Das Thema beschäftigt die Badmeister seit Jahren: Jugendliche, die unter den Badhosen noch eine Unterhose tragen. Das Verdikt der Wasserexperten ist klar: eine unhygienische Bakterienbombe!

Über die Gründe des Modetrends wird spekuliert: Unterhosen mit Markenaufschrift auf dem Gummizug machen Eindruck, meint der Wohler Badmeister Martin Meier. «Da steht dann oft ‹Dolce & Gabbana› drauf», so Meier.

Die Unterhose gibt Sicherheit

Doch vielleicht ist es einfach die Angst des Wasserspringers vor dem Wegrutschen der Badhose: Die Unterhose gibt zusätzliche Sicherheit, damit sicher alles verdeckt bleibt. Manche tragen auch Unterhosen, weil moderne Surfer-Badehosen über kein Innennetz mehr verfügen.

Viele Badis machen schon am Eingang auf ihr Unterhosenverbot aufmerksam, zum Beispiel Aarau. «Das Verbotsschild haben wir nun seit acht Jahren. Wir müssen pro Woche höchstens drei Gäste daran erinnern, dass Unterhosen nicht erlaubt sind», sagt Badmeister René Hächler.

Auch in Baden sind die Unterhosen verboten. «Unterhosen unter den Badhosen sind ein absolutes No-Go. Wenn wir einen Jugendlichen zurück in die Garderobe schicken, ist ihm das meistens peinlich, das wirkt gut», sagt Betriebsleiter René Saurenmann.

Pius Huber, Badmeister in Brugg, hat das Gefühl, dass das Unterhosen-Problem in letzter Zeit wieder grösser wurde. «Ich weiss auch nicht wieso, es ist bei uns schon lange verboten», sagt Huber.

Auch in Kleidern baden gehen

Tolerant ist man am Hallwilersee: «Bei uns ist das kein Thema. Und manche Gäste müssen schliesslich wegen ihres Glaubens in den Kleidern baden gehen», sagt Daniel Leuenberger, Betriebsleiter des Arbeiterstrandbads Tennwil.

Auch in Muri gilt kein Unterhosenverbot. Badmeister Simon Studer erklärt warum: «Hier tragen nur ganz wenige Unterhosen. Viel wichtiger ist es, das man vor jedem Bad gründlich duscht. Und wer schon dreckige Unterhosen trägt, bei dem ist die Badehose alleine wahrscheinlich auch nicht hygienischer.»