Zwei Afghanen durchwandern die Schweiz:

Die Rückkehr am Freitag

Die beiden Asylsuchenden Hamid Jasfari (26) und Mohammed Rasuli (26) waren 33 Tage lang in der Schweiz unterwegs. Am Freitag kehrten sie nach Aarau zurück. Dort wurden sie von Familie und Freunden erwartet und in die Arme geschlossen. Diese sind zahlreich zum Zielort gekommen, um die zwei in Empfang zu nehmen. 

Die Wanderung habe ihnen sehr gefallen, erzählen beiden Lieblings-Afghanen. Hamid: «Wir haben wundervolle Menschen kennengelernt und viel von diesem schönen Land entdeckt.» Nur die Füsse, die tun ein bisschen weh, erzählen sie. 

Während ihrer Reise durften Hamid und Mohammad bei verschiedensten Menschen übernachten, haben viel über die Schweizer Kultur gelernt und ihren Gastgebern ihre eigene Kultur nähergebracht. Sie waren in den vier Sprachregionen unterwegs und beherrschen seither mindestens einen Satz in jeder Landessprache. 

Hamid und Mohammad ist es wichtig, nochmals allen Leuten, die sich für sie eingesetzt haben, zu danken: «Ohne euch hätten wir es nicht geschafft.»

Die Stationen einer besonderen Tour

Die Stationen einer besonderen Tour

Seit anderthalb Jahren leben die beiden in der Schweiz, im Aargau. Hamid, gelernter Bauarbeiter, mit seiner Frau und drei Kindern in einer Asylunterkunft in Safenwil. Mohammed, Mathematiklehrer, in einer Asylunterkunft in Brittnau.

Die Idee, sein Land zu umwandern, hatte Mohammed schon in Afghanistan. «Aber da wäre es viel zu gefährlich gewesen.» Wären sie 2015 nicht geflohen, würden sie vielleicht heute nicht mehr leben.

Im Aargau traf Mohammed auf Hamid, beim Sport. Mehrmals in der Woche spielen sie zusammen Fussball. Schnell merkten sie, dass sie mehr Energie haben als man auf dem Rasen verbrauchen kann. Arbeiten dürften sie theoretisch, praktisch aber ist es kaum möglich, eine Stelle zu finden. Es gilt der Inländervorrang.

Beide haben den N-Ausweis. Heisst: Ihr Asylgesuch ist noch nicht entschieden. Nebst Deutschkursen haben sie wenig Kontakt zu Schweizern. Doch Hamid und Mohammed haben sich davon nicht lähmen lassen. Hamid sagt: «Wir glauben, wir Flüchtlinge müssen unser Leben selber in die Hand nehmen. Nicht in der Unterkunft sitzen und warten.»

Wie es für die beiden weiter geht, ist offen. Sie warten auf den definitiven Asylbescheid. (jk/rio/watson)