Aarau

Hier werden es Einbrecher schwer haben: Prävention beginnt bereits beim Bau

Das neue Aeschbachquartier wird mit niedrigen Hecken und verwinkelten Wegen gestaltet. Das soll Einbrecher abhalten.

Das neue Aeschbachquartier wird mit niedrigen Hecken und verwinkelten Wegen gestaltet. Das soll Einbrecher abhalten.

Spezielle Massnahmen sollen die Sicherheit im neuen Aeschbachquartier im Torfeld Süd erhöhen. Mit verwinkelten Wegen und einer beleuchteten Tiefgarage sollen nächtliche Eindringlinge abgehalten werden. Auch gegen Wild-Pinkler steht ein Rezept.

Das Immobilienunternehmen Mobimo plant im Aeschbachquartier (AQA) im Torfeld Süd eine Überbauung mit Miet- und Eigentumswohnungen sowie Gewerbeflächen. Bereits bei der Planung will man sich gegen Kriminalität wappnen.

«Die Sicherheitsmassnahmen müssen jetzt miteinbezogen werden», sagt Projektleiter Andreas Heuss. «Steht die Überbauung, können wir schlecht etwas daran ändern.»

Für das Sicherheitskonzept wurden auch die Stadtpolizei Aarau sowie die Kantonspolizei Aargau miteinbezogen (siehe Box). Unter anderem ging man der Frage nach, wie ein Einbruch abläuft, sagt Heuss.

«Einbrecher halten sich gerne in dunklen Ecken und Nischen auf. Deshalb vermeiden wir in den Eingangsbereichen und bei der Tiefgarage schlecht einsehbare und dunkle Stellen.» Die einfach zugänglichen Räume werden speziell einbruchsicher ausgerüstet, wie es heute üblich ist.

Bei der neuen Überbauung achtet Mobimo auch auf winklige Durchgangs- und Durchfahrtsmöglichkeiten. Dies erschwere das Durchqueren des Gebiets und mache es unattraktiv, sagt Heuss.

«Auf verwinkelten Wegen fühlen sich Einbrecher erst einmal orientierungslos und fallen eher auf. Die Tiefgarage wird so beleuchtet, dass sich die Bewohner sicher fühlen. Ein Zutritt wird nur mittels Schlüssel möglich und soll videoüberwacht werden.

Wirkt die Überbauung durch diese Massnahmen nicht steril? «Nein», sagt Andreas Heuss. «Die Überbauung soll leben.» Mobimo wünscht, dass sich die Bewohner an Quartierfesten und Anlässen kennen lernen.

Auch dies sei eine Art Sicherheitsmassnahme. Kennen sich die Hausbewohner, fällt ein fremdes Gesicht schneller auf. Mobimo will einen Hauswart beschäftigen, der in der Überbauung lebt und mit seiner Umgebung vertraut ist. Dies sei persönlicher als eine professionelle Hauswartungsfirma.

Pinkler lieben Hecken

Hohe und dicke Hecken werden im Aeschbachquartier kaum angepflanzt. In ihnen hielten sich Einbrecher gerne versteckt, sagt Andreas Heuss. Ausserdem könnten Passanten, die sich auf dem Weg ins Fussballstadion Torfeld befinden, in die Hecken pinkeln. Immerhin wird das Areal mit bodendeckenden Sträuchern begrünt.

Zwar sind Sprayer keine Einbrecher – willkommen sind sie im AQA gleichwohl nicht: Die Mauern der Wohnblocks werden mit einem speziellen Untergrund versehen, sodass keine Graffiti darauf gemalt werden können. «Ist einmal eine Wand besprayt, geht es nicht lange und die anderen Wände sind auch voller Graffiti», sagt Heuss.

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