Aarau

IBAarau-Chef: «Wir helfen bei der Wohnungssuche»

Hans-Kaspar Scherrer, Vorsitzender der Geschäftsleitung IBAarau (Archiv)

Hans-Kaspar Scherrer, Vorsitzender der Geschäftsleitung IBAarau (Archiv)

Die Mieter an der Erlinsbacherstrasse müssen ihre Wohnungen wegen der Kraftwerkserneuerung verlassen und wehren sich dagegen. IBAarau-Chef Hans-Kaspar Scherrer äussert sich zu den Vorwürfen der Mieter und verspricht Unterstützung

Am 27. Juni hat Hans-Kaspar Scherrer, Vorsitzender der Geschäftsleitung der IBAarau, die Mieterinnen und Mieter an der Erlinsbacherstrasse davon in Kenntnis gesetzt, dass sie ihre Häuser in zwei Etappen bis September 2014 verlassen müssen. 2015 sollen die Bauarbeiten für die Kraftwerkserneuerung beginnen. Die IBAarau braucht Platz für die Baustelle, zudem soll das ganze Areal zwischen Erlinsbacherstrasse und Damm mit Mietwohnungen neu überbaut werden.

Herr Scherrer, die Mieter trauen der IBAarau nicht. Sie vermuten, dass der Platzbedarf für die Baustelle nur die vorgeschobene Begründung ist, um das Gebiet mit einer Gesamtüberbauung neu nutzen zu können.

Hans-Kaspar Scherrer: Die Häuser an der Erlinsbacherstrasse wurden seit geraumer Zeit nur noch minimal instandgestellt und entsprechen bezüglich den elektrischen, wärmetechnischen und auch sanitärischen Installationen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Damit stellt sich die Frage, wie die Nutzung dieser Gebäude längerfristig zu lösen ist. Grundsätzlich gibt es die Varianten einer Komplettrenovation oder eines Neubaus.

Der Grund für den Abbruch liegt somit nicht nur beim Installationsplatz für die Baustelle?

Das ist so. Da sich gleichzeitig für den Neubau des Kraftwerks der Bedarf für einen Installationsplatz für die Baustelleninfrastruktur und Bauteile des neuen Kraftwerks und der Gebäude ergibt, haben wir uns für die Gesamterneuerung der Wohnliegenschaften entschieden. Die IBAarau plant die Neubauten für Mietwohnungen gleichzeitig mit der Kraftwerkserneuerung, damit die baulichen Immissionen für die Anwohner auf eine möglichst kurze Zeitspanne konzentriert werden können. Erste Interessen an den neuen Wohnungen wurden bereits angemeldet.

Gibt es für den Installationsplatz wirklich keine praktikable Alternative zum Quartier an der Erlinsbacherstrasse?

Nein, die Alternativen haben deutliche Nachteile. Sie sind zu weit von der Baugrube entfernt, die Zugänglichkeit für schwere Fahrzeuge ist erschwert, die Verkehrssicherheit ist nicht gewährleistet. Das sind alles Nachteile, die wir nicht auf uns nehmen können.

Die Mieter werfen der IBAarau mangelnde Sensibilität bei der Kommunikation vor. Bei der Einladung zur Informationsveranstaltung seien sie davon ausgegangen, dass sie über die Einschränkungen während der Bauphase, wie Lärm, Staub und Lastwagenverkehr aufgeklärt würden. Stattdessen seien sie mit der Hiobsbotschaft der Kündigung überrumpelt worden.

Es stellt sich immer die Frage, wie man schlechte Nachrichten überbringen kann. Es war mir ein Anliegen, den betroffenen Mietern die Nachricht persönlich mitzuteilen und nicht per Informationsschreiben oder Kündigungsbrief. Da schon einige Mieter mindestens gerüchteweise vom Projekt erfahren haben, kann wohl nicht gerade von einer Überrumpelung ausgegangen werden.

Die Mieter befürchten, dass sie doppelt bestraft sind, wenn sie nach ihrem Auszug aus den Häusern allenfalls zusehen müssen, wie durch Einsprachen gegen das Projekt der Kraftwerkserneuerung eine Verzögerung eintritt und sie eigentlich weiter in ihren Häusern hätten wohnen bleiben können.

Wir planen, das Kraftwerksprojekt im Herbst einzugeben und erwarten die Bewilligung der Kantone Solothurn und Aagrau im nächsten Jahr. Es war uns ein Anliegen, die Mieter frühzeitig zu informieren, damit diese die Chance haben, eine passende Ersatzwohnung zu finden.

Die Mieter schätzen die Wohnlage, den Garten und den günstigen Mietzins. Sie werden nur schwer gleichwertigen Ersatz finden. Die IBAarau hat ihnen Hilfe angeboten. Welcher Art kann diese Hilfe sein?

Zusammen mit unserer Immobilienverwaltungsfirma unterstützen wir die Mieter auf Wunsch bei der Suche nach Ersatzwohnungen und sind auch flexibel in der Handhabung der Kündigungsfristen, falls ein Mieter ausserterminlich eine neue Wohnung finden sollte. Weitergehende Hilfe und Unterstützung prüfen wir in jedem Fall individuell wie dies auch an der Informationsveranstaltung den Mietern angeboten wurde. Es sind bereits erste Gesprächstermine reserviert worden.

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