Aarau
IBAarau baut für Energiezentrale nun einen unterirdischen Abluftkanal

Die Bauarbeiten für die neue Energiezentrale der IBAarau haben begonnen. Der Kamin-Standort hinter dem Kino Ideal bedingt einen Umweg von 100 Metern. Die IBAarau kämpft trotz Baustart vor Verwaltungsgericht für einen Kamin-Standort im Kasinopark

Hubert Keller
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Die Bauarbeiten für die Kaminanlage haben begonnen.

Die Bauarbeiten für die Kaminanlage haben begonnen.

zvg

Die IBAarau baut die für ihre Fernwärme- und Fernkälte-Energiezentrale notwendige Kaminanlage hinter den Kino Ideal. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Dies hat das Unternehmen am Mittwoch mitgeteilt.

Die Abluftleitung wird rund hundert Meter um das Gebäude herum und an dessen Rückseite in die Höhe gebaut. Um die Fernwärmeversorgung längerfristig zu sichern, setzt sich die IBAarau weiterhin vor Gericht für eine Kaminanlage im Kasinopark ein.

«Das Projekt bedingt einen höheren technischen Aufwand», sagt Hans-Kaspar Scherrer, CEO der IBAarau AG. Er spricht von «Gefässchirurgie in anderem Massstab», müssten doch Leitungen für Gas, Strom, Abwasser, Regenwasser verlegt werden, um dem Betonkanal, der das Abluftrohr aufnehmen wird, Platz zu machen. Um die Druckdifferenz der langen Leitung zu überwinden, brauche es grössere zusätzliche Gebläse.

Auch wenn der Kamin hinter dem Kino Ideal nun gebaut wird, ist laut Scherrer die langfristige Versorgungssicherheit mit Fernwärme und Fernkälte in der Aarauer Altstadt nicht zufriedenstellend gesichert. «Was passiert, wenn Kinobesitzer Rolf Portmann dereinst seine Liegenschaft Richtung Kasernenareal anderweitig nutzen will?»

Die IBAarau wehrt sich deshalb vor Verwaltungsgericht gegen den Entscheid des Regierungsrats, mit dem eine Kaminanlage im Kasinopark verhindert wird. «Wir wollen wir uns die Option eine Kamins im Kasinopark offenhalten», erklärt Hans-Kaspar Scherrer.

Die Fernkaminanlage hinter dem Kino wurde nämlich notwendig, nachdem sich der Denkmalschutz des Kantons auch gegen den zweiten Standort Kasinopark ausgesprochen hatte. Dies trotz der Zustimmung des Stadtrats und ohne dass Einsprachen gegen diesen Standort eingegangen wären.

Gegen den ablehnenden Entscheid der Stadt, die sich nicht über das Veto des Denkmalsschutzes hinwegsetzen konnte, hatte die IBAarau im Herbst 2013 bei der Kantonsregierung rekurriert. Diese folgte jedoch der Argumentation des Denkmalschutzes und sieht in der Kaminanlage eine «massive Beeinträchtigung des Kasinoparks» (az vom 2.4.).

Die IBAarau bedauerte diesen Entscheid, der das Risiko einer Verschiebung des Kamins infolge Umnutzung des Kinogebäudes nicht gebührend berücksichtige. Hans-Kaspar Scherrer ist überzeugt: «Wir argumentierten beim Regierungsrat mit einer umfassenden Abwägung der Interessen zwischen Denkmalschutz, der Umsetzung des Energierichtplans und des Entscheids der Bevölkerung zur ESAK-Initiative, welche konkrete Ziele zur Verminderung der Primärenergie und des CO2-Ausstosses setzt.»

Die Bauarbeiten für den aussergewöhnlichen Kamin haben begonnen: Von der Energiezentrale im dritten Untergeschoss des Kasinoparkings her wird ein hundert Meter langer unterirdischer Abluftkanal gebaut. Diese technische Lösung sei schweizweit einmalig, schreibt die IBAarau.

Weiter stellt die IBA fest, dass Kinobesitzer Rolf Portmann mit seiner Einwilligung einen wichtigen Beitrag zur Realisierung des Wärme-/Kälteverbundes Kasinoareal leiste. In den nächsten Wochen werden umfangreiche Bauarbeiten um das Kino Ideal und an der Kasinostrasse notwendig sein, damit die Energiezentrale ihre volle Funktion im September 2014 aufnehmen kann.