Unterentfelden

Heisse Phase für die geforderte Kita in Unterentfelden

An der Gemeindeversammlung im Dezember entscheiden die Unterentfelder darüber, ob die Gemeinde eine eigene Kita bekommt.

An der Gemeindeversammlung im Dezember entscheiden die Unterentfelder darüber, ob die Gemeinde eine eigene Kita bekommt.

Sechs Monate nach Einreichen der Initiative steht das Thema «familienergänzende Kinderbetreuung» bereits auf der Traktandenliste für die Gemeindeversammlung.

Es war alles neu für die Gemeinde: Ende April wurde wohl zum ersten Mal überhaupt eine Initiative eingereicht – und gefordert wurde etwas, was es in Unterentfelden bisher nicht gibt: Kinderbetreuungsplätze. 419 Unterschriften hatten die Initiantinnen gesammelt, nötig gewesen wären nur 248.

Mit ihrem Anliegen scheinen die Initiantinnen nicht nur bei der Bevölkerung, sondern auch beim Gemeinderat offene Türen eingerannt zu haben: Nur sechs Monate nach Einreichen der Initiative stehen das Kreditbegehren und das Reglement für die Unterstützungsbeiträge auf der Traktandenliste für die Gmeind vom 1. Dezember.

Kita nur bis zum Kindsgi

Bisher mussten Unterentfelder Kinder nach Oberentfelden in die Kindertagesstätte des Vereins Äntenäscht. Weil aber die Transportmöglichkeit zwischen den Dörfern fehlt, können die Kinder aber nur bis zum Kindergarten in Oberentfelden betreut werden. Seit 2004 hat die Gemeinde Unterentfelden den Verein Äntenäscht, der seit 2001 in Oberentfelden eine Kindertagesstätte betreibt, jährlich mit aktuell 10 000 Franken pro Jahr unterstützt.

Jetzt will der Gemeinderat umstellen: Anstelle des Vereins sollen künftig die Eltern unterstützt werden. Die Höhe des Gemeindebeitrags hängt dabei von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Eltern ab: Liegt das steuerbare Gesamteinkommen zuzüglich eines Fünftels des steuerbaren Vermögens unter 25 000 Franken, übernimmt die Gemeinde 70 Prozent der Betreuungskosten, 30 Prozent tragen die Eltern. Pro 5000 Franken mehr Einkommen reduziert sich der Gemeindebeitrag um 5 Prozent. Ab einem Einkommen von 90 000 Franken zahlt die Gemeinde nichts mehr. Auf das gleiche System will auch Oberentfelden wechseln.

Diese Variante kostet mehr als der bisherige Gemeindebeitrag von 10 000 Franken: Laut Vorlage rechnet der Gemeinderat mit Kosten von knapp 45 000 Franken pro Jahr, wobei 15000 Franken bereits heute über materielle Hilfe von der Gemeinde abgegolten würden. Die effektiven Mehrkosten würden also 20 000 Franken betragen. Der Gemeinderat verweist aber darauf, dass die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu vermehrter Erwerbstätigkeit der Eltern beitrage. «Damit werden die Steuereinnahmen erhöht und die Sozialhilfekosten gesenkt», schreibt der Gemeinderat.

Das Kreditbegehren von 120 000 Franken ist in zwei Teile aufgesplittet: 70 000 Franken werden dem Verein Äntenäscht als Anschubfinanzierung gewährt, um die Liegenschaft an der Hauptstrasse 39 zu einer Kindertagesstätte umzubauen. Diese war in den vergangenen Jahren für eine Aussenwohngruppe des Zentrums Landenhof genutzt worden und ist dem Verein jetzt zur Miete angeboten worden. Wie der Gemeinderat schreibt, handelt es sich um einen «veritablen Glücksfall». Zum einen eigne sich das Gebäude bestens für eine Kita, zum anderen sei die Lage im Hinblick auf den Schulweg ideal. In der Unterentfelder Kita würden alle Kinder bis zum sechsten Schuljahr betreut werden. Der Verein Äntenäscht plant, den Betrieb in Unterentfelden im Frühjahr 2015 aufzunehmen.

Die verbleibenden 50 000 Franken sind eine Defizitgarantie für das Jahr 2016, um die der Verein ersucht hat. Dabei handelt es sich um eine Eventualverpflichtung für den Fall, dass der Bund dem Verein Äntenäscht keine Subventionen für den Aufbau einer familienergänzenden Kinderbetreuungsstätte sprechen würde.

Viel Geld, aber...

Die Kosten von insgesamt 90 000 Franken – die Anschubfinanzierung von 70 000 Franken und die Mehrkosten von 20 000 Franken für die Unterstützung der Eltern – sind kein Pappenstiel für die angeschlagenen Gemeindefinanzen. Schliesslich machen 90 000 Franken gut ein Steuerprozent aus. Dessen ist sich auch der Gemeinderat bewusst. Er hält aber dagegen, dass die Möglichkeit genutzt werden sollte, dass der Verein Äntenäscht eine gut geeignete Liegenschaft mieten könne. «Wenn die Gemeinde ein Kita-Gebäude erstellen müsste, wären Investitionen von gegen einer halben Million Franken nötig, auch wenn ein Elementbau realisiert würde.»

Um eine Kita wird die Gemeinde über kurz oder lang nicht herumkommen: Der Regierungsrat will die Gemeinden dazu verpflichten, den Zugang zu einem entsprechenden Angebot sicherzustellen und sich an den Kosten zu beteiligen.

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