Challenge League
Holt sich der FC Aarau im Tessin die Tabellenführung zurück?

Heute Abend tritt der FC Aarau auf die AC Bellinzona: Es wird ein Spiel der grossen Premieren. Auf der Bank von Bellinzona sitzt mit Francesco Gabriele ein neuer Trainer, einer, der den Aargau und den FC Aarau so gut kennt wie kein zweiter.

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Sandro Burki, Alain Schulz und Remo Staubli: Die Liste der verletzten Leistungsträger, die heute Abend im wichtigen Auswärtsspiel nicht spielen können, ist gewichtig. Kann der FC «Lazarett» Aarau überhaut bestehen?

«Ja», sagt Ruedi Kuhn, Fussball-Experte der az Aargauer Zeitung. Für ihn ist das Spiel total offen, jeder Ausgang möglich.

Garat spielt wieder

Gründe, wieso der FC Aarau gewinnen kann, gibt es mehrere. Da ist etwa der Aufwärtstrend. Der FCA hat die letzten beiden kapitalen Spiele gegen Lugano und Winterthur gewonnen. Es ist also in Form.
Abwehrchef Juan Pablo Garat, der zuletzt verletzt war, wird heute Abend wieder zur Verfügung stehen. Und auch Antic wäre einsatzfähig.

Dazu kommt. Die Verantwortlichen haben für Ersatz gesorgt und bis Ende der Spielzeit den 27-jährigen Sehar Fejzulahi. Der kosovarisch-schweizerische Doppelbürger, der bereits 2005 bis 2006 für den FCA spielte, kann und soll Captain Schulz im zentralen offensiven Mittelfeld ersetzen. «Die Absenzen tun weh, sollten aber zu ersetzen sein», bilanziert Kuhn.

Der neue Trainer der AC Bellinzona

Die Aarauer werden auf einen Gegner stossen, der sie aus dem Effeff kennt. Dafür verantwortlich ist der neue Trainer der AC Bellinzona, Francesco Gabriele. Er kommt aus dem Aargau. Zuletzt trainierte er den FC Baden in einem 50-Prozent-Mandat. Daneben wirkte er zu 50 Prozent als Konditionstrainer des Team Aargaus. Er hatte sein Büro also im Gebäude des heutigen Gegners. Dazu kommt, das Gabriele beim FCA auch immer wieder als Goalie-Trainer eingesprungen ist, wenn Not am Mann war. Wenn also einer der FC Aarau kennt, dann Gabriele.

Doch reicht das? «Entscheidend wird sein, wie die Mannschaft den neuen Trainer akzeptiert», sagt Ruedi Kuhn. Die Fussball-Diven um Hakan Yakin haben diese Saison bereits Raimondo Ponte zu Fall gebracht. Mit 10 Punkten aus 7 Spielen liegen sie denn auch weiter hinter den Erwartungen zurück.

Spielen Yakin und Co. für den Neuen?

Gabriele weiss, dass sein erster Job im Bezahlfussball ein Schleudersitz ist. Seine Qualitäten sind unbestritten. Er ehrgeizig, zielstrebig, arbeitet hart und ist bestens ausgebildet. Gabriele besitzt die Uefa-Pro-Trainerlizenz.

Das alles reicht nicht, wenn er das Team nicht hinter sich gebracht hat. Es ist daher gut möglich, dass der FC Aarau heute Abend wieder Tabellenführer ist. Die Aarauer liegen vor dem Spiel einen Punkt hinter Winterthur. Verliert der FCA kommt es zum grossen Zusammenschluss an der Tabellenspitze der Challenge League. (rsn)