54 Bars und Essensstände, zwischen 20'000 und 30'000 Besucher, mehr als zwei Dutzend Auftritte von Bands, DJs, Musikgruppen und Tänzern – heute Abend vibriert die Stadt. Nie geht es so hoch zu und her wie am Vorabend. Die Vorfreude trüben können noch nicht einmal die mässigen Wetterprognosen.

Viel gerüttelt wurde am diesjährigen Vorabend nicht. Die Neuerungen, die 2017 eingeführt wurden, werden beibehalten. So etwa das Musikkonzept. «Jede Gasse hat neu ihren eigenen musikalischen Charakter; das hat sich bewährt und sorgt für ein breites Angebot für alle», sagt Marco Salvini, seit Herbst 2016 Präsident des Vereins Maienzugvorabend (als Privatperson, nicht als städtischer Angestellter). Bewährt haben sich auch die Massnahmen für das bessere Verzetteln der Besucher: War auf der Kreuzung Kronengasse/Metzgergasse-
Pelzgasse/Laurenzentorgasse früher jeweils kaum ein Durchkommen, verteilen sich die Menschenmengen heute grossflächiger. Dies unter anderem dank dem Verbot von Live-Musik in den Gassen und neuen Angeboten etwas ausserhalb, wie beispielsweise den Bühnen in der Vorderen Vorstadt, am Graben, auf dem Schlossplatz oder in der Markthalle.

Mit 54 Bars und Essensständen sind dieses Jahr so viele Anbieter präsent wie noch nie. Neu dazugekommen sind die neuen Café-Bars «Amigo» und «Lockentopf» Zwischen den Toren sowie die Gelateria «Fab & John» am Zollrain. Das Privileg ist exklusiv Gastronomen und Besitzern von Lebensmittelgeschäften in der Altstadt vorbehalten. Auswärtige werden nur in Einzelfällen zugelassen. Ausnahmen sind die «FC Aarau Fans», welche seit 2017 die Markthalle bespielen, der Kurier «Sushi e piu» am Holzmarkt sowie – seit Jahrzehnten – der Jodlerklub und die SVP Aarau-Rohr (beide beim Fischlibrunnen am Graben).

Für Tradition herrscht Ruhe

Um den Besuchern die ganze Vielfalt des Vorabend-Programms aufzuzeigen, hat der Verein dieses Jahr erstmals 1000 Flyer und 200 Plakate mit dem neuen Erscheinungsbild (entwickelt von der Agentur Denkmal) drucken lassen. Daraus sind sämtliche Programmpunkte ersichtlich; von den Kanonenschüssen auf der Zinne bis zu sämtlichen Auftrittszeiten und -orten aller Künstler. «Wir wollen die ganze Bandbreite visuell aufzeigen», sagt Salvini. Den Flyer könne jeder in den Hosensack oder in die Handtasche nehmen. «So weiss jede Besucherin und jeder Besucher, wo wann was läuft.»

Beibehalten wird auch das Akustikkonzept: Bis 19 Uhr darf keine Musik gespielt werden, bis 22 Uhr nur mit gedrosselter Lautstärke. Ab 22 Uhr ist dann Party angesagt, bis um 1.30 Uhr. Gewirtet werden darf bis 2 Uhr, danach ist Ruhe angesagt. Wer als Wirt noch nach 2 Uhr etwas ausschenkt, wird im Folgejahr aus dem Vorabend ausgeschlossen. Warum gelten für die Lautstärke nicht die gesetzlichen Beschränkungen? «Wir wollen den traditionellen Programmpunkten wie dem Zapfenstreich der Kadettenmusik und dem Spiel des Carillons einen angemessenen Rahmen bieten», sagt Salvini. «Und nach 19 Uhr ist nur leisere Musik erlaubt, damit die Besucher besser miteinander reden und ungestörter essen können.»
Eine Änderung betrifft nicht den Vorabend, wohl aber den Trägerverein (besteht seit 2015): Reto Fischer hat seinen Austritt angekündigt. Damit besteht der Vorstand noch aus Marco Salvini (Leiter Organisation und Strategie bei der Stadt), Mathias Seifritz («La passion du vin»), Michael Ganz («Boiler Club») und Dominik Lenzin (Gautschi Lenzin Schenker Architekten). Salvini: «Wir suchen nun einen Nachfolger – oder am liebsten eine Nachfolgerin. Interessierte können sich gerne melden.» 

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