Wie viel die Eritreer-Hochzeit, die vergangenes Wochenende in der Rohrer Auenhalle stattfand, das Brautpaar gekostet hat, ist nicht bekannt. Wohl aber, wie viel sie für die Location bezahlt haben: insgesamt 1000 Franken für Halle, Küche und Säli. Die Tarife basieren auf dem Benützungsreglement. Dieses soll nun angepasst werden – sagt der Einwohnerrat am 14. November Ja, kosten solche Hochzeiten künftig 1200 Franken.

Im Rahmen von Stabilo 1 und 2 hat der Einwohnerrat gefordert, dass die Stadt jährlich 25 000 Franken zusätzlich durch die Vermietung der Sportanlagen einnehmen muss. Der Stadtrat hat in seinen Abklärungen nun festgestellt, dass die Grundtarife in Aarau verglichen mit anderen Städten eher zu tief angesetzt sind.

Im Durchschnitt werden die Ansätze für die Vermietung um etwa 20 Prozent erhöht. Damit, so der Stadtrat, liesse sich die geforderte Ertragssteigerung erreichen. Die Mehreinnahmen bestehen etwa zur Hälfte aus der Erhöhung der eigentlichen Mietgebühr. Höhere Stundenansätze für die Hauswartung machen die andere Hälfte aus.

Nicht jeder zahlt gleichviel

Aber nicht alle Nutzer der Hallen und Anlagen werden gleichermassen zur Kasse gebeten. Es kommt darauf an, ob die Veranstaltung kommerziell ist und welcher Nutzerkategorie die Mieter angehören: Kategorie A enthält die Aarauer Vereine und gemeinnützigen Organisationen, die städtischen Schulen sowie die Stadtverwaltung. Für die ist die Nutzung weiterhin kostenlos oder nur geringfügig teurer.

Auswärtige Vereine, Organisationen und Verbände sowie nicht-städtische Schulen gehören der Kategorie B an. In Kategorie C fallen schliesslich hauptsächlich kommerzielle Nutzungen, politische Parteien oder Privatnutzungen. Sie zahlen am meisten.

«Auswirkungen der neuen Nutzerkategorien werden in erster Linie für die nicht-städtischen Schulen erwartet, da diese bis anhin zur Kategorie A gezählt wurden und somit in der Regel von Gebühren befreit waren», schreibt der Stadtrat. Führt demnach die Neue Kanti ihren Sporttag im Schachen durch, kostete das bisher keinen Rappen, künftig schlägt die Benutzung der Anlagen mit 825 Franken zu Buche.

Kommerziell oder nichtkommerziell?

Mit weiteren Beispielen erläutert der Stadtrat das neue Reglement. Das Training des BTV Aarau Leichtathletik in der Schachenhalle ist demnach weiterhin gratis. Ein U21-Meisterschaftsspiel des FC Aarau auf dem Sportplatz Schachen kostet weiterhin 50 Franken, neu kommt aber noch eine Reinigungspauschale hinzu.

Team Aarau Unihockey zahlte für ein nicht-kommerzielles Meisterschaftsspiel bisher 420 Franken, künftig 550. Der HSC Suhr Aarau, dessen Spiele Eintrittsgeld kosten, muss statt 558 neu 964 Franken für die Nutzung der Schachenhalle zahlen. Firmen, die die Dreifachhalle Schachen für ihre Generalversammlung einen Tag lang mieten wollen, zahlen 2590 Franken statt 1215.

«Anhand dieser Beispiele wird ersichtlich, dass sich die Tarife für ortsansässige Vereine und Nutzer nicht oder nur geringfügig erhöhen», so der Stadtrat. Das liege im Sinn der Sportförderung. «Um einiges höher fallen die Kosten hingegen für kommerzielle Nutzungen an. Die Erhöhung erscheint aber insofern gerechtfertigt, als dass mit diesen Nutzungen Erträge erzielt werden und die Veranstalter in der Regeln über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, um die Gebühren zu bezahlen.»

Revidiert werden nicht nur die Reglemente für die Sporthallen und -plätze der Stadt, sondern auch für die Auenhalle, das Säli Winkel sowie die Zivilschutz und Militärunterkünfte. Neu wird für alle Anlagen auch eine Annulationsgebühr eingeführt, falls Veranstaltungen weniger als 15 Tage vor dem reservierten Termin abgesagt werden.