Haar und Haut
Statt Schuhe und Kleider: Schönheitsklinik light in der Aarauer Fussgängerzone geplant

Haartransplantationen und Eigenbluttherapie bietet das Start-up an, welches demnächst eine Filiale an der Hinteren Vorstadt eröffnen will.

Nadja Rohner
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Hintere Vorstadt 30 in Aarau: Hier zieht bald Hair & Skin ein.

Hintere Vorstadt 30 in Aarau: Hier zieht bald Hair & Skin ein.

Nadja Rohner / Aargauer Zeitung

Das Haus 30 an der Hinteren Vorstadt hat einige Mieterwechsel hinter sich. Lange war hier der «Novo Style» eingemietet. Danach hielt sich niemand mehr über viele Jahre. «Max Shoes», die dänische Kleiderkette Cream, ein Kosmetikstudio – nichts kam wirklich zum Fliegen.

Nun verrät ein Baugesuch, was mit dem aktuell leerstehenden Ladenlokal demnächst passieren soll: Nicht das gefühlt hundertste Nagelstudio oder Augenbrauensalon, sondern eine Art Schönheitsklinik light – «Hair & Skin». Das Start-up, das von Stefanie Fritze und Adem Ademi geleitet wird, gibt es seit Frühling 2020. Es führt aktuell erst fünf Filialen in der Schweiz (Luzern, St.Gallen, Winterthur, zweimal Zürich).

In Basel, erneut in Zürich, in Bern und eben auch in Aarau (ab Oktober) sind neue geplant. Zu den Investoren gehören die Gründer von «Bestsmile» – Zahnspangen zum Fixpreis, ebenfalls an der Hinteren Vorstadt in Aarau angesiedelt – und des Brillenanbieters Viu. Beides Unternehmen mit forciertem Wachstumskurs und günstigen Preisen.

Das ist bei «Hair & Skin» nicht anders. Angeboten werden Haartransplantationen bei genetisch bedingtem Haarausfall sowie Eigenblutbehandlung für Gesicht und Kopfhaut – und nur das. Bei den Haartransplantationen werden Haarfollikel am Hinterkopf einzeln entnommen und an den kahlen Stellen wieder eingesetzt.

Für eine Eigenblutbehandlung mit «PRP» (steht für «Platelet Rich Plasma») wird dem Kunden Blut entnommen, zentrifugiert und das Plasma mit den Blutplättchen an die gewünschte Stelle injiziert, um mit «Wachstumsnährstoffen» den Haarwuchs anzukurbeln oder Fältchen sowie Augenringe zu bekämpfen.

Durchgeführt würden die Haartransplantationen, von einem «Arzt begleitet, von unseren Haartechnikerinnen und medizinischen Praxisassistentinnen», schreibt das Unternehmen auf seiner Website. Es will vor allem durch seine Preise punkten. Haartransplantationen gibt’s ab 2900 Franken (etwa für Geheimratsecken).

Der Preis liegt damit um etwa einen Drittel bis zur Hälfte niedriger als bei diversen Konkurrenten. «Die günstigen Preise werden möglich durch den hohen Spezialisierungsgrad, effiziente Prozesse und einen hohen Digitalisierungsgrad», schrieb das Unternehmen einst in einer Medienmitteilung.

Gegenüber der «Handelszeitung» sagte Co-Chefin Stefanie Fritze kürzlich, die Nachfrage sei bereits gross, das Thema Haartransplantation würde salonfähig. Dazu beitragen soll das Konzept mit minimalistisch eingerichteten, eleganten Praxen an gut frequentierten Lagen, die «mehr an eine stilvolle Wohnung als an ein kühles Spital erinnern».

In Aarau werden laut Baugesuch 77'000 Franken investiert. Die Praxis befindet sich im Erd- und ersten Obergeschoss. Ein bis zwei ärztliche Fachpersonen sollen hier tätig sein, ebenso viele Praxisassistenten. Allerdings: Für die aufwendigeren Prozeduren – und dazu gehört die Haartransplantation, die laut «Handelszeitung» bis zu acht Stunden dauern kann – muss man gemäss Baugesuchsunterlagen in eine andere «Hair & Skin»-Klinik reisen.

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