Suhr
Halsbrecherische Fahrten über Sicherheitslinie: Die Mega-Baustelle nervt weiter

Wer in Gränichen und weiter südlich im Wynental wohnt, braucht weiterhin viel Geduld, wenn er durch Suhr fahren will. Die Optimierung der Ampelanlage brachte erst eine kleine Verbesserung

Anja Suter und Urs Helbling
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Genervte Autofahrer fahren an der Kolonne vorbei Richtung der Abbiegespur in die Weltimatt.

Genervte Autofahrer fahren an der Kolonne vorbei Richtung der Abbiegespur in die Weltimatt.

Urs Helbling

Das Chaos war nicht mehr so schlimm, wie am letzten Freitag. Aber die Situation hat sich auch nicht derart verbessert, dass die Automoblisten aufatmen könnten. Im Gegenteil.

Wer in Gränichen und weiter südlich im Wynental wohnt, braucht viel Geduld, wenn er durch Suhr fahren will. Ein Beispiel von gestern Nachmittag (kurz vor 15 Uhr): Das Kolonnen-Ende befand sich im Bereich der Brücke über die A1. Die Fahrt bis zur «Bären»-Kreuzung dauerte gut 16 Minuten.

Viele Automobilisten nervten sich derart, dass sie in halsbrecherischer Art die Sicherheitslinie überquerten und auf der Gegenfahrbahn Richtung der (in der aktuellen Lage viel zu kurzen) Abbiegespur zur Umfahrung Weltimatt fuhren.

Ein Ampel-Fehler am Freitag

Am frühen Morgen hatte es – im Vergleich zum Freitag – noch viel weniger Stau gegeben. Warum? «Am Freitagmorgen hatten wir einen Fehler in der Steuerung der Lichtsignalanlage. Das hat zu einer Kettenreaktion geführt», erklärt Alex Joss, der zuständige Projektleiter im kantonalen Baudepartement. «Es tut uns leid, dass die Verkehrsteilnehmer wegen des Fehlers im Stau stehen mussten.»

Es ist nicht ausgeschlossen, dass es in nächster Zeit weitere Optimierungen gibt. «Wir wollen die Anlage zwei Wochen lang beobachten und sehen, wie es läuft. Erste Rückmeldungen vom Montagmorgen geben zur Hoffnung Anlass, dass es deutlich besser geworden ist. Die Lichtsignalanlage beim Knoten ‹Bären› funktionierte in den ersten Tagen auch nicht optimal.» Die Lichtsignalanlagen «Bären» und «Kreuz» kommunizieren miteinander. Integriert in die Kommunikation ist auch die SBB-Schranke Richtung Wynental.

Verkehrschaos in Suhr (13.04.2018)
5 Bilder
Die Überraschung des Tages: Von einem Rechtsabbiegeverbot ins Wynental beim «Rundhaus» war bisher nicht die Rede.
Mindestens 18 solcher Verbotstafeln: Die Strassenbaustelle ist auch eine Fussgänger-Hölle – mit langen Umwegen.
Der Verkehr aus dem Wynental wird vor der Schranke mittels Lichtsignal angehalten und staut sich bis nach Gränichen hinauf.
Zu schmal: Auf der Doppelspur zwischen dem «Bären» und dem «Kreuz» kommen die Lastwagen nicht aneinander vorbei.

Verkehrschaos in Suhr (13.04.2018)

Anja Suter und Urs Helbling

Fehlende Vorsignalisation

Gegenstand von hitzigen Diskussionen ist die mangelhafte Vorankündigung des Rechtsabbiegeverbots beim «Rundhaus» (Richtung Wynental). Wer von der A1-Ausfahrt Aarau West oder aus Oberentfelden kommt, wird weder auf der Suhrentalstrasse noch auf der Ortsverbindungsstrasse Entfelden– Suhr darauf aufmerksam gemacht, dass er wegen des Abbiegeverbots den Weg über die Weltimatt nehmen sollte. Es fehlt auch ein Hinweis im Bereich der A1-Ausfahrten, dass der Böhler für die Wynentaler eine nervenschonende Alternative sein könnte.