Aarau
Handelsschule KV Aarau bietet neues Berufspraktikum in Grossbritannien

Die Handelsschule KV Aarau bietet ein Novum an, ein Berufspraktikum in Grossbritannien. Die Schüler reisen dabei nicht mehr als Klasse, sondern zu zweit oder dritt ohne Begleitung nach England an eine Schule.

Hubert Keller
Merken
Drucken
Teilen
Lernen im Reich der Queen (Symbolbild)

Lernen im Reich der Queen (Symbolbild)

Keystone

Konrektor Herbert Schlunegger ist sichtlich stolz. Es sei nämlich in der Berufsbildungslandschaft Schweiz ein absolutes Novum, was die Handelsschule KV Aarau ab 2013 ihren Berufsmaturanden anbiete.

Berufslernende der Immersionsklasse der kaufmännischen Berufsmaturität können von einem Berufspraktikum in Grossbritannien profitieren. Zur begrifflichen Klärung: Immersion heisst zu deutsch auch «Sprachbad». Man versteht darunter eine Lernsituation, in der Schülerinnen und Schüler in ein fremdsprachiges Lernumfeld versetzt werden.

Immersion kennt man an der Handelsschule KV Aarau in Englisch. Englisch wird in drei Fächern als Unterrichtssprache eingesetzt, in Wirtschaft bei Daniel Kaufmann, in Geschichte bei Fredy Sterki und bei Sportlehrerin Bettina Heiniger.

Freiwilliger Aufenthalt

Bereits heute bietet die Handelsschule KV Aarau allen ihren Studierenden der kaufmännischen Berufsmaturität zweiwöchige Auslandaufenthalte an, einer in Frankreich im ersten Lehrjahr sowie einer in England im dritten Schuljahr. Diese sind obligatorisch. Neu wird den Schülerinnen und Schülern der Immersionsklassen zusätzlich ein zweiter freiwilliger Englandaufenthalt ermöglicht.

Der obligatorische zweiwöchige Englandaufenthalt wird auf den Herbst des zweiten Lehrjahres vorverlegt. Anschliessend besteht entweder noch im zweiten oder aber im dritten Lehrjahr die Möglichkeit, ein zweites Mal, diesmal freiwillig und für vier Wochen, nach England zu verreisen.

Was aber ist neu an diesem zweiten Aufenthalt, der in enger Zusammenarbeit mit BIKU Languages AG Sprachschulvermittlung, Aarau, entstanden ist? Die Schüler reisen nicht mehr als Klasse, sondern zu zweit oder dritt ohne Begleitung nach England an eine Schule. Herbert Schlunegger: «Zur Zeit stehen wir in Verhandlungen mit Schulen in London, Manchester und Chester.» Dort trainieren die Jugendlichen zwei Wochen intensiv englische Geschäfts- und Alltagssprache, die sie in den beiden Folgewochen in einer englischen Firma praktisch anwenden können.

Grosse Herausforderung

«Dieser ausgesprochene Praxisbezug stellt für die Berufslernenden in jeder Hinsicht eine grosse Herausforderung dar», sagt Schlunegger. Die Studentinnen und Studenten stellen ihr Können und ihre Kenntnisse in einer englischsprachigen Umgebung während zweier Wochen acht Stunden pro Tag unter Beweis. Das verlange den Jugendlichen eine gesunde Portion Selbstvertrauen und ein hohes Mass an Eigenmotivation ab.

Die Berufslernenden profitieren von einem hohen Praxisbezug, sie geniessen rund 650 Lektionen englischsprachigen Unterricht in der Schweiz und rund 100 Lektionen in den beiden Fremdsprachaufenthalten und absolvieren zusätzlich rund 80 Stunden Praktikum in einer englischen Firma. Konrektor Schlunegger stellt sich vor, dass die Jugendlichen vor allem in Dienstleistungsbetrieben mit regem Kundenkontakt sinnvoll eingesetzt werden könnten.