Seit die AXA Mitte 2017 bekannt gegeben hatte, dass sie ihre beiden «Staumauern» in der Telli (Delfterstrasse, Gebäude B und C samt Tiefgarage) ab dem Jahr 2020 im grossen Stil sanieren will, sind die Bewohner verunsichert. Wie wird ihre Wohnung aussehen? Was wird anders? Passt der Schrank noch rein? Wie teuer werden die frisch sanierten Wohnungen?

Auf einige dieser Fragen hat die AXA nun Antworten: Am Freitag und Samstag durften die betroffenen Bewohner – es sind etwa 1500 bis 1600 Personen, verteilt auf 581 Wohnungen mit 1,5 bis 5,5 Zimmern – erstmals die bereits umgebaute Muster-Wohnung (4,5 Zimmer) besichtigen. Nicht von der Hand zu weisen ist: Die neuen Wohnungen sind heller und moderner. Die Fensterrahmen werden modern grau statt braun, die wadenhohen Radiatoren vor den Fenstern werden durch Wandradiatoren ersetzt, alle Fenster sind neu raumhoch, jedes Zimmer hat einen Balkonzugang. Wo es noch Teppiche hat, werden diese nach Absprache durch Parkett ersetzt. Komplett erneuert werden Lüftung und Heizung (neu Eniwa-Fernwärme). In einigen Wohnungen verläuft neu ein Lüftungskanal der Zimmerdecke entlang und könnte bei hohen Schränken zum Problem werden.

Massive Änderungen erfahren die Balkone, von denen die meisten Wohnungen zwei haben: Der Ost-Balkon, bereits heute schmal, verliert aufgrund der Fassadendämmung nochmals rund die Hälfte seiner Tiefe und taugt kaum noch zum draussen Sitzen.

Aber dafür wird der Balkon auf der West-Seite fast einen Meter tiefer und die heute niedrige Brüstung – nicht ganz ungefährlich bei einem Gebäude mit bis zu 18 Stockwerken – wird höher und breiter. Für diese Neuerungen müssen die West-Balkone komplett entfernt und wieder aufgebaut werden. Aus Denkmalschutzgründen müssen die Gebäude von aussen möglichst gleich aussehen wie bisher. Die Fassaden der beiden Gebäude aus den 1970er-Jahren sind noch nie saniert worden. Auch der Brandschutz wird auf den neusten Stand gebracht. Die Feuerwehr kann künftig im Brandfall mit dem Lift das ganze Haus erreichen. Dank Rauchdruckanlage bleibt das Treppenhaus rauchfrei.

Die Türen schliessen sich automatisch. Für die Mieter wird der Umbau zweifellos gewisse Einschränkungen und Umwege bringen. Etwa, wenn die Lifte erneuert werden. Oder wenn die Tiefgaragensanierung im Gange ist – vor allem Mieter von extern werden wohl ihre Parkplätze während der Sanierungszeit verlieren, es kann kein Provisorium in gleichem Umfang angeboten werden. Und: Es ist geplant, dass die Mieter während des Umbaus einige Tage aus den Wohnungen müssen. Dafür erstellt die AXA momentan ein Konzept, unter anderem stehen leere Wohnungen in den beiden Häusern bereit. Auch werde geprüft, wie man die Bewohner sonst noch unterstützen kann, etwa durch Hilfe beim Möbel verschieben oder andere Dienstleistungen.

Sanierung kostet über 100 Mio. Franken

Die Baubewilligung ist erteilt, die Ausschreibung läuft. Die Sanierung kostet die AXA einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Sicher ist, dass dadurch ab 2022 (Haus B) respektive 2023 (C) die Mietpreise steigen werden. Um wie viel, lasse sich etwa Ende Jahr sagen, heisst es vonseiten der AXA. Man werde aber nicht so viele Kosten auf die Mieter überwälzen, wie man eigentlich dürfte. Ziel sei es, dass sich möglichst alle Mieter – einige davon sind schon jahrzehntelang in ihrer Wohnung – auch künftig den Mietzins leisten können. Und: Während der Bauzeit werde es eine Mietzinsreduktion geben. Die Höhe sei sehr individuell.

Laut Plan beginnt der Umbau Anfang 2020 mit der Sanierung der Tiefgarage und Treppenhäuser in der Wohnzeile B. Ab Frühling 2021 werden dort auch die Wohnungen saniert, während der gesamte Prozess in Haus C startet. Ab Sommer 2020 werden die Aussenanlagen wieder schön hergerichtet. Die Bauerei soll Mitte 2023 abgeschlossen sein.