Buchs

Halbes Jahr nach Bauende: Im Keiserpark stehen 65 von 94 Wohnungen leer

Die neue Überbauung im Dorfzentrum von Buchs ist seit einem halben Jahr fertig. Bewohner schwärmen von der Lage, dem guten Anschluss ans öV-Netz und nennen aber auch Mängel. Was fehle, sei Leben im Quartier.

Mächtig stehen sie an der Dorfstrasse in Buchs: die fünf Wohnblöcke des Keiserparks. Seit einem halben Jahr kann man in die Häuser einziehen, von den total 94 Wohnungen sind jedoch erst 29 besetzt.

Die Verwaltung ist darüber nicht begeistert, Christian Schoch hätte einen zügigeren Kauf erwartet. Man hofft jedoch noch immer, dass sich die Wohnüberbauung zum Zentrum von Buchs entwickelt.

Doch wie lebt es sich darin? Die fünf Blöcke sehen einander von aussen zwar sehr ähnlich, innen sind die Wände aber thematisch unterschiedlich gestaltet. Anna Hüsser war eine der Ersten, die mit ihrem Hund in den Neubau eingezogen sind. In ihrem Block sind die Wände normal weiss.

Sie schätzt die Ruhe in der 2,5-Zimmer-Wohnung. «Ich höre keine Spülung und keinen Fernseher, es ist so ruhig wie im Einfamilienhaus, wo ich vorher wohnte», so Hüsser. Sie ist begeistert darüber, was die Wohnung bietet: eine Waschmaschine, die grossen Fenster, die offene Küche oder das praktische Réduit.

Für die Wohnung zahlt sie 1500 Franken im Monat. «Die Wohnung ist gross, sie ist den Preis wert», findet Hüsser.

Konstruktionsfehler entdeckt

Conny Gammenthaler ist im Oktober mit ihrem Freund in eine 3,5-Zimmer-Wohnung eingezogen. Sie wohnen in einem Block im ornamentalen Stil: Gemusterte Tapeten in unterschiedlichen Formen und Farben schmücken die Wände. «Weisse Wände sind doch langweilig», findet die Buchserin.

Während sie die Tapeten mag, stört sie sich an einigen Konstruktionsfehlern am Neubau. So seien beispielsweise die Herdplatten zu klein, der Toilettenpapierhalter unpraktisch gelegen oder eine Türe fehlerhaft konstruiert.

Über Letzteres ärgert sich Gammenthaler besonders: «Wenn ich die Haustüre öffne und die WC-Türe ist offen, dann knallt es.» Die WC-Türe ist deshalb schon leicht beschädigt. «Natürlich, es sind nur Details», relativiert Gammenthaler, «aber die Mängel stören mich schon.»

Für Christian Schoch von der Verwaltung sind Mängel bei einem Neubau keine Überraschung: «Dass ein Toilettenpapierhalter falsch positioniert ist, kommt erst zum Vorschein, wenn der Bewohner in der Wohnung lebt.»

Die Bauherrschaft sei über die Mängel informiert. Automatisch verbessern wird sich die Umgebung: Gammenthaler freut sich, wenn im Frühling rund um ihr Haus endlich Gras spriesst und Pflanzen blühen.

Neues Dorfzentrum von Buchs?

Die Bewohner Hüsser und Gammenthaler sind sich einig: Die Lage ist ideal. Hüsser schätzt besonders das nur zwei Minuten entfernte Erholungsgebiet an der Suhre.

Gammenthaler kommt der gute Anschluss an das öV-Netz gelegen. Bushaltestelle und Bahnhof erreicht sie in weniger als fünf Minuten. «Alles ist nahe und trotzdem wohne ich nicht in einer Stadt», sagt sie. «Was noch fehlt, sind die Leute, die Leben in das Quartier bringen.»

In ihrem Haus sind erst zwei Wohnungen besetzt. Solange das so bleibt, geniesst sie die Freiheit, Musik beliebig laut und bis spät am Abend zu hören.

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