Wertvoller Fund
Historische Landkarte in Aarau gefunden und zum Schnäppchenpreis verkauft

Eine wertvolle Landkarte aus dem Jahr 1635 lag während Jahren vergessen auf einem Estrich in der Region Aarau. Die Zentralbibliothek Zürich hat das Dokument an einer Auktion für 9000 Franken erstanden. Ein Schnäppchenpreis.

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Die Gyger-Karte aus dem Jahr 1635

Die Gyger-Karte aus dem Jahr 1635

Zentralbibliothek

Wie die Karte in den Aargau kam, ist völlig unklar. Das Werk des Meister-Kartographen Hans Conrad Gyger aus dem Jahr 1635 zeigt den oberen Zürichsee. Ausschlag gab ein Grenzstreit zwischen den Kantonen Zürich und Schwyz. Das historische Dokument ist ein Unikat. Aus dem 18. Jahrhundert kennt man zwei Kopien. Danach verliert sich die Spur.

Zuletzt gehörte die Karte einer Familie in der Region Aarau. Genauer gesagt einer Erbengemeinschaft, die das vergessene Meisterwerkauf dem Dachboden fand. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts liess der Besitzer sie in Aarau noch auf einen Holzrahmen aufziehen, bei einem gewissen Werner Hiltbrunner.

Die Identität der Verkäufer darf das Autkionshaus Zofingen nicht bekanntgeben. «Es würde auch nichts bringen», erklärt Auktionator Jules Lang. «Die vorherigen Besitzer wissen leider nichts darüber, wie die Karte in den Besitz der Familie gekommen ist.» Es komme immer wieder vor, dass Nachkommen wertvolle Erbstückte entdeckten, aber nichts über ihre Herkunft wissen.

Günstiges Angebot

«Wir haben diesen Preis sehr gerne bezahlt», sagt Jost Schmid im Hinblick auf den Kaufpreis. Der Leiter der Abteilung Karten und Panoramen von der Zentralbibliothek Zürich hatte einen Tipp erhalten und daraufhin an der Auktion in Zofingen zugeschlagen. Diese fand bereits im vergangenen Dezember statt. Die neuen Besitzer wollten aber mit der Bekanntmachung warten, bis gesicherte wissenschaftliche vorliegen.

«Einen Marktwert festzusetzen ist schwierig», meint Jost Schmid. Die Karte dürfte aber einiges mehr wert sein, als die von der Zentralbibliothek bezahlten 9000 Franken. Ein Blick auf die einschlägigen Online-Auktionsplattformen zeigt: Bereits Drucke von historischen Karten werden zu Preisen weit über 10000 Franken gehandelt.

Seiner Zeit weit voraus

Dafür spricht auch, dass Hans Conrad Gyger zu den besten Kartenmalern seiner Zeit gehörte. «Gyger war seiner Zeit mindestens 150 Jahre voraus», erklärt der Geograph. Die unterschiedliche Färbung für verschiedene Territorien, wie sie Gyger auf seiner Karte verwendet, war bis dahin noch unbekannt. «Seine Qualität ist auch international anerkannt.»

Durch den Verkauf ist die Gyger-Karte nun wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Sie kann in der Zentralbibliothek Zürich besichtigt werden. (cze)

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