Aarau und Solothurn haben manches miteinander gemein. Etwa eine Agglomeration mit rund 100'000 Einwohnern. Oder ein Nettovermögen in vergleichbarer Höhe (Aarau 70–80 Mio., Solothurn 60–70 Mio.). Dies und vieles andere erfuhr das Publikum beim Vergleich der beiden Städte, den Hanspeter Hilfiker (Aarauer FDP-Stadtrat sowie Kandidat fürs Stadtpräsidium) und Kurt Fluri (Nationalrat FDP und Stadtpräsident Solothurn) an einer Veranstaltung der FDP Aarau im Café Littéraire zogen.

Beide Magistraten sprachen von einem «noch immer guten Branchenmix» in ihren Altstädten. Jene Solothurns ist schon lange verkehrsfrei (Aarau 2006). Von den Parkhäusern Baseltor, Bieltor und Berntor aus ist das Zentrum innert weniger Minuten zu Fuss erreichbar. Die Busse umfahren die Solothurner Altstadt. «Weil die Stadttore», so Fluri, «zu eng sind.»

Während Aarau per 2018 die Steuern um 3 Prozent erhöhen möchte, geht Solothurn «wahrscheinlich wieder runter» auf 110 Prozent. Wobei der Steuerfuss, (aktuell 112 Prozent) bereits markant unter dem kantonalen Mittel, aber über jenem Aaraus (97 Prozent) liegt.

In Solothurn, so Fluri, will die Stadt keine aktive Liegenschaftspolitik betreiben. Nur dort, wo das Land der Stadt gehöre, werde dieses entwickelt – und dann verkauft. Und auf eine Idee wie die Initiative «Raum für alle» sei die Stadtsolothurner SP bisher nicht gekommen. Im Bereich Wirtschaft mache Solothurn notfalls klar, dass man primär an wertschöpfungsintensiven Firmen interessiert sei. Attraktiv machten die Stadt die Rahmenbedingungen wie zum Beispiel kurze Verkehrswege und Bewilligungsverfahren.

Die Wirkung der Kultur für Solothurns Stadtentwicklung ist laut Fluri gross. Etwa 10 Prozent des städtischen Aufwands fliessen in die Kultur. Inzwischen zahlen auch die Agglomerationsgemeinden mit. Fusionsprojekte sind dagegen gescheitert. Bei anstehenden Investitionen von rund 100 Millionen für Sport und Kultur, so Hanspeter Hilfiker, plant die Stadt Aarau, etwa 15 Millionen in die Kultur zu investieren (Reithalle und KiFF-Neubau), den Rest in die Sport-Infrastruktur. (uw)