Aarau
Herzogplatz-Umbau: Darum ist der Umbau auch nach vier Jahren nicht bewilligt

Baugesuch: Die Einwendungen wegen des Herzogenplatz-Umbaus in Aarau sind komplexer als erwartet – und brauchen viel mehr Zeit.

Nadja Rohner
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Der Herzogplatz in Aarau.

Der Herzogplatz in Aarau.

Mario Heller

Normalerweise ist die Umgestaltung einer Quartier-Kreuzung keine grosse Sache. Doch am Umbau des Aarauer Herzogplatzes wird schon seit 2014 herumgeknobelt. Am Herzogplatz, im Quartier Gönhard gelegen, treffen die Herzogstrasse, die Westallee, die Gotthelfstrasse und die Bachstrasse aufeinander; Brügglifeld-Besucher treffen den Platz auf ihrem Fussweg vom Bahnhof her. Vor allem zu Stosszeiten haben Velofahrer und Fussgänger Mühe, den relativ grossen Verkehrsknoten zu überqueren; es sei «zeitweise gefährlich und schwierig», hält der Technische Bericht zum Umbauvorhaben fest. Denn die Kreuzung ist als Tempo-50-Knoten ausgebaut, es gilt aber schon längst Tempo 30. Deshalb, aber auch aufgrund notwendiger Werkleitungssanierungen soll der Herzogplatz umgestaltet werden. Das Baugesuch für den – etwa 300 000 Franken teuren - Umbau lag vor zwei Jahren öffentlich auf. Und noch immer liegt keine Baubewilligung vor.

Es waren zwölf Einsprachen eingegangen. Die meisten kritisierten, dass die heute noch vorhandenen Fussgängerstreifen verschwinden sollen. Das entspricht dem Credo der Stadt, wonach in 30er-Zonen möglichst keine Fussgängerstreifen liegen sollen. Dann darf man die Fahrbahn als Fussgänger überall queren, hat aber keinen Vortritt. Eine Ausnahme ihrer eigenen Regel macht die Stadt bislang nur direkt bei Schulgebäuden. Im März letzten Jahres sagte der zuständige Stadtrat Werner Schib gegenüber der AZ, der Stadtrat werde demnächst über das Baugesuch entscheiden.

Nun, fast anderthalb Jahre später, sagt der zuständige Projektleiter bei der städtischen Sektion Tiefbau, Lukas Rauchenstein: «Der Stadtrat wird nach den Sommerferien über die verbliebenen Einwendungen und über das Baugesuch beschliessen.» Und: «Die Abklärungen zu den Einwendungen waren komplexer als erwartet und haben mehr Zeit beansprucht.»
Ursprünglich wurde mit einer Bauzeit von rund sechs Monaten gerechnet. «Sobald die rechtskräftige Baubewilligung vorliegt, wird das Bauprogramm aktualisiert und auf die Gegebenheiten vor Ort abgestimmt», so der Projektleiter. «Der Baustart am Herzogplatz wird auch von den verschiedenen Baustellen der Eniwa AG im Gönhardquartier beeinflusst, da der Verkehr gewährleistet werden muss.»