Das Fusionsprojekt «Zukunftsraum Aarau» geht nächstes Jahr in die sogenannte Ausarbeitungsphase. Zwar läuft überall noch die Referendumsfrist, doch dort, wo die Gemeindeversammlungen dem nötigen Kredit zugestimmt haben, zeichnet sich keine Opposition ab. Sowohl im Perimeter Aarau–Ober- und Unterentfelden als auch im Perimeter Aarau–Densbüren sollte der Ausarbeitungszug daher losfahren können.

Anders verhält es sich im Perimeter Aarau–Suhr: In Suhr hat die Gmeind mit einem relativ knappen Entscheid das Signal auf Rot gestellt. Das Referendum ist angekündigt. Bis 3. Januar müssen die Fusionsbefürworter von Zukunft Suhr rund 520 Unterschriften auf der Gemeindekanzlei abliefern. Eine Urnenabstimmung könnte dann am 12. Februar stattfinden.

Entscheid fällt nächste Woche

Ziel der ersten Teilphase der Ausarbeitungsphase ist die Erarbeitung eines Leitbildes – eines gemeinsamen Leitbildes, notabene, für alle drei Fusionsperimeter. Verzögert sich nun wegen der Ungewissheit im Fall von Suhr das Ganze? Oder legen die andern möglichen Fusionspartner schon vor Mitte Februar los?

Genau das sei das Thema einer Sitzung der Projektsteuerung von nächster Woche, sagte Projektleiter Marco Salvini an einer öffentlichen Informationsveranstaltung zum Zukunftsraum am Donnerstagabend in Aarau auf Anfrage. Natürlich jucke es einen jetzt in den Fingern, gestand Salvini. Doch er schränkte ein: «Manchmal müssen wir uns auch ein wenig zurücknehmen.» Auch gelte es zu beachten, dass es sich um ein Projekt mit einem Zeithorizont von vier Jahren bis zu den allfälligen Volksabstimmungen handle. Mit andern Worten: Eine Verzögerung um beispielsweise zwei Monate falle da nicht gross ins Gewicht.

Suhr – ein wichtiger Player

Dass eine Kehrtwende in Suhr auf dem Aarauer Wunschzettel steht, bestätigte Stadtpräsidentin Jolanda Urech am Donnerstag ausdrücklich: «Wir wünschen uns natürlich, dass Suhr Ja sagt, weil die Gemeinde ein wichtiger Player im Projekt ist.»

Der Zukunftsraum biete die Chance, die Hauptstadt grossräumig und in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Gemeinden weiterzuentwickeln. – Was, wenn am Ende keine Fusion zustande komme, wollte ein Fragesteller aus dem Publikum wissen. Dann werde sich die Tendenz zu mehr Zusammenarbeit verstärken, antwortete die Stadtpräsidentin. Und Projektleiter Salvini ergänzte, die Zusammenarbeit sei – mit oder ohne Fusion – essenziell. Auch nach einer Fusion gebe es eine Aussengrenze. Und hier sei wiederum Zusammenarbeit gefragt.

SP-Einwohnerrätin Eva Schaffner gab der Stadtpräsidentin mit einer entsprechenden Frage den Steilpass für die Feststellung, dass nur mehr Zusammenarbeit ohne Fusion einen Demokratieabbau bewirke. Dies weil in diesem Fall vermehrt Kompetenzen an gemeindeübergreifende Verbände delegiert würden – auf Kosten der Stimmbürger beziehungsweise des Einwohnerrates. Eine «Verschiebung der Kompetenzen zu den Exekutiven», umschrieb das Marco Salvini.