Wie schmeckt ein Bild? Die meisten Kunstliebhaber werden sich diese Frage wohl nicht stellen. Tanja Tortoli schon. Irgendwann, als die Rupperswilerin mit ihrer Freundin Katharina Ryser in Mailand war, kamen die beiden frischgebackenen Kunsttherapeutinnen auf die Idee, gemeinsam eine Ausstellung zu realisieren. Ab Samstag ist es so weit: Ryser stellt ihre Bilder aus und Tortoli interpretiert sie mit eigenwilligen, aber extrem kreativen Schokoladen- und Tortenkreationen. «Eine verrückte Idee, aber so sind wir halt», sagen die beiden Frauen, strahlend vor Vorfreude. Wie muss man sich diese Zusammenarbeit vorstellen?

Zu Rysers Bilderserie «Pusteblume» hat Tortoli beispielsweise ein Torten-Schaustück kreiert, das die feinen Samen der ätherisch gemalten Blume mit kleinen silbernen Zuckerperlen aufnimmt. Auch die Farben korrespondieren mit den Bildern. Zusätzlich hat sie eine Schokolade kreiert: Milchschokolade mit gezuckerten Macadamianüssen im Kokosmantel mit Rosensalz und Chilli. In der Ausstellung ist auch ihre 5-Elementen-Schokolade zu sehen, gegossen in Yin-Yang-Form, nachempfunden den alten taoistischen Elementen: Feuer, Erde, Metall, Wasser, Holz. Feuer schmeckt nach «prickelnder Grapefruit», Erde nach «Karamell mit gezuckerten Kürbiskernen», Wasser ist eine «gezuckerte gesalzene Honig-Nuss-Mélange mit Rosmarinsalz». Wer jetzt Schwierigkeiten hat, sich all diese Geschmäcker vorzustellen, muss sie probieren. Sie fügen sich so harmonisch zusammen wie die Werke der beiden Künstlerinnen.

Ryser, wohnhaft in Nänikon, malt mit Pigmenten, die mit verschiedenen Trägerflüssigkeiten angerührt werden. Ein bisschen wie beim Kochen. Die Bilder tragen mal kräftige, mal sanfte Farben und organische Formen, oft kreisrund. Fast überall findet man zarte, fast federleichte Elemente. Und: «Jedes Bild hat mehrere Farbschichten. Die erste ist komplett rosa. Immer.»

Ausstellung: 22., 26., 27., 28. Oktober., jeweils 16–23 Uhr. Schloss Liebegg, Gränichen.

Weitere Infos: www.atelier-kunstgenuss.ch // www.imkontakt.ch