Aarau
Heute wird am raumplanerischen Fundament des Stadions gehämmert – die wichtigsten Fragen und Antworten

Der Einwohnerrat Aarau befasst sich zum voraussichtlich letzten Mal mit der Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung, BNO. Um was geht es?

Urs Helbling, Daniel Vizentini
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Kopie von Aarauer Stadionprojekt mit Hochhäusern (Plan B)
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Um das Stadion im Torfeld (Platz für 10'000 Besucher) sollen vier unterschiedlich hohe Wohntürme gebaut werden.
Die Einnahmen aus den vier geplanten Hochhäusern sollen das Stadion mitfinanzieren.
Modell-Ansicht: Das Stadion mit den vier Hochhäusern (von Südosten her gesehen).
Die Modell-Ansicht von der Echolinde aus zeigt, wie sich die Silhouetten der vier geplanten Hochhäuser (rechte Bildhälfte) im Stadtbild machen würden. Am linken Bildrand ist das Telli-Hochhaus zu sehen (80 Meter hoch), rechts davon das AEW-Hochhaus (60 Meter hoch).
Bauherrin des Stadions ist die HRS.
Visualisierung: So soll es beim neuen Aarauer Stadion aussehen.
Der Verein "Unser Stadion" ist gegen das Projekt im Torfeld Süd: Er favorisiert für das neue Aarauer Fussballstadion den Standort Obermatte in Buchs.
Ende August 2019 sagte der Einwohnerrat Aarau Ja zu zwei Stadion-Vorlagen. Im November stimmt das Aarauer Volk ab. Im Bild: Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker (M. FDP) und Stadrätin Suzanne Marclay (FDP) während der Debatte im Einwohnerrat.
Vor der Debatte: Alfred Schmid (l.), aktueller Präsident des FC Aarau, und Philipp Bonorand, sein Nachfolger im Spalier der FCA Junioren vor dem Parlamentsgebäude. aufgenommen vor der Stadion Debatte des Einwohnerrat Aarau am 26. August 2019. "mein stadion, mein quartier, unsertorfeld.ch"
Vorderhand trägt der FC Aarau seine Spiele weiterhin im Stadion Brügglifeld aus. (Bild vom Match zwischen dem FC Aarau und dem FC Basel 1893 am 15. Mai 2014.)
25. Juli 2019: Das Stadion Brügglifeld hat eine neue Bestuhlung auf der Sitzplatz-Tribüne erhalten.

Kopie von Aarauer Stadionprojekt mit Hochhäusern (Plan B)

Zur Verfügung gestellt

Machen Sie sich keine Sorgen, wenn es Ihnen schwer fällt, diese Materie zu verstehen. Sie ist äusserst komplex. Wir beantworten hier die neun wichtigsten Fragen:

1. Um was geht es grundsätzlich?

Die Stadt Aarau ist seit Jahren daran, ihre Bau- und Nutzungsordnung (BNO) total zu überarbeiten. Die Gesamtrevision ist schon sehr weit fortgeschritten, man befindet sich auf der Zielgeraden. Der Regierungsrat hat die neue BNO bereits als «genehmigungsfähig» erklärt.

2. Wie hängen die BNO-Gesamtrevision und die Stadion-Vorlagen zusammen?

Am 24. November werden die Aarauer unter anderem über die «Teiländerung Nutzungsplanung Torfeld Süd, Stadion 2017» abstimmen. Damit werden die raumplanerischen Voraussetzungen für die Fussballarena und die vier Hochhäuser geschaffen. Diese Teiländerung ist auf der neuen BNO aufgepfropft. Im Prinzip wird etwas revidiert, dass gar noch nicht in Kraft ist.

3. Was entscheidet der Einwohnerrat heute Abend?

Er befasst sich nochmals mit dem Fundament: der Gesamtrevision der BNO. Diese hat er vor einem Jahr (am 27. August 2018) bereits einmal grundsätzlich verabschiedet. Aber er brachte damals einige kleine Änderungswünsche an, die ihm der Stadtrat nun heute zur definitiven Genehmigung vorlegt. Weil der Stadtrat vollumfänglich den Wünschen des Einwohnerrates gefolgt ist, dürfte es heute keine negativen Überraschungen geben. Es geht beispielsweise um den Fernwärme-Zwang: Der Stadtrat soll künftige Bauherren schneller zum Anschluss ans Eniwa-Netz verpflichten können. Schon bei einem Bedarf ab 0,5 Gigawattstunden und nicht erst – wie ursprünglich geplant – ab 1 Gigawattstunde.

4. Gibt es noch eine Volksabstimmung über die Gesamtrevision der BNO?

Im Prinzip nicht. Denn die Referendumsfrist ist im letzten Herbst abgelaufen, ohne dass genügend Unterschriften eingereicht worden sind. Allerdings gab es in diesem Zusammenhang Stimmrechtsbeschwerden. Diese sind beim Bundesgericht hängig. Ihre Behandlung dauert länger, als viele gehofft hatten.

5. Könnte sich die Inkraftsetzung der gesamtrevidierten BNO weiter verzögern?

Die Gefahr besteht – auch wenn das Bundesgericht den Beschwerden die aufschiebende Wirkung abgesprochen hat. Falls es die Beschwerden in seinem in seinem abschliessenden Urteil gutheisst, muss eine neue Referendumsfrist (zum Einwohnerratsentscheid vom August 2018) angesetzt werden. Im Extremfall käme das Geschäft nochmals vor den Einwohnerrat. Der Zeitverlust könnte schnell ein Jahr betragne. Und weil die Torfeld-Teiländerung auf der gesamtrevidierten BNO aufgepfropft ist, würde sich auch das Stadion um ein weiteres Jahr verzögern.

Die unendliche Geschichte des Aarauer Stadions:

Seit über 30 Jahren ist klar, dass der FC Aarau ein neues Stadion braucht. Was bisher geschah, erfahren Sie in der Bildergalerie.
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1985: Cupsieg und Erkenntnis Der FC Aarau feiert 1985 seinen bisher einzigen Cupsieg. Vier Jahre spielt der FCA schon in der Nationalliga A. Es wird klar: Für die höchste Spielklasse ist das Brügglifeld zu klein.
1994: Erstes Projekt Sie nennen es "Vision 2002": Architekt und Ex-Fc-Aarau-Präsident Ernst Lämmli sowie Bauingenieur und Landbesitzer Peter Zubler wollen in Schafisheim ein Stadion in der Kiesgrube bauen. Für 30 Millionen Franken und 20'000 Zuschauer, inklusive Casino.
2000: Mittellandarena Der Gestaltungsplan Mittellandpark wird erarbeitet. Er umfasst das Stadion «Mittellandarena», ein grosses Shopping-Center und Büros. 2006 soll im 70-Millionen-Franken-Stadion im Torfeld Süd gekickt werden.
2001: "Vision 2002" am Ende Das weit fortgeschrittene Projekt scheitert an der Finanzierung, Zonenvorschriften und dem Widerstand "von ein paar wenigen im Verein", wie Lämmli (rechts) in einem Interview sagt.
2003: Mittellandpark nimmt erste Hürde Der Aarauer Einwohnerrat heisst einen Kredit von 900'000 Franken für die Planung des Mittellandparkes deutlich gut.
2005: Niederlage an der Urne Das Aarauer Stimmvolk lehnt das 25-Millionen-Darlehen der Stadt für den Mittellandpark ab. Eine Umfrage ergibt, dass sich die Ablehnung primär gegen das Einkaufszentrum richtet. Wenig später geben die Initianten auf.
2006: Standort Buchs Neben der Sanierung des Brügglifelds und dem Torfeld Süd (Mittellandpark) kommen zwei neue Varianten aufs Tapet. Beide sehen Standorte in Buchs vor: Lostorf und die Obermatte.
2007: Torfeld Süd setzt sich durch Der Aarauer Einwohnerrat genehmigt im Juni einen Kredit von 1,6 Millionen Franken für ein Stadion mit Mantelnutzung im Torfeld Süd. Die Einkaufsfläche ist gegenüber dem Mittellandpark halbiert. Ebenfalls zur Diskussion steht die Buchser Obermatte. Sie findet lediglich bei einer linken Minderheit Anklang. Das Stimmvolk segnet den Kredit im Herbst ab.
2008: Volk sagt Ja Der Souverän der Stadt Aarau stimmt deutlich für einen Betrag von 17 Millionen Franken für ein neues FCA-Stadion im Torfeld Süd. Bauherrin ist die private HRS AG. Vorbild für das Stadion soll die Neuenburger "Maladière" sein (Bild). Insgesamt kostet das Stadion 36 Millionen Franken.
2009: Einsprachen Gegen Gestaltungsplan und Stadion-Baugesuch gehen 41 Einsprachen ein.
13.5.2010: Abstieg Schock für den FC Aarau: Der "unabsteigbare" Klub muss nach einem 1:4 gegen GC und dem gleichzeitigen Sieg von Bellinzona den Gang in die Challenge League antreten. David Marazzi (Bild) wird von seinen Emotionen überwältigt.
13.6.2010: Erneuter Abstimmungserfolg Die Nutzungsplanung "Torfeld Süd" schafft auch die letzte politische Hürde. In einer Referendumsabstimmung heisst das Volk die Spezialzone mit einer Ja-Mehrheit von 69,5 Prozent gut. Das Stadion könnte jetzt eigentlich gebaut werden. Wenn da nicht die Einsprachen wären.
23.2.2011: Kein Asyl für GC Mitten in die Stadionplanung platzt die Meldung, dass die Grasshoppers mit einem Umzug nach Aarau liebäugeln. Die Miete im Letzigrund ist GC zu hoch. Der FCA ersucht den Stadtrat, den Zürchern Asyl zu gewähren – wegen Synergien im geplanten Stadion. Der Stadrat lehnt das Begehren ab. Grund: Die Zusatzbelastung wäre für das Volk nicht zumutbar. Bild: Aarau's Michele Polverino, links, fällt nach im Zweikampf mit GC's Rolf Feltscher im Brügglifeld.
11.5.2011: Einsprachen abgelehnt Jetzt ist der Aargauer Regierungsrat an der Reihe: Die Kantonsregierung weist die verbliebenen Beschwerden vom Sommer 2009 ab und genehmigt sowohl die Spezialzone Torfeld Süd als auch den Gestaltungsplan. Mehrere Bewohner des Aarauer Gönhard-Quartiers ziehen ihre Beschwerde ans kantonale Verwaltungsgericht weiter.
9.12.2011: HRS muss Projekt erneuern Nach dem Entscheid des Einwohnerrates vom 14. November 2011, auf die Realisierung von polysportiven Mantelnutzungen im Stadionkomplex zu verzichten (zu teuer), muss die HRS das Projekt überarbeiten. Das Baugesuch muss ein zweites Mal aufgelegt werden. Die Grundeigentümerin Mobimo rechnet mit der Inbetriebnahme des Stadions im Jahr 2015.
2012: Stadionprojekt komplett überarbeitet Weil gegen das erste Baugesuch viele Einsprachen eingingen, präsentiert die HRS ein völlig überarbeitetes Projekt (Bild). Es ist der dritte Anlauf für ein Stadion im Torfeld Süd. Gegen das neue Projekt gehen vier Einsprachen ein. Drei werden später nach langen Verhandlungen zurückgezogen.
2013: Aufstieg Erfolg auf dem Rasen: Der FC Aarau steigt nach drei Jahren in der Zweitklassigkeit in die Super League auf.
2014: Durchbruch und neue Sorgen Der FCA jubelt: Der Stadtrat erteilt die lang ersehnte Baubewilligung für das Stadion. Doch neues Ungemach folgt sogleich: Der letzte verbliebene Einsprecher reicht Beschwerde gegen die Baubewilligung ein. Er wird als Stadionverhinderer landesweit bekannt, weil der "Blick" seine Identität teilweise aufdeckt. Er findet das geplante Einkaufszentrum zu gross.
2015: Beschwerde-Marathon 2015 ist das Jahr der Justiz im Fall Torfeld Süd: Der Aargauer Regierungsrat weist die Beschwerde des Anwohners am 21. Januar ab. Er zieht vor Verwaltungsgericht, unterliegt und gelangt ans Bundesgericht. Die Bundesrichter entscheiden vorerst, dass das laufende Verfahren keine aufschiebende Wirkung hat. Trotzdem warten Stadt und die Bauherrin HRS mit dem Baubeginn zu. Auch mit einem Ausstandsbegehren scheitert der Anwohner vor Verwaltungs- und Bundesgericht.
29.5.2015: Abstieg Der FC Aarau steigt in die Challenge League ab. Mit einem 3:2-Sieg gegen den FC Thun verabschiedet sich der Klub in die Zweitklassigkeit. Bild: Sandro Burki (links) und Kollegen applaudieren zum letzten Mal in der Super League.
2016: Machtwort Das Bundesgericht weist die Stadionbeschwerde ab. "Endlich: Das Stadion kann gebaut werden", titelt die Aargauer Zeitung. Heute wissen wir: Es ging noch immer nichts.
1.5.2017: Plan B Wegen den Einsprachen, strengeren Auflagen der Liga und neuen Gesetzen kostet das Stadion nun 20 Millionen Franken mehr. Die HRS präsentiert darum den Plan B: kein Einkaufszentrum, dafür Hochhäuser für Wohnungen, Gewerbe und kleine Läden im Erdgeschoss.
15.11.2017: Stadion-Retter? Erster Auftritt von "meinstadion.ch": Die Initianten um den früheren FCA-Präsidenten Michael Hunziker (Bild Mitte) halten nichts vom Plan B. Sie wollen, dass der ursprüngliche Plan umgesetzt wird, damit die am 18. Mai 2018 ablaufende Baubewilligung nicht verfällt. Um das fehlende Geld aufzutreiben, haben sie unter anderem ein Crowdfunding lanciert. Vier Millionen Franken sollen so zusammenkommen.
26.2.2018: Millionenstrafe gefordert "meinstadion.ch" fordert eine Konventionalstrafe von mindestens 5 Millionen Franken für die HRS, sollte diese ihrer Pflicht, dem Stadionbau, nicht nachkommen. HRS hat ein bewilligtes Stadion-Projekt, will aber statt eines Einkaufszentrums Hochhäuser bauen.
6.3.2018: Plan C HRS und "meinstadion.ch" skizzieren einen Plan C. In einer Mitteilung heisst es: "Eine Zwischenfinanzierung soll es ermöglichen, den Stadionbau vom Vorliegen von rechtskräftigen Baubewilligungen von Hochhäusern zu entkoppeln." Damit könnte mit dem Stadionbau begonnen werden, auch wenn für die Hochhäuser keine Baubewilligung vorliegt. Plan C würde rund 40 Millionen Franken kosten. Und Junioren müssen nicht mehr Kissen auf die Sitzflächen der besseren Plätze im Brügglifeld legen.
21.3.2018: Gemeinsam für Plan B Stadt, Bauherrin HRS, FCA und "meinstadion.ch" geben an einer gemeinsamen Medienkonferenz das Versprechen ab: Wir ziehen jetzt alle am gleichen Strick, am Strick Plan B (Stadion mit Hochhäusern). Darum braucht es eine erneute Abstimmung über die BNO-Revision (Bau- und Nutzungsordnung). Ein Ja ist die Voraussetzung für das neue Stadion. Die Bauherrin HRS unterstützt den FCA ausserdem in den nächsten fünf Jahren mit einer Million Franken, zusätzlich zu den bisher jährlich 70'000 Franken.
Plan B: Das Stadion mit Hochhäusern.
31.8.2018: Neues Baugesuch eingereicht Das Baugesuch des angepassten Projekts für das Stadion liegt auf dem Tisch der Aarauer Verwaltung. Das komplette Gesuch für das angepasste Stadion umfasst 20 Büroschachteln. Der Baubeginn für das Stadion erfolgt erst, wenn für die neben dem Stadion geplanten vier Hochhäuser eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt. Voraussetzung dafür ist, dass das Volk der BNO-Revision zustimmen wird.
7.2.2019: Bundesgericht hebt Urteil auf Das Bundesgericht heisst eine Beschwerde von sechs Personen gegen ein Urteil des Aargauer Verwaltungsgericht gut. Dieses hatte eine fristgerechte Eingabe der Beschwerdeführer nicht berücksichtigt. Es hatte den Fehler selbst bemerkt und vor Bundesgericht beantragt, dass die Beschwerde gutgeheissen wird.
3.5.2019: Stadion-Gegner blitzen beim Aargauer Verwaltungsgericht ab Das Aargauer Verwaltungsgericht weist drei Beschwerden zur Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) ab. Darunter auch jene, die es zum zweiten Mal bearbeiten musste, weil es beim ersten Mal das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer verletzt hatte. Das Bundesgericht hatte das Urteil darum aufgehoben. Das Stadion geht frühestens in der Saison 2022/2023 in Betrieb.
16.8.2019: Politiker aus dem links-grünen, vereinzelt auch aus dem bürgerlichen Lager lancieren überraschend eine Volksinitiative für einen neuen Stadion-Standort – die Buchser Obermatte kommt wieder ins Gespräch.
26.8.2019: Der Aarauer Einwohnerrat heisst die Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung und den 17-Millionen-Kredit gut. Damit steht der Volksabstimmung im November 2019 nichts mehr im Weg. Im Bild: FDP-Fraktionschef Yannick Berner im FCA-Dress.
24.11.2019: Die Stadt Aarau sagt zu beiden Abstimmungen bezüglich Stadion im Torfeld Süd mit 61 Prozent Ja. Die Auflage der Baugesuche für Stadion, Hochhäuser und Zwischenbau ist frühestens nach den Sommerferien 2020 realistisch.
5.6.2020: Die Auflage des Baugesuches verzögert sich, das Verfahren ist anspruchsvoll und der Druck der Stadion-Gegner weiterhin gross. Es könnte darum sein, dass das Aarauer Stadion erst 2028 steht.

Seit über 30 Jahren ist klar, dass der FC Aarau ein neues Stadion braucht. Was bisher geschah, erfahren Sie in der Bildergalerie.

zvg/nightnurse images, Montage: AZ

6. Wer hofft neben den Stadion-Befürwortern auch noch auf eine schnelle Inkraftsetzung der neuen BNO?

Alle Investoren, die Projekte vorantreiben, die auf die grosszügigeren Regeln der neuen BNO aufbauen. Gute Beispiele sind der Neubau des Hotels Aarauerhofs beim Bahnhof. Oder die geplante Wohnüberbauung auf dem ehemaligen «Hangartner»-Areal (beim Lidl) in der Telli.

7. Warum dauert es so lange, bis die BNO gesamtrevidiert ist?

Eine solche Revision ist faktisch ein Generationenprojekt. Nicht primär wegen der Einsprachen und Beschwerden, sondern wegen der Komplexität der Materie und der vielen unterschiedlichen Interessen. Aarau ist hier kein Ausnahmefall: Auch andere Gemeinden tun sich mit ihren BNO-Revisionen schwer. Insbesondere dann, wenn sie auszonen müssen – was in Aarau nicht der Fall ist.

8. Warum ist eine Überarbeitung der BNO nötig?

Die aktuelle BNO der Stadt Aarau ist fast 40-jährig, diejenige des Stadtteils Aarau Rohr stammt aus dem Jahr 2008. Seit der Fusion vor neun Jahren wurden beide BNOs parallel angewendet, die Fusion wurde bei dem Thema noch nicht vollzogen.

9. Bleibt die Frage der Fragen: Wann beginnt der Bau des Stadions?

Selbst wenn der Einwohnerrat heute Abend alle Anträge durchwinkt (was erwartet wird), das Bundesgericht die Stimmrechtsbeschwerden abweist (was wahrscheinlich ist), die Aarauer der Teiländerung zustimmen werden (was man am Mittag des 24. Novembers wissen wird), der Regierungsrat sowohl die Gesamtrevision der BNO als auch die Teiländerung Torfeld Süd genehmigt und der Gestaltungsplan sowohl vom Stadtrat als auch vom Regierungsrat durchgewunken ist, wird es noch dauern: Zu guter Letzt folgt das Baubewilligungsverfahren mit all seinen Einsprache- und Beschwerde-Möglichkeiten.