Hallenbäder

Hallenbäder sind begehrt - Plätze im Wasser gibts zu wenig

Auch das Hallenbad Telli kennt die Platzprobleme. sr

Auch das Hallenbad Telli kennt die Platzprobleme. sr

Zu wenig Wasserfläche steht zur Verfügung. Dies der Tenor der befragten Hallenbäder. Aber wie teilt man die verfügbare Wasserfläche so auf, dass die Öffentlichkeit und die Vereine zufrieden gestimmt sind?

Hallenbad Telli: In Aarau haben die Schulen Vorrang, weshalb der Morgen und der Nachmittag für die Schüler reserviert sind. Über den Mittag von 11.45 bis 13.45 Uhr und abends von 17.45 bis 21.45 Uhr hat die Öffentlichkeit Zugang zum Bad.

Hinzu kommt der Mittwochnachmittag. Wie aber finden die Schwimmer unterschiedlichsten Niveaus ihren Platz in den Bahnen? «Ab 16 Uhr beanspruchen die Vereine einen Teil des Beckens.

Damit sich der Besucher zurechtfindet zwischen freien und belegten Bahnen, nutzen wir Tafeln. Diese sind mit dem stattfindenden Kurs beschriftet und werden vor den jeweiligen Bahnen aufgestellt», so der zuständige Badmeister, Ernst Dannenhauer.

Auch die anderen Bahnen folgen einem klaren Aufteilungskonzept. In der hintersten Bahn trainieren die Brust– und Langstreckenschwimmer, im Sprungbecken ist Platz für die Kurzstreckenschwimmer und für Kurse wie Aquafit. Kinder können sich im eigens für sie gedachte Becken vergnügen.

Für Vereine Lage ungünstig

Hinzu kommt, dass in Aarau viele Schwimmer das Bad regelmässig nutzen, wodurch sich die Aufteilung der Bahnen im Laufe der Zeit optimal eingependelt hat. Langsamschwimmer gesellen sich zu Ihresgleichen, Schnellschwimmer teilen sich ihren Platz. Im Hallenbad Telli tragen die Badgäste also viel zum guten Klima im Wasser bei.

Trotzdem werden in Vereinen wie dem Schwimmclub Aarefisch unzufriedene Stimmen laut. «Für die Leistungssportler sind die Verhältnisse prekär», meint Géraldine Escher von der Schwimmschule Aarefisch.

«Viele sind Kinder, die eine Sportschule besuchen. Bei der derzeitigen Aufteilung im Hallenbad haben diese erst am Abend die Möglichkeit, zu trainieren. Oftmals haben sie noch einen langen Heimweg und Hausaufgaben. Dies ist langfristig keine optimale
Lösung.»

Schwimmen ist schon bei Vorschulkindern eine beliebte Sportart. Aufgrund der Organisation im Hallenbad können die Kurse erst abends stattfinden, die Kinder kommen meist erst um 20 Uhr aus dem Wasser.

Lange Warteliste für Kinder

Wegen der knappen Wasserfläche besteht unterdessen eine lange Warteliste für die Kinder. Viele sind gezwungen, auf andere Hallenbäder auszuweichen. Eine weitere Konsequenz, die Aarefisch ziehen musste ist, dass die Kinder ein Vorschwimmen absolvieren müssen.

«Dadurch ist ein Schwimmkurs nicht mehr jedem Kind zugänglich», stellt Géraldine Escher mit Bedauern fest.

Hallenbad Seon: Auch im Schwimmbad Seon könnte die Zufriedenheit der Badegäste, was die zur Verfügung stehende Wasserfläche betrifft, grösser sein.

Eine klare Einteilung war aber auch hier von Nöten. Denn seit zwei, drei Jahren steigen die Besucherzahlen. Eine positive Entwicklung, die zugleich Probleme in sich birgt.

«Die finanziellen Mittel um das Schwimmbad auszubauen, fehlen uns. Wir müssen uns mit den vorhandenen Infrastrukturen zufrieden geben», liess Betriebsleiter Roger Fuchs verlauten.

Am Morgen durch die Schulen besetzt, werden die Bahnen in der verbleibenden Zeit deshalb klar aufgeteilt: Von 17 bis 19 Uhr ist eine Bahn für Schwimmkurse und Aquafit reserviert. Der restliche Platz wird von Familien genutzt, oftmals zum Ärger von Schwimmern, die trainieren wollen. Auch hier: viele Bedürfnisse, wenig Platz.

Entfelden setzt auf Fairness

Hallenbad Entfelden: In diesem Schwimmbad wird auf Fairness gesetzt. Das Hallenbad wird morgens ausschliesslich von den Schulen genutzt. Ab 12 Uhr steht das Bad für alle offen. «Klar, finden dann auch Kurse statt. Deswegen hängen wir einen Plan auf, auf dem für die Besucher klar ersichtlich ist, welche Bahnen für die Vereine reserviert sind und welche für die Schwimmer.

Der restliche Platz im Becken steht den Familien zur Verfügung. Der Plan wird jedoch auch an die Verhältnisse angepasst», sagt Bernhard Bürki, Präsident der Genossenschaft.

«Wird das Bad von vielen Familien besucht, wird bei den Bahnen für die Schwimmer reduziert, wovon die Trainierenden nicht begeistert sind, aber Rücksichtsnahme vonseiten aller Badbesucher ist hier gefragt. Das Hallenbad versucht im Gegenzug, Defizite vorzu auszubessern.»

Aarau plant Sanierung

Da die Eintrittspreise die Kosten der Bäder nicht decken und den Gemeinden die finanziellen Mittel fehlen, werden Sanierungen der Hallenbäder kaum angegangen. Zumindest im Hallenbad Telli Aarau sind Sanierungsarbeiten geplant.

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