Aarau

Hilfe zur Selbsthilfe dank Offenheit und Neugier: Integrationsprojekt der Caritas Aarau startet ins dritte Jahr

Aller Anfang ist schwer: Das Integrationsprojekt «Co-Pilot» soll Flüchtlingen helfen, sich hierzulande im Alltag zurechtzufinden.

Aller Anfang ist schwer: Das Integrationsprojekt «Co-Pilot» soll Flüchtlingen helfen, sich hierzulande im Alltag zurechtzufinden.

Die Caritas Aarau startet zum dritten Mal das Integrationsprojekt «Co-Pilot». Dabei werden Personen gesucht, die Flüchtlingen dabei helfen, sich im Alltag zurechtzufinden. Nach den Sommerferien soll das Projekt, das ab Juni in Aarau und Baden läuft, auch in Zofingen starten.

Das Integrationsprojekt «Co-Pilot» der Caritas Aargau startet im Juni ins dritte Jahr. Dafür sucht Isabelle Odermatt, Projektleiterin bei der Caritas Aargau, Personen, die Flüchtlingen während eines Jahres helfen, sich mit dem Leben in der Schweiz vertraut zu machen. «Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe», sagt Odermatt. Der Co-Pilot ersetzt weder RAV noch Sozialarbeiter.

An zwei Abenden werden die Freiwilligen auf ihre Arbeit, ein Treffen jede Woche oder alle zwei Wochen, vorbereitet. Dabei werden auch Fallbeispiele durchgespielt, bevor Pilot und Co-Pilot sich treffen. Am Pilotenteam liegt es dann, sich regelmässig zu treffen. Dabei lernt der Pilot die kulturüblichen Verbindlichkeiten und auch Verhaltensweisen hierzulande kennen: Kindergeburtstage, Wohnungsbesichtigungen, Vereinsmitgliedschaften und weitere Alltagssituationen.

Offenheit und Neugier hält die Projektleiterin für gute Voraussetzungen für die Tätigkeit als Co-Pilot. Wer hat bis jetzt mitgemacht? «Leute querbeet», sagt sie und nennt Beispiele: Hausfrauen, eine 80-jährige Seniorin, ein ehemaliger Staatsanwalt, ein praktizierender Arzt. «Für Co-Piloten soll kein Druck entstehen», sagt Odermatt, im Gegenteil: Es soll Spass machen. Was sich daraus ergibt und wo die Treffen stattfinden, hängt von den Parteien ab. Es gehe ums Begleiten und Unterstützen. Vielleicht kann der Co-Pilot eine Arbeit vermitteln oder bei der Wohnungssuche begleiten, dies aber immer als Co-Pilot: Pilot ist der Flüchtling.

Zwei, drei Monate nach Beginn des Flugjahres gibt es einen Erfahrungsaustausch: Was läuft gut; wo liegen Schwierigkeiten? Isabelle Odermatt begleitet die Co-Piloten. Und am Ende des Jahres wird der Flug evaluiert. Nach den Sommerferien soll das Projekt, das ab Juni 2020 in Aarau und Baden läuft, auch in Zofingen starten. «Dass das Projekt eine gute Sache ist, hat sich unter den Geflüchteten herumgesprochen.» 39 Personen stehen auf der Warteliste. Interessierte Co-Piloten können sich bei Isabelle Odermatt melden: io@caritas-aargau.ch. (wpo)

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