Aarau

«Ich finde es absolut schade» – Spaziergänger sind enttäuscht über Abbruch des Mitteldamms

Nicht nur die Gemeindepräsidentin von Erlinsbach SO befürchtet einen Attraktivitätsverlust, wenn die Eniwa den Mitteldamm oberhalb des Kraftwerks abreisst.

Was die Eniwa mit dem Wasserkraftwerk in Aarau vorhat, stösst nicht nur auf Freude. Ästheten stören sich daran, dass bei den Neubauplänen das markante Türmchen, das für viele zum Stadtbild gehört, wegfallen würde. Naturliebhaber und Spaziergänger – vor allem Hündeler – zeigen sich aber vor allem betroffen darüber, dass der Mitteldamm abgebrochen werden soll.

Als «ein Projekt über die Kantonsgrenzen hinweg» beschreibt die Eniwa die geplanten Änderungen. Tatsächlich: 82 Prozent des Aarekanals liegen auf Solothurner Gebiet, 18 Prozent gehören zum Kanton Aargau. Das neue Projekt, das bis 2024 umgesetzt werden soll, bringt eine Leistungssteigerung des Kraftwerks um 20 Prozent.

Die Unterlagen zum laufenden öffentlichen Mitwirkungsverfahren liegen auch in Niedergösgen, Erlinsbach, Schönenwerd und Eppenberg-Wöschnau auf. Aus Sicht dieser Gemeinden ist vor allem die geplante Entfernung des Mitteldamms relevant. Am meisten betroffen ist Erlinsbach SO. Die Aare bildet die südliche Gemeindegrenze. Der Mitteldamm liegt fast nur auf Erlinsbacher Gebiet. «Die Entfernung ist vor allem aus einem gesellschaftlichen Aspekt heraus zu betrachten», sagt Gemeindepräsidentin Madeleine Neumann. Damit spricht sie das Naherholungsgebiet an, wo sich oft Fussgänger, Hundebesitzer und Jogger aufhalten. «Einerseits», so Neumann, «ist der Damm ein Bewegungsgebiet, an dem man emotional hängt.» Andererseits brauche man sauberen Strom. Und Wasserkraft sei eine Möglichkeit, ihn zu bekommen. Neumann ist aber davon überzeugt, «dass die Entfernung des Damms zu einem Attraktivitätsverlust für ihre Gemeinde führen wird».

Die Gemeindepräsidenten von Eppenberg-Wöschnau, Niedergösgen und Schönenwerd stossen in ein ganz ähnliches Horn. Peter Hodel (Schönenwerd) sagt: «Es ist ein Abwägen zwischen Ökologie und Ökonomie.»

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Kim Barbara Wyttenbach

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Rahel Bühler

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