Küttigen
Hier bringt der Fuchs volle Windeln und Flossen

Rund um den Hof der Familie Geier treibt es eine Fuchsfamilie dieses Jahr besonders bunt. Was die Bauernfamilie alles einsammeln muss, ist erstaunlich.

Katja Schlegel
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Ueli und Marianne Geier mit dem Korb voller Fuchs-Fundsachen.

Ueli und Marianne Geier mit dem Korb voller Fuchs-Fundsachen.

Katja Schlegel

«Dass die Füchse bei uns allerlei Dinge anschleppen, ist nicht neu», sagt der Küttiger Landwirt Ueli Geier, «aber in diesem Ausmass wie in diesem Sommer haben wir es noch nie erlebt.» Da liegt eine Schwimmflosse im Gemüsegarten, da liegen Turnschuhe auf der Weide und Stofftiere im Hof. Selbst der Schirm, den eine vom Regen überraschte Kundin vor ein paar Wochen im Hofladen ausgeliehen hatte, lag vor ein paar Tagen zwischen den Obstbäumen am Hang oben. Er gehe noch nicht einmal mehr aufs Feld, ohne eine Tasche für die gefundenen Schuhe mit dabei zu haben, sagt Ueli Geier und lacht.

Weit über ein Dutzend Turnschuhe, Gummistiefel, Fussballschuhe, Flipflops, Wanderschuhe und die eine Schwimmflosse hat der Fuchs in den letzten Wochen bei den Nachbarn geklaut und auf dem Areal rund um den Hof verteilt. «Die Jungfüchse lieben solche Spielsachen», sagt Ueli Geier. Seine Frau und er haben die Füchsin schon oft beim Eindunkeln beobachtet und in Richtung Wald in der «Halden» zu ihrem Bau spazieren sehen. Ein zweiter Bau befinde sich in der Hecke neben der Obstanlage. Nur die Kleinen, die haben sie noch nie gesehen.

Die Küttiger Füchse haben es nicht nur auf handliches Diebesgut abgesehen, sondern auch auf weit grösseres: «Ein Nachbar ist von merkwürdigen Geräuschen geweckt worden und hat aus dem Fenster beobachtet, wie der Fuchs ein Leiterwägeli, gefüllt mit allerlei Spielsachen, auf die Strasse gezerrt hat», sagt Marianne Geier. Erst als die Strasse stotzig wurde, hat er den Wagen stehen lassen müssen.

Auch Abfallsäcke werden Opfer

Die Schuhsammlung auf dem Gelände ärgert die Geiers eigentlich nicht, im Gegenteil. «Das sind immer wieder lustige Überraschungen», sagt Ueli Geier. Und im Gegensatz zu Hunden lassen diese Jungfüchse die Schuhe unbeschadet. «Die Schuhe sind dreckig, aber nicht zerkaut.» Und Marianne Geier erzählt von einer kleinen Keramik-Schüssel, die der Fuchs vor ein paar Jahren von der Terrasse verschleppt hatte, und die zwei Jahre später wieder auf der Weide neben den Stallungen lag – ohne einen einzigen Kratzer.

Ärgerlich wird es für die Geiers nur, wenn sich der Fuchs nicht vom Schuhregal, sondern bei den Abfallsäcken bedient. «Stellen die Nachbarn die Güselsäcke schon am Vorabend für die Abfuhr nach draussen, liegt bei uns am nächsten Morgen deren Inhalt inklusive voller Windeln in der Obstanlage», sagt Ueli Geier. Das sei dann alles andere als angenehm und mit viel Mehraufwand verbunden.

Das restliche Diebesgut haben die Geiers in einem Korb an die Rosenbergstrasse gestellt, damit die Nachbarn die vermissten Schuhe wieder einsammeln können. «Das klappt prima, die meisten Schuhe wurden schon wieder abgeholt – auch die Schwimmflosse», sagt Ueli Geier. Nur ein Schuh wird noch immer vermisst: Marianne Geiers Gartenschlappe.