Es ist etwas kühler geworden. Die Sommerhitze hat sich bis auf weiteres verabschiedet, erste Anzeichen des nahenden Herbstes sind unverkennbar. 17 Grad Lufttemperatur zeigt das Thermometer an diesem Nachmittag an, das Wasser soll laut Aushang beim Eingang 21 Grad warm sein.

Rund 80 000 Eintritte

Badmeister Stefan Meier sitzt mit Mitarbeiter Sathi Kumuvarele im Kassenhäuschen. Die beiden haben sich eine warme Jacke übergezogen. «Eine Person ist noch am Schwimmen, sonst ist praktisch nichts los», meint Stefan Meier. «Aber keine Angst, es wird die nächsten Tage nochmals warm.» Und dann hofft man auf einen erfolgreichen Endspurt. «Bisher sind wir mit den Besucherzahlen zufrieden, es war ein guter Sommer», lächelt Badmeister Meier.

Macht das Wetter bis zum Saisonende am 12. September mit, werde man auf rund 80 000 Eintritte kommen. Der verregnete Sommer 2014 lockte im Vergleich nur gerade 42 000 Besucher an. Der Rekord in der Wohler Badi stammt aus dem Jahr 1969, als sage und schreibe 152 000 Besucher die grosse Badi regelrecht stürmten.

Spitzentag mit 2700 Eintritten

Wenn Stefan Meier von «seiner Badi» spricht, dann tut er das nicht nur kompetent und routiniert – er ist seit 2001 Wohler Badmeister, – sondern auch mit viel Herzblut. «Ich liebe diese Badi, auch wenn sie dringend saniert werden muss», sagte er schon vor dem Saisonstart am 9. Mai. Und er ist immer noch mit vollstem Einsatz dabei, kann exakt Auskunft geben über die Zahlen der vergangenen Wochen und Monate.

Der Tag mit den meisten Eintritten diesen Sommer war der 5. Juli, der Sonntag nach dem Ferienstart. Damals suchten und fanden 2700 Leute Abkühlung auf der Anlage.

Auch während der fünf Schulferienwochen mit vorwiegend traumhaften Wetter sei die Auslastung gut gewesen, führt Meier weiter aus. «Aber überrannt wurden wir nicht gerade», bestätigt er den Eindruck, den man als Badibesucher das eine oder andere Mal gewann. Zu tun gabs für die drei Badeangestellten Stefan und Martin Meier sowie René Koradi dennoch einiges.

«Sehr viel Zeit nahmen die Reinigung des Wassers und der Unterhalt der alten Anlage in Anspruch», so Meier. Nicht selten war bereits morgens um fünf Uhr Arbeitsbeginn. Zapfenstreich war offiziell um 20 Uhr, doch bei grossem Andrang verlängerte man den Betriebsschluss auch einmal um eine Stunde. Stefan Meier: «Sechsmal schlossen wir diese Saison bisher erst um 21 Uhr.»

Sehr zufrieden zeigt man sich auch mit dem Umsatz im Badi-Restaurant Wohlen, das im zweiten Jahr von der Non-Profit-Organisation Trinamo AG geführt wird. Auch im kommenden Sommer 2016 soll daran nichts geändert werden.

Ein tragischer Zwischenfall

Unschönes erlebten Angestellte und Besucher der Badi Ende Juli, als ein älterer Mann plötzlich einen Herzanfall erlitt und reanimiert werden musste. Per Helikopter wurde der Mann ins Spital geflogen. Mittlerweile ist er verstorben. Zum Glück sind derartige Unglücksfälle eine grosse Ausnahme.

Badmeister Meier: «Abgesehen von dieser traurigen Sache hatten wir keine nennenswerten Zwischenfälle oder Vorkommnisse.» Natürlich gebe es immer wieder Jugendliche, die sich nicht zu benehmen wüssten. «Aber die setzen wir nach gravierenden Störaktionen zügig vor die Tür – und dann haben wir wieder Ruhe.»

Nun geht sie also langsam, aber sicher zu Ende, die Wohler Badisaison 2015. Bevor am Abend des 12. Septembers die Tore definitiv schliessen, wird noch einmal gefestet. Auf Initiative von Badmeister Meier steigt das zweite Herbstfest mit Jubel, Trubel, Livemusik, Essen und guter Stimmung. «Ein schöner, guter Sommer soll auch schön ausklingen», schmunzelt Stefan Meier. Recht hat er.