«Ich denke, dass das junge, vollgedröhnte Leute waren, die nichts Schlaueres zu tun hatten», erzählt Micha Topalovic Tele M1 und zeigt auf sein Auto. Er ist der Besitzer des blauen VW T3, welcher in der Nacht auf Sonntag im Gebiet der Lokale «KIFF» und «Schlaflos» in der Aarauer Telli Opfer von Vandalen wurde. Viel Zeit und Geld habe er in das Auto investiert, nun liegen Steine hinter zerschmetterten Scheiben auf dem Fahrersitz. An insgesamt 13 Autos wurden am Wochenende Seitenspiegel abgerissen und Scheiben eingeschlagen, auch die Fenster dreier Gebäude wurden zerstört.

Über ein Dutzend Autos beim Kiff demoliert

Über ein Dutzend Autos beim Kiff demoliert

Mit unglaublicher Aggression zerstörten unbekannte letzte Nacht in Aarau über ein Dutzend Autos. Führen ein Handy und Blutspuren zu den Tätern?

Hohes Durchschnittsalter 

Haben Gäste des «KIFF» oder des «Schlaflos» gewütet? Beim «KIFF» weist man diesen Verdacht zurück. «Wir waren schockiert, als wir vom Vorfall gehört haben», sagt Nadia Zanchi, Medienverantwortliche des «KIFF». «So etwas geht überhaupt nicht», fügt sie an. Von den Vandalen habe man im Kulturlokal nichts mitbekommen. «Wir haben es selber durch die Medien erfahren.»

Dass es sich um Gäste des Konzertlokals gehandelt habe, kann Zanchi sich nicht vorstellen. «Es ist nicht auf dem ‹KIFF›-Parkplatz passiert, sondern hinter dem Gebäude», betont die Sprecherin. Auch hätten am Samstagabend im «KIFF» ein Fest für einen 50. Geburtstag sowie eine Ü25-Party stattgefunden. «Wir hatten rund 100 Besucher mit einem ausnahmsweise hohen Durchschnittsalter zwischen 35 und 50», berichtet Zanchi. «Ich halte es für unwahrscheinlich, dass diese Gäste für die Schäden verantwortlich sind», schiebt sie nach.

Öffentliche Party im «Schlaflos»

Auch im Club «Schlaflos» stieg am Samstagabend eine Party, für welche die Stadtpolizei eine Einzelbewilligung erteilt hatte, wie Clubbesitzer Philipp Glauser erklärt. «Es war eine Geburtstagsparty mit einigen dutzend Gästen», so Glauser. Die Anzahl der Besucher sei weit unterhalb der behördlich festgelegten Grenzen gewesen. Wirklich nur eine Geburtstagsparty? Auf Facebook war die zweite Ausgabe der neuen Party-Reihe «gRoove bOX» mit den zwei DJs Jesse Jay und WiLLi P angekündigt. Ausdrücklich ein öffentlicher Event – mit einem Eintrittspreis von 20 Franken.

Über die Vandalen von Samstagnacht will Glauser keine Vermutungen anstellen. Von der Annahme, dass es Gäste seines Clubs gewesen sein könnten, hält auch er nicht viel: «Das ist reine Spekulation und Angelegenheit polizeilicher Abklärung», so der Clubbesitzer. Von den Vandalenakten habe auch im «Schlaflos» niemand etwas mitbekommen.

Warum kam Kapo Unterkulm?

Der Fall hat sich nur 500 Meter vom Polizeikommando der Kantonspolizei abgespielt. Aber ausgerückt sind nicht Aarauer Kapo-Beamte, sondern Kantonspolizisten aus Unterkulm. Warum die Männer aus der Ferne? «Als die Meldung am Sonntagmorgen einging, war gerade ein Polizist aus Unterkulm auf Patrouille», erklärt Barbara Breitschmid, Mediensprecherin der Kantonspolizei Aargau. Daher werden auch Ermittlungen von der Kantonspolizei Unterkulm geleitet, und nicht von den in Aarau stationierten Kantonspolizisten.

Der Sachschaden, der durch die aggressive Zerstörungswut der Unbekannten entstand, beläuft sich auf mehrere zehntausend Franken. «Wie gross der Schaden genau ist, wissen wir aber noch nicht», erklärt Barbara Breitschmid. «Dazu müssen wir zuerst die genauen Zahlen aller Autobesitzer über die Schäden haben», fügt sie an.

Am Tatort haben die Vandalen laut Tele M1 zwei Hinweise hinterlassen, die auf ihre Spur führen könnten: Kantonspolizisten fanden ein Handy und Blutsspritzer an einem der zerstörten Autos. Für die Aufklärung des Falls sucht die Polizei Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben.