Aarau

Husaren, Ulanen und Dragoner in der Reiterstadt

7000 Besucher kamen am Gedenktag zur Abschaffung der Kavallerie vor 40 Jahren in die Reiterstadt Aarau. Sogar Gäste aus Deutschland und Schweden verfolgten das Defilee mit über 300 Pferden im Aarauer Schachen.

Am Samstag wurde Aarau seinem Namen als Reiterstadt ein weiteres Mal mehr als gerecht. Im Schachen gedachten ehemalige Dragoner und Freunde der Militärreiterei der Abschaffung der Kavallerie im Jahr 1972. Über 300 Pferde nahmen am Defilee über die Schachenstrasse und den anschliessenden Vorführungen in der Rennbahn teil, sogar aus Deutschland und Schweden waren Gäste angereist. Organisiert hat diesen Anlass, dem rund 7000 Besucher beiwohnten, die Schweizer Kavallerieschwadron 1972.

Aarau liebte seine Dragoner

Aarau war der Waffenplatz der Kavallerie bis zu ihrer Aufhebung vor 40 Jahren. Stadtammann Marcel Guignard meinte denn auch: «Keine andere Waffengattung hat Aarau so geprägt wie die Kavallerie.» Die gestiefelten Bauernjungen seien in der Stadt herzlich aufgenommen worden. Armeechef André Blattmann wies in seiner Rede darauf hin, dass das Pferd auch heute noch in der Armee zum Einsatz kommt, und Frau Landammann Susanne Hochuli erzählte vom Militärpferd, dem sogenannten Eidgenoss, ihres Vaters und erklärte: «Als Kind wollte ich auch zur Kavallerie.» Von der besonderen Stellung des Kavalleriepferdes in einer Bauernfamilie berichtete OK-Präsident Hans Christen. «Der Eidgenoss wusste oft als Erster von einer neuen Liebschaft des Dragoners.»

Die Hauptattraktion des Gedenktages aber waren die Pferde selbst. Beim Defilee konnten die zahlreichen Besucher die Tiere bewundern ebenso die historischen Uniformen sowie Sättel oder Geschirr, die in der Militärreiterei Verwendung fanden beziehungsweise immer noch verwendet werden.

Mit 80 Pferden stellte die Schweizer Kavallerieschwadron 1972 die grösste Gruppe. Weitere historische Vereinigungen zu Pferd wie auch Vertreter moderner Reitvereine ergänzten den imposanten Umzug.

Pferde im Militäreinsatz

Die anschliessenden Vorführungen der verschiedenen Gruppen gaben einen Einblick in die ehemalige oder weiterhin bestehende Verwendung des Pferdes in der Armee. In der Schweiz besteht immer noch der Trainzug mit etwa 350 Tieren. Die meisten werden als Tragtiere eingesetzt, was von Rekruten demonstriert wurde. Waffen, aber auch ziviles Material wurden auf dem Rücken der Pferde und Maultiere transportiert und für ein Biwak ab- und wieder aufgeladen.

Schwedische Husaren und deutsche Lanzenreiter, sogenannte Ulanen, zeigten ihre Kampftechniken zu Pferd. Mitglieder der Schweizer Kavallerieschwadron 1972 demonstrierten, wie früher die Pferde in den verschiedenen Truppen eingesetzt wurden. Dabei beeindruckte vor allem die Formationsreiterei in dieser grossen Gruppe. Verschiedene Reitermusiken begleiteten den Anlass musikalisch.

Zum Abschluss des Gedenktages wurde das lebensgrosse Denkmal eines Kavalleriepferdes enthüllt, das der Thurgauer Künstler Heinz Bechtold nach dem Vorbild seines eigenen Eidgenossen geschaffen hat. Die Statue wird beim Zeughaus Aarau ihren definitiven Platz finden.

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