Gränichen
Hoffnung im Pferde-Drama: Die Transporter fahren wieder vor

Neues Zuhause für die Tiere des Gränicher Pferde-Messies: Nach den Pferden im Jura gibt es auch für die ersten Tiere im Aargau ein Happy End. Noch am Mittwoch geisterte eine Meldung auf Facebook herum, den Tieren drohe der Schlachthof.

Katja Schlegel
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Dieses Pferd hat der Gränicher Pferde-Messie im Jura im Stich gelassen.

Dieses Pferd hat der Gränicher Pferde-Messie im Jura im Stich gelassen.

Désirée Stierli

Mitte Februar wurden auch auf dem Gränicher Hof des Pferde-Messies, der wegen der 33 vernachlässigten Tiere im Jura in die Schlagzeilen geraten war, 12 Pferde und 23 Hunde beschlagnahmt. Die Pferde wurden auf einem Hof in der Region untergebracht. Jetzt fahren die Pferdetransporter erneut vor: Sechs Tiere werden laut Kantonstierärztin Erika Wunderlin in den nächsten Tagen von ihren neuen Besitzern abgeholt.

Erika Wunderlin, Kantonstierärztin

Erika Wunderlin, Kantonstierärztin

Aargauer Zeitung

Auch die verbleibenden drei Tiere – der Züchter hat nur für neun der zwölf Pferde eine Verzichtserklärung unterschrieben – werden vermutlich bis Ende nächster Woche ein neues Zuhause finden. «In den letzten Tagen haben sich viele Interessenten mit ernst gemeinten Angeboten gemeldet», sagt Wunderlin. Diese würden nun geprüft und dann die Zuschläge erteilt. «Wir wollen endlich Nägel mit Köpfen machen und die Angelegenheit zu einem Abschluss bringen.»

Facebook-Meldung schreckte auf

Dass nun Bewegung in den Verkauf der Tiere gekommen ist, ist laut Wunderlin auf ein Inserat in der aktuellen «Tierwelt» zurückzuführen. Ihren Beitrag geleistet haben dürfte aber auch eine Meldung, die seit Mittwoch auf Facebook herumgeistert: Das Aargauer Veterinäramt habe der Tierschutzorganisation «Pferde in Not», die sich ebenfalls um die Vermittlung der Tiere kümmert, ein Ultimatum gesetzt: Würden bis Mitte Monat keine Käufer für die verbleibenden Tiere gefunden, drohe ihnen der Schlachthof. Sowohl Kantonstierärztin Wunderlin als auch Yardena Malka, Präsidentin von «Pferde in Not», halten fest, dass es sich dabei um ein Missverständnis zwischen den beiden Parteien gehandelt habe.

Besitzer überlässt 33 Pferde ihrem Schicksal
3 Bilder
Um Miete oder Futter kümmerte er sich nicht.
Einige der Tiere sind krank.

Besitzer überlässt 33 Pferde ihrem Schicksal

facebook.com

Klar ist: Keines der Pferde wird beim Schlachter landen. Der aufrüttelnde Effekt der Meldung jedenfalls war positiv. Die Aufregung unter den Pferdefreunden hat Interessenten mobilisiert. «Innert weniger Stunden hat sich eine ganze Flut von Interessenten bei uns gemeldet», sagt Malka.

Sollten sich die Angebote der Interessenten für die verbleibenden drei Tiere als nicht geeignet erweisen, bleibt laut Wunderlin die Option des Gnadenhofs. «Wir möchten die Tiere aber nach Möglichkeit verkaufen, um die Unkosten zu decken», so Wunderlin. «Ich bin optimistisch, dass das bis Ende nächster Woche klappt.» Ähnlich sieht das Yardena Malka: «Wir finden für jedes Pferd eine Lösung – selbst wenn ich dafür selber in die Tasche greifen muss.»

Auf dem Hof bleiben werden die drei Tiere, für die der Pferde-Messie keine Verzichtserklärung unterschrieben hat – und zwar so lange, bis der juristische Prozess um den angeklagten Züchter abgeschlossen ist.