Am Freitagabend musste die Feuerwehr Kölliken ausrücken, weil das Dach der Primarschule undicht war und Wasser ins Gebäude lief. Dieser Einsatz ist nur einer von vielen. Auch zwei Wochen nach dem Sturm, der in der Region Zofingen viel kaputt gemacht hat, aber zum Glück keine Verletzten forderte, kommen immer wieder neue Schäden zutage.

«Es ist klar, dass wir nicht überall gleichzeitig sein können», sagt Dachdecker Stefan Wullschleger aus Strengelbach. Er und sein temporär aufgestocktes Team haben 600 Schadenfälle zu beheben. «Wir arbeiten momentan fast pausenlos und machen viel Überzeit.» So wie viele Betriebe in der Region, die Sturmschäden zu beseitigen haben.

Erst ein Notdach über dem Kopf

Die grössten Schäden wurden behelfsmässig behoben. So deckt sowohl beim Mühlegebäude der Landi in Zofingen wie auch bei der Garage Galliker in Strengelbach ein Notdach die Gebäude, und die Mitarbeiter können wieder im Trockenen arbeiten. Ein Notdach steht auch über der Liegenschaft von Vreni und Paul Loosli an der Mühlethalstrasse in Zofingen. Ihnen hat der Sturm in der Nacht auf den 13. Juli innert Minuten das Dach weggerissen und zerstört. Das Ehepaar lebt momentan bei der Tochter in der nahen Region. Ob das Haus wieder bewohnt werden kann, klärt sich in den nächsten Tagen.

In den Gemeinden wurde der Grossteil an Sturmholz beseitigt, nicht aber in den Wäldern. Da sind die Forstbetriebe noch lange mit Aufräum- und Aufforstarbeiten beschäftigt. «Wir bitten die Bevölkerung, nicht in den Wald zu gehen, da es immer noch sehr gefährlich ist und wir die Verantwortung nicht übernehmen können», rufen die Forstbetriebe und die Gemeinden auf.

Umweltfreundliches Heizmaterial

In Zofingen werden abgebrochene und auch abgesägte Äste von stadteignen Bäumen – wozu auch der Heiternplatz gehört – zu Holzschnitzeln verarbeitet. Diese werden vorübergehend auf dem Trinermatten-Parkplatz deponiert. Nach ungefähr einem Monat werden sie luftdurchlässig gedeckt, und nach etwa drei bis vier Monaten können sie als umweltfreundliches Heizmaterial verwendet werden, sagt Christoph Wälti, Leiter des Stadtwerkhofs.

Es werden nunmehr Käufer gesucht, wobei es der Stadt nicht darum gehe, einen Gewinn zu erzielen, sondern wenn möglich die Selbstkosten zu decken.