Gränichen

Hier können die Kleinen den Wald bereits ab dem Laufalter erkunden

Tanja Kölliker (links) und Luzia Bütikofer basteln mit den Kindern beim Waldsofa in Gränichen.Bild: zvg

Tanja Kölliker (links) und Luzia Bütikofer basteln mit den Kindern beim Waldsofa in Gränichen.Bild: zvg

Luzia Bütikofer bietet in Gränichen regelmässige Gruppenausflüge in die Natur an. Kinder erkunden den Wald so bereits ab dem Laufalter.

Mit Gleichaltrigen spielen, basteln und singen: Dazu haben drei- bis vierjährige Kinder in einer Spielgruppe Gelegenheit. Doch manchmal können sie dort auch toben, klettern und wild herumrennen, zum Beispiel in der Gränicher Waldspielgruppe. Nach den drei Stunden, welche die Mädchen und Buben in der freien Natur verbringen, haben sie schmutzige Hosen und Laub in den Haaren. «Doch sie sind ausgepowert und zufrieden», erklärt Luzia Bütikofer, die die Waldspielgruppe vor zehn Jahren übernommen hat. Zweimal pro Woche zieht die 50-jährige Gränicherin, unterstützt von einer weiteren Leiterin, mit je rund einem Dutzend Vorschulkinder in den Wald, auch wenn es regnet oder schneit.

Bis zum Parkplatz im Wald werden die Kinder mit dem Bus chauffiert. Von dort aus geht es zu Fuss weiter zum Waldsofa. Unterwegs laden eine Sandsteinwand zum Klettern und ein steiles Bord zum Rutschen ein. «Der Weg zieht sich jeweils in die Länge, doch er ist ein wichtiger Teil der Spielgruppenzeit», erklärt Luzia Bütikofer. Beim Waldsofa angekommen, stellt die Spielgruppenleiterin den Kindern einige Spielsachen zur Verfügung. Kugelbahn, Schaukel oder Sägen. Ab und zu wird auch gebastelt, aber hauptsächlich sollen die Drei- bis Vierjährigen im Wald spielen.

Das Austoben in der Natur fördert auch die Motorik

Am Montagnachmittag und am Freitagmorgen bietet Luzia Bütikofer in Gränichen die Waldspielgruppe an. Zurzeit hat es am Montag noch wenige freie Plätze. Im Wald können sich die Kinder nicht nur austoben, der Aufenthalt draussen fördert auch die Motorik. «Anfangs stolpern die Kinder oft, wenn sie durch den Wald rennen. Das passiert mit der Zeit fast gar nicht mehr», sagt die Spielgruppenleiterin.

Um die Kinder auf die Waldspielgruppe, welche die Drei- und Vierjährigen alleine besuchen, vorzubereiten, hat sie im Frühling 2018 den ElKi-Wald ins Leben gerufen. Wie der Name sagt, ist das Angebot für Eltern – oder andere Erwachsene – und Kinder ab dem Laufalter bis etwa vier Jahre gedacht. Jeweils am Dienstagvormittag zieht diese Gruppe in den Gränicher Wald. Die Kinder spielen beim Waldsofa, entdecken die Natur, dürfen klettern und herumtoben. Die Leiterin erzählt eine Geschichte und beim Basteln mit Naturmaterialien helfen die Erwachsenen, während das mitgebrachte Znüni auf dem Feuer brutzelt. «Auch für die Mütter und Väter sind diese Treffen wertvoll», sagt Luzia Bütikofer. Kürzlich konnte sie ihr Arbeitspensum bei der Schule Gränichen aufstocken und suchte deshalb eine neue Leiterin für den ElKi-Wald. Diese hat sie in Tanja Kölliker gefunden.

Tanja Kölliker wollte das Angebot am Leben halten

Die 36-jährige Physiotherapeutin, selbst Mutter von zwei Kindern, wollte den ElKi-Wald unbedingt am Leben halten. «Es ist ein tolles und einzigartiges Angebot, das Eltern dabei unterstützt, mit kleinen Kindern die Natur und den Wald zu entdecken», sagt sie. Weiterhin findet der ElKi-Wald jeden zweiten Dienstag statt. Anmelden kann man sich jeweils bis Montagnachmittag bei Tanja Kölliker.

Sowohl die Waldspielgruppe wie auch der ElKi-Wald finden das ganze Jahr hindurch und bei jedem Wetter statt. Für Kinder vom Kindergartenalter bis zur dritten Klasse bietet Luzia Bütikofer einmal pro Monat einen Waldnachmittag an und im Frühling führt sie eine Indianerwoche durch.

Die Gränicherin freut sich, wenn sie ihre Liebe zum Wald weitergeben kann und sagt: «Wenn Eltern mir erzählen, dass sich ihre Kinder allein in der Natur beschäftigen können, ist das für mich eine grosse Genugtuung.»

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