. Ich hatte schon Angst vor einem totalen Lockdown und bin sehr froh, ist dieser nicht gekommen. Aber nicht wegen der Läden, sondern wegen der Arbeit.

Ich verschenke selbstgemachte Zeichnungen

Leoni Kohler, Lernende Chemie- und Pharmatechnologie aus Safenwil, 16.

Britta Gut

Meine Eltern sind getrennt, deshalb teilen wir die Weihnachtsfeiern auf. Am 24. Dezember feiere ich mit meinem Vater, meinem Bruder und meiner Schwester, und am 25. Dezember sind meine Geschwister und ich bei meiner Mutter. Am Weihnachtstag werden wir zusätzlich mit meiner Grossmutter feiern. Wir sind dann zu fünft. Wir haben meine Grossmutter in den vergangenen Monaten regelmässig besucht, aber wir haben dabei jeweils Abstand gehalten und Maske getragen. An Weihnachten werden wir schauen, dass wir beim Essen Abstand halten. Es ist aber schön, dass wir trotz allem zusammen sein können. Die Einschränkungen bei den Läden sind für mich kein Problem; da ich sehr gut und gerne zeichne, verschenke ich an Weihnachten selbstgemachte Zeichnungen.

Wir feiern im kleineren Kreis

Yves Sallin aus Bettwil, 39.

Britta Gut

Wir feiern dieses Jahr im kleineren Kreis, mit der Familie und den Schwiegereltern. Wir werden sechs Personen sein. Letztes Jahr war auch meine Schwester mit ihrem Mann dabei. Ich persönlich mag Weihnachten nicht so. Die Massnahmen sind für mich halb so schlimm. Die Geschenke für die Gottenkinder sind gekauft und innerhalb der Familie machen wir keine Geschenke. Die Lebensmitteleinkäufe erledigen wir wie sonst auch: In einem Wocheneinkauf.