Buchs
Handharmonika-Clubs Buchs und Aarau standen gemeinsam auf der Bühne

Die Handharmonika-Clubs von Buchs und Aarau haben am Samstagabend zum gemeinsamen Konzert geladen. Im Gemeindesaal Buchs überzeugten die Orchester mit einem abwechslungsreichen Programm – und einem humorvollen Theater.

Sibylle Haltiner
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Marianne Hintermann leitet die beiden Handharmonika-Clubs
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Einer der drei Brüder Göpf, Franz und Hansjakob (von links) muss heiraten
Gemeinsames Konzert der Handharmonika-Clubs Buchs und Aarau
Die Handharmonika-Clubs von Buchs und Aarau spielen bereits seit mehreren Jahren zusammen

Marianne Hintermann leitet die beiden Handharmonika-Clubs

Sibylle Haltiner

Bevor Dirigentin Marianne Hintermann das Konzert eröffnen konnte, musste sie eine Türe schliessen. Der Handharmonika-Club Buchs und der Handharmonika Klub Aarau spielten am Samstag im Buchser Gemeindesaal umgeben von Theaterkulissen, die für den nachfolgenden Zweiakter bereitstanden. In der späteren Bauernstube stand bei Konzertbeginn eine Türe sperrangelweit offen.

Dann legten die beiden Orchester los. «Feuerreiter» hiess der flotte Marsch, mit dem die Akkordeonisten ihr Konzert eröffneten. «Querbeet» war das Motto des Abends, das viel Abwechslung bot. Tango, Walzer, Filmmusik und ein Charakterstück waren im ersten, eher der klassischen Musik gewidmeten Teil zu hören. Moderator Jean-Pierre Meyer half mit einer Definition des Begriffs Charakterstück weiter: «Es reflektiert den Zeitgeist, eine Interpretationshilfe bietet auch der Titel.» Das von den Harmonikaspielern vorgetragene Stück «Heinzelmännchens Wachtparade», komponiert 1912, sei ein filigranes Salonstück, das Gedanken an die Zukunft ausdrücke und daher in der Partitur bereits Gewitterwolken aufweise. Mit diesen Hintergrundinformationen konnten sich die Zuhörer einen neuen Zugang zu dieser bekannten Melodie verschaffen.

Marianne Hintermann nannte «Heinzelmännchens Wachtparade» eine der grösseren Herausforderungen, welcher sich die Handharmonikaspieler bei der Konzertvorbereitung stellen mussten. «Leise und trotzdem dynamisch zu spielen, ist schwierig», so Hintermann. Auf Dynamik und Exaktheit legte die Dirigentin denn auch das grösste Augenmerk bei den Vorträgen.

Aktive und Ehemalige vereinigt

Die Handharmonika-Clubs Buchs und Aarau spielen seit mehreren Jahren zusammen. Ehemalige Buchser Spieler treffen sich ausserdem zum freien Musizieren ohne Dirigent. Die Aktiven und Ehemaligen vereinigen sich jeweils am Jahreskonzert zu einem gemeinsamen Intermezzo, am Samstag spielte das grosse Orchester die «Feuerwehrpolka». Danach trugen die Ehemaligen drei Stücke vor.

Traditionelles und Volksmusik wie «Tarantella napoletana» und die «Schanfigger Bauernhochzeit» prägten den zweiten Teil des Konzertes. Zum Abschluss spielte das Orchester «SwissSka», das Themen aus «s’Vogel-Lisi» aufnimmt. Zu diesem rassigen Abschluss sang das Publikum mit und verlangte eine Zugabe.

Schauspielerisches Talent bewies die Theatergruppe im anschliessenden Zweiakter «Lieber ledig und frei». Drei Bergbauern fehlt eine Frau im Haushalt, an Kandidatinnen mangelt es aber nicht. Die überzeugend gespielten Charaktere, beispielsweise die schüchterne, verliebte Nachbarin Rosmarie oder die geldgierige Anna-Lena, aber auch der perfektionistische Hausmann Göpf brachten die Zuschauer immer wieder mit viel Situationskomik zum Lachen.

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